Sensation lag in der Luft

BSA-Handballerinnen führten gegen TSV Wollrode bis zur 53. Minute

Kaum zu stoppen: Mit neun Toren war BSA-Rückraumspielerin Marina Lindenthal (am Ball) trotz einer Armverletzung die überragende Werferin in ihrer Mannschaft. Foto: per

Bad Sooden-Allendorf. Nur knapp an einer faustdicken Überraschung vorbei schrammten die Bezirksoberliga-Handballerinnen der TSG Bad Sooden-Allendorf.

Im Heimspiel gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer TSV Wollrode lag das Schlusslicht bis zur 53. Minute in Führung, um am Ende dann doch noch mit 18:22 (13:9) den Kürzeren zu ziehen.

Die meisten der 50 Zuschauer dürften sich verwundert die Augen gerieben haben angesichts dessen, was sich da auf dem Parkett der Eilse-Sporthalle abspielte. Nur eine Woche nach dem 10:29-Debakel im Kellerduell in Hersfeld wirkten die Gastgeberinnen wie ausgewechselt und boten dem haushohen Favoriten von Beginn an die Stirn. Obwohl nur mit einer Rumpfmannschaft angetreten (neben den verhinderten Xenia Riehm und Luisa Krengel fehlten auch die parallel spielenden A-Jugendlichen), hängten sich die Kurstädterinnen voll rein. Bei Ballverlusten ging es schnell an den eigenen Kreis zurück und in der Abwehr packten die Gastgeberinnen aggressiv zu. Damit unterband das Team von Trainer Wolfgang Schneider das überfallartige Angriffsspiel der überraschten Gäste.

Und fand dann doch einmal ein Ball den Weg zum BSA-Tor, wurde er dort wiederholt sichere Beute der glänzend aufgelegten Anna Schubert, die einen Sahnetag erwischte und die Gästewerferinnen mit glänzenden Reaktionen zur Verzweiflung brachte.

Doch es war nicht nur die geringe Zahl der Gegentore, die diese erste Halbzeit für das in dieser Saison nicht gerade erfolgsverwöhnte Schlusslicht zu einer ganz besonderen machte. Mit einer stark aufspielenden Marina Lindenthal, die sich trotz schmerzhafter Armverletzung in den Dienst der Mannschaft stellte und mit neun Toren die überragende Werferin war, zeigten die Kurstädterinnen eine engagierte Angriffsleistung. Ab dem 4:3 (9.) lagen sie permanent in Führung und bauten diese kontinuierlich aus.

Erst als im zweiten Durchgang die Kräfte immer mehr schwanden, ließ bei der Schneider-Sieben auch die Konzentration im Abschluss nach. Folge: Zwischen der 43. und der 58. Minute gelang kein einziger Treffer mehr, und die Wollröderinnen drehten einen 13:17-Rückstand in eine 20:17-Führung um und ließen sich auch in den letzten beiden Minuten die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

„Natürlich ist es schade, dass wir den Vorsprung nicht über die Zeit retten konnten, aber trotzdem bin ich stolz auf das, was meine Mädels geleistet haben“, meinte Wolfgang Schneider. „In diesem Spiel hat man über weite Strecken gesehen, was meine Mannschaft zu leisten in der Lage ist“, so der Coach.

Tore TSG: Lindenthal (9), Scharff (2/1), Rademacher (4), Vogeley (3/1). (per)

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