Handball-Landesliga

Bitterer Abend für die TG Rotenburg

Der beste Rotenburger am Samstag: Tomislav Balic, der hier regelwidrig aufgehalten wird. Marcus Einhorn verwandelte den verhängten Siebenmeter wie sechs weitere sicher. Nach der Pause scheiterte der TGR-Rechtsaußen aber bei zwei Strafwürfen. Foto: Walger

Bei den Landesliga-Handballern der TG Rotenburg schrillen die Alarmglocken. Sie unterlagen Aufsteiger HSG Wesertal nach schwacher zweiter Halbzeit 24:27 (12:11) und liegen nur noch einen Punkt vor einem Abstiegsplatz.

Von Thomas Walger

Auf der Tribüne litt Simon Golkowski am Samstag mit seinen Mannschaftskollegen. Der Linksaußen fehlte wegen einer Sperre. Dass diese nun abgelaufen ist, bleibt in der Bilanz eines trüben Abends fast als einziger Lichtblick stehen.

Trübe war’s vor allem deshalb, weil kaum ein Rotenburger, nachdem die Wesertaler ab der 37. Minute die Führung übernommen hatten, wirklich fest überzeugt davon schien, dass das Ruder noch herumgerissen werden könnte. „Da kommt keine Reaktion mehr“, vermisste auch Simon Golkowski beim Stand von 20:23 (53.) ein kollektives Aufbäumen gegen die drohende Niederlage.

Nach Spielschluss wurde Trainer Robert Nolte noch deutlicher: „Dass man sich mehr oder weniger seinem Schicksal ergibt, konnte ich früher als Spieler und kann ich heute als Trainer nicht akzeptieren.“ Der TGR-Coach hatte schon vor dem Anwurf kein gutes Gefühl. Das war der personellen Situation geschuldet. Torjäger Boze Balic laboriert wieder an seiner alten Fußverletzung. Er kam nur sporadisch zum Ende beider Hälften zum Einsatz.

Weitere Nackenschläge

Phillip Debus hatte kurzfristig erkrankt abgesagt, der angeschlagene Jonas Troch hätte am liebsten gar nicht erst das Trikot übergestreift, stellte sich aber in den Dienst der Mannschaft. Dass sich dann im Verlaufe des zweiten Durchgangs auch noch Golkowski-Vertreter Jonas Barzov, vor allem aber der am Samstag beste Rotenburger, Tomislav Balic, verletzten, waren weitere heftige Nackenschläge. Die beiden drohen im Derby beim TV Hersfeld auszufallen, in dem auch Martin Harbusch verhindert sein wird. Er hatte nach Barzovs Ausfall als Linksaußen einige gute Szenen.

Zuvor hatte Harbusch im Wechsel mit Jendrik Janotta und Tomislav Balic die Angriffe der Rotenburger angekurbelt. Was dabei herauskam? Viele, viele Chancen. Doch viel zu viele davon blieben ungenutzt. Schon im ersten Durchgang wurde Gästeschlussmann Tobias Wellmann zum Helden des Spiels aufgebaut. Der nahm die Rolle dankend an und angelte sich so manchen harmlosen Wurf.

Trotzdem stand zur Pause ein knappes 12:11 zu Buche. „Wir könnten auch 15:8 führen“, stellte Simon Golkowski vor dem Seitenwechsel fest. Stimmt.. Auch zwei, drei Bälle, die Drazen Cica passieren ließ, schienen durchaus haltbar.

Der mangelhafte Abschluss allerdings blieb bis zum Schluss das Hauptmanko. Besonders unglücklich agierte dabei Jan-Oliver Holl. „Er spielt eine starke Saison, aber heute hatte er einen schlechten Tag“, befand sein Trainer. Gleich mehrfach scheiterte er frei vor dem Kasten an Wellhausen. Und dennoch war Holl mit vier Treffern noch Rotenburgs erfolgreichster Feldtorschütze.

Kein Päuschen drin

Eine kleine Pause zum Durchschnaufen und Sammeln hätte Jan-Oliver Holl gut getan. Doch Phillip Debus war eben auch nicht da, um einzuspringen. Und weitere Alternativen hatte Robert Nolte einfach nicht.

Während die Rotenburger die Köpfe hängen ließen, feierten sich die Wesertaler. Die hatten sich nicht einmal viel ausgerechnet und schonten ihren leicht angeschlagenen Torjäger Maximilian Simon im Hinblick auf das nächste Heimspiel.

Ihr Trainer Frank Rossel brachte ihn in Rotenburg erst in der Schlussphase, weil er befürchtete, der unverhoffte Sieg könne noch in Gefahr geraten. Das war mit Simons Hilfe dann alerdings nicht der Fall.

TG Rotenburg: Cica, Dick - Harbusch (5/2), Einhorn (7/7), Gerlich (1), T. Balic (1), Reyer (1), B. Balic (2), Schuhmann, Holl (4), Janotta, Barzov (2), Troch (1)

Zuschauer:120

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