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Wieder „vom Kopf her nicht da“: Bad Wildungen kassiert 27:35 gegen Halle-Neustadt

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Bedient: (v. links) Jana Scheib, Maksi Pallas, Sabine Heusdens, Thomas Schmidt (Physio) und Annika Ingenpaß.
Sichtlich bedient: (von links) Jana Scheib, Maksi Pallas, Sabine Heusdens, Thomas Schmidt (Physio) und Annika Ingenpaß auf der Vipers-Bank. © malafo

Im Bundesliga-Heimspiel gegen den nun einen Punkt besser platzierten SV Union Halle-Neustadt kassierten die Vipers die vierte Niederlage im fünften Spiel nach der EM-Pause.

Der Jahresausklang dürfte für die Handballfrauen der HSG Bad Wildungen kein guter Rutsch werden. Das verdiente 27:35 (16:19) gegen die Gäste aus Sachsen-Anhalt am Dienstagabend war auch deshalb enttäuschend, weil es nach 40 Minuten noch 24:24 gestanden hatte.

Bis dahin war es ein sehr ausgeglichenes Spiel zweier Teams, die auf unterschiedliche Weise den Erfolg suchten: Bad Wildungen vor allem über den Kreis, wo Annika Ingenpaß bis zur Pause fünfmal traf. Hingegen suchte Halle-Neustadt deutlich mehr die Außen oder den Rückraum, wobei die Gäste zwar zwei Siebenmeter vergaben, sich aber nur ganz wenige Fehler leisteten.

Vipers verpassen nach 24:24 die Wende

Absetzen konnte sich keine Mannschaft. Der Spielstand pendelte für beide zwischen „eins hinten, Gleichstand und „eins vor“. Die Vipers-Abwehr agierte häufig zu zögerlich, dennoch hatte keiner der gut 600 Zuschauer erwartet, dass das 10:9 (19.) die letzte Führung der Heimmannschaft sein würde.

Die zweite Halbzeit begann mit zwei schnellen Treffern von Verena Oßwald und einer Parade der zur 26. Minute eingewechselten Larissa Schutrups. Doch es blieb dabei: Die Vipers rannten hinterher. Latte, in den Block geworfen – der Ausgleich wollte nicht fallen. Ausgerechnet in Unterzahl fiel er dann durch Oßwald (39:14), die einzige treffsichere Viper des zweiten Durchgangs, die auf insgesamt sechs Treffer kam.

Fast 17 Minuten kein Wildunger Tor

Es roch aber nach der ersten Wildunger Führung seit langem. Doch die in dieser Saison bärenstarke Anica Gudelj im Union-Tor brachte einmal mehr einen Gegner zur Verzweiflung. Wobei die Vipers auch Pech hatten, wie beim 24:25 durch Julia Niewiadomska, als Manuela Brütsch den Siebenmeter parierte, die Hallenserin aber im Nachwurf per Heber doch traf.

Tessa Bremmers erste Auszeit beim 24:27 wenig später brachte nicht viel. Die Trainerin der HSG konnte nicht zufrieden sein, was sie nach dem Spiel auch kund tat: „Einfach kein gutes Spiel in allen Bereichen“ sei es gewesen von ihrem Team: „Viel zu viele technische, einfache Fehler im Angriff. Du schaffst es, immer wieder heranzukommen, aber wenn du vorne gleich wieder drei Würfe verballerst, kannst du dieses Spiel nicht gewinnen“, sagte Bremmer, die in der Abwehr wenig vom vorab Angesprochenen umgesetzt sah.

Tessa Bremmer: „... das kann ich nicht verstehen“

Die HSG-Trainerin, für die Halle-Neustadt treffsicherer und hinten aggressiver war, sprach einen Trend an, der Sorgen macht: „In Leverkusen waren wir vom Kopf her von Anfang an nicht da, haben zu viele Fehler gemacht. Dass so etwas jetzt zweimal hintereinander passiert ist in so wichtigen Spielen, kann ich nicht verstehen.“

Lange stand es 24:28. Eine entscheidende Phase mit wenigen Treffern. Auf Woller (8Tore), Niewiadomska (5) sowie die Außen Judith Tietjen (6) und Maria Gudelj (5) war Verlass, während bei den Gastgeberinnen Annika Ingenpaß nach der Pause toremäßig kein Faktor mehr war, ebenso wie die ab der 42. Minute agierende Jolina Huhnstock. Der Rückraum traf fast nicht (mehr) oder war vom Wurfglück verlassen wie etwa Annika Hampel (insgesamt sieben Tore), als Gudelj ihren Siebenmeter aus dem rechten Torwinkel bugsierte (50.). Den Vipers-Torfrauen war weit weniger Fangglück beschert.

Das 24:30 in der 52. Minute war erst das sechste Tor binnen zwölf Minuten insgesamt und die Vorentscheidung in der zweiten Hälfte. Bad Wildungen musste sage und schreibe 16 einhalb Minuten auf das erste Tor seit dem 24:24 warten. Anouk Nieuwenweg traf per Siebenmeter zum 25:32 (53.). Da war schon klar, dass der erhoffte Punktgewinn vor dem schweren Spiel in Dortmund am Freitag ausbleiben würde.

Halle-Neustadt hingegen feierte den dritten Sieg im vierten Spiel. „40 Minuten war es ausgeglichen. Wir haben die in der Pause besprochenen Dinge dann sehr gut umgesetzt“, sagte Trainerin Katrin Schneider.  (rsm/schä)

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