Heinrich Horn-Gedächtnisturnier

BVB makellos - Kirchhof überrascht

Zwei gegen eine: Mit vereinten Kräften stoppen hier Irene Espinola Perez (l.) und Nathalie Hendriksen (beide SU) Mia Zschocke (BVB).
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Zwei gegen eine: Mit vereinten Kräften stoppen hier Irene Espinola Perez (l.) und Nathalie Hendriksen (beide SU) Mia Zschocke (BVB).

Die weiße Weste wird langsam zum Markenzeichen der Handballfrauen des BVB Dortmund. Mit 60:0-Punkten marschierten sie in der letzten Saison unangefochten zum Meistertitel, mit vier (klaren) Siegen aus vier Spielen verteidigten sie ihren Titel beim Heinrich Horn-Gedächtnisturnier. Neben den Westdeutschen konnte auch Gastgeber Kirchhof einige Glanzlichter zur Jubiläumsauflage beitragen.

Melsungen - „Wir wollten zeigen, dass mit uns auch nach dem enormen Umbruch zu rechnen ist“, zog BVB-Trainer Fuhr ein positives Fazit des Auftretens seiner Schützlinge. Die hatten in der Tat in dieser neuen Besetzung nach acht Ab- und neun Zugängen sowie ohne ihre fünf Olympioniken noch nie zusammen gespielt. Und überraschend wenig Abstimmungsprobleme.

Nach zwei Kantersiegen gegen die Zweitligisten TSV Nord Harrislee und HSV Solingen-Gräfrath und dem damit verbundenen Gruppensieg avancierte das Erstliga-Duell gegen SU Neckarsulm, die zuvor Bundesliga-Aufsteiger Sachsen Zwickau mit 22:21 geschlagen hatte, schon zum Endspiel um den Turniersieg. Und es wurde beim 23:12 zu einer Demonstration des Meisters. Der zog schnell auf 6:2 davon (9.), leistete sich dann in Überzahl drei vergebene Tempogegenstöße, um nach kurzem Aufbäumen des Gegners (9:7) die Verhältnisse mit einem 3:0-Lauf wieder gerade zu rücken. Vier Treffer in Folge zum 18:9 (29.) sorgten dann für die frühzeitige Entscheidung.

Natürlich ärgerten André Fuhr die ein oder andere Unkonzentriertheit seiner Spielerinnen im Abschluss, doch dafür lobte der 50-Jährige „die große Präsenz in der Abwehr“. Im Mittelblock überragte dabei die physisch starke Sophie Sando. Und schob zusammen mit der umtriebigen Mia Zschocke das eigene, unwiderstehliche Umschaltspiel an. Im Positionsangriff zog wie gewohnt Nationalspielerin Alina Grijsell die Fäden - und harmonierte dabei schon erstaunlich gut mit Neuzugang Zschocke.

SG schlägt Leipzig und Bremen

Drittligist Kirchhof mauserte sich zum Überraschungsteam des Turniers, schlug er doch mit seinem fast komplett neuformierten Team zwei Zweitligisten. Beim 20:19 in der Vorrunde gegen den HC Leipzig markierte Ida Evjen mit der Schluss-Sirene den umjubelten Siegtreffer. Dafür war gegen Sachsen Zwickau (11:22) die Luft etwas raus, ehe sich die Gastgeber in der „Silber-Gruppe“ gegen Bremen (18:14) zur besten Turnierleistung aufrafften. Besonders überzeugend: die 6:0-Deckung vor einer starken Torfrau Aleksandra Orowicz, die nicht nur fast die Hälfte aller Bälle abwehrte sondern mit ihren langen präzisen Pässen auch noch einige Tempogegenstöße einleitete.

„Wir haben ein richtig gutes Turnier gespielt“, freute sich Trainer Dragos Negovan über seine Mannschaft, die im „Endspiel“ um den Sieg in der Silber-Gruppe gegen Solingen-Gräfrath dann aber chancenlos war (19:28). Eine Halbzeit konnte sie gegen de Zweitligisten mithalten (10:12), um dann unmittelbar nach der Pause einzubrechen. Klarer Fall von Kraftverlust eines Mini-Kaders, der noch auf die spanischen Zwillinge (keine Spielberechtigung) Alma und Agustina Jaèn Loro verzichten musste.

Zog bisweilen schon recht dynamisch die Fäden im SG-Angriff: Kirchhofs neue Spielmacherin Frida Nygaard Ulrichsen. Fotos(2) richard kasiewicz

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