3. Liga

Chronische Anlaufschwäche bringt Fritzlar gegen Tabellenzweiten um alle Siegchancen

Dynamisch: Fritzlars Alena Breiding (l.), die hier an Leonie Woebking (LIT) vorbei zieht, feierte ein zufriedenstellendes Comeback, brauchte aber wie ihre Nebenleute eine zu lange Anlaufzeit.
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Dynamisch: Fritzlars Alena Breiding (l.), die hier an Leonie Woebking (LIT) vorbei zieht, feierte ein zufriedenstellendes Comeback, brauchte aber wie ihre Nebenleute eine zu lange Anlaufzeit.

Auch der Rumpfkader von Germania Fritzlar kann‘s. Zeigte es aber nur eine Halbzeit. Gewann gegen LIT TRIBE den zweiten Durchgang (12:9). Doch da für den heimischen handball-Drittligisten die Hypothek des ersten (11:20) zu schwer war, stand am Ende mit 23:29 die dritte Heimniederlage der laufenden Saison zu Buche.

Fritzlar - „Lucky“ Cojocar zeigte sich vor dem Anpfiff, der misslichen Personallage zum Trotz („ohne Fünf“) noch gut gelaunt. Hatte sogar einen Witz über Bayern München auf Lager („Das Pokalspiel in Gladbach war typisch für die Bayern, denn bereits nach 60 Minuten entschieden“). Zur Halbzeit war der SVG-Trainer stocksauer und machte sich in einer deutlichen Pausenansprache seinem Ärger in der Kabine Luft.

Was war passiert? Der mittlerweile chronische Fehlstart, der seiner Mannschaft schon früh realistische Siegchancen raubte. „Wir waren wieder einmal weit weg von den Vorgaben und den Gegenspielerinnen“, beschrieb der Lehrer den Auftritt seiner Schützlinge. Bis zum 2:10 (12.) ging fast nichts, danach wenig. In der Abwehr fehlte jeglicher Zugriff, so dass sich insbesondere Rückraumspielerin Leonie Woebking, die den Ausfall von Top-Torjägerin Ann-Cathrin Kaatze mehr als kompensierte (11 Tore), nach Herzenslust austoben durfte. Zudem liefen die Domstädterinnen der zweiten Welle der Ostwestfälinnen stetig hinterher.

Vom harmlosen Positionsangriff wurde Torfrau Vanessa Fischer frühzeitig warm geworfen. Überhaupt traute sich zunächst nur Xenia Ahrend etwas zu, traf aber nicht. Erfolgreicher war da Hannah Berk mit ihren Durchbrüchen, die allerdings eine lange Anlaufzeit brauchte. Wie Alena Breiding, was indes verzeihlich war. Schließlich war die Rückraumspielerin aufgrund der akuten Personalnot eingesprungen - nach acht Monaten ohne Training.

Breiding feiert Comeback

Ihre Stunde schlug wie die ihrer Nebenleute nach der Pause, als es jedoch schon zu spät war. „Wir haben hinten mehr Druck auf unsere Gegenspielerinnen gemacht und vorne unsere Angriffe besser durchgespielt“, erklärte sie die keineswegs wundersame, sondern fast schon gewohnte Wandlung ihrer Mannschaft. Da war auf einmal Zug und Dynamik in den Offensivaktionen, da konnte sich Torfrau Lea Gürbig in der Schlussphase mehrfach auszeichnen, weil ihre Vorderleute konsequent für sie arbeiteten. Was dem Gast zwar nicht gefiel, aber auch nicht ins Wanken brachte.

Fritzlars größter Erfolg war eine Auszeit, zu der sich Trainerin Andrea Leiding veranlasst sah, als Chantal Reimbold auf 19:25 (44.) verkürzte. Die wirkte. Dahingehend, dass der Tabellenzweite zumindest diesen Sechs-Tore-Vorsprung ohne Stress ins Ziel brachte. Was den Gastgeberinnen noch mal ihre Sünden der ersten Hälfte verdeutlichte.

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