1. Startseite
  2. Sport
  3. Handball regional

Das Scheib-Oßwald-Torfestival: Starke Wildunger Vipers besiegen Neckarsulm mit 32:30

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

HSG Bad Wildungen Vipers : Sport-Union Neckarsulm
Der Sieg ist unser: Jubel auf der Vipers-Bank nach dem Erfolge über Neckarsulm. Das Bild zeigt (v.l.) Emma Ruwe, Julia Symanzik, Maksi Pallas, Trainerin Tessa Bremmer, Thea Oby-Olsen und Jolina Huhnstock . © malafo

Spielstark, nervenstark, erfolgreich. Die Handballerinnen der Bad Wildunger Vipers schlugen in der Bundesliga die Sport-Union Neckarsulm mit 32:30 (14:13) und können mit 6:4 Punkten beruhigt in die EM-Pause gehen.

Bad Wildungen - Als Verena Oßwald sich wenige Sekunden vor Spielschluss wieder einmal unnachahmlich mit viel Körpergefühl durch die Neckarsulmer Abwehr tankt und schlängelt, sie dann den Ball im Fallen ins Tor wuchtet, brandet ein Jubel auf, bei dem möglicherweise ein Lautstärkerekord für ein Vipers-Bundesligaspiel in der Edertaltalhalle erzielt wird.

Fast jedem der rund 320 Zuschauer fällt in diesem Moment ein Stein vom Herzen, was dann in der Summe beim Aufprall wie ein Felsbrocken klingt. Die Fans haben das feine Gespür dafür, dass die Wildunger Handballerinnen diese spannungsgeladene Partie nicht verlieren durften, dafür war ihr Auftritt gegen dem sportlich höher eingeschätzten Gegner einfach zu gut. Und das Oßwald-Tor ist das letzte Wildunger Tor in diesem Spiel, das 32..

Spiel wogte hin und her

Es war von Anfang an ein Spiel auf Augenhöhe, das immer hin und her wogte. Und als das Wildunger Team eine Schwächephase des Gegners mit vier Toren in Folge nutzte und das Ergebnis auf 25:21 (46.) stellte, sah es so aus als ob die Gastgeberinnen davonziehen könnten, aber sie ließen die Chance auf einen Fünf-Tore-Vorsprung zweimal aus und glitten dann selbst in eine schwächere, überhastete und unkonzentrierte Phase ab, in der Neckarsulm nicht nur den Rückstand aufholte, sondern in der 57. Minute mit 29:28 in Führung ging. Vermutlich hätten die Vipers diesen Nerventest in der vorigen Saison nicht bestanden, diesmal war es anders. Sie kamen nochmal zurück und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Bremmer: „Es war ein absolutes Kampfspiel“

Der Einsatz für diese zwei Punkte war auf beiden Seiten sehr hoch. Die Vipers haben die Neckarsulmerinnen förmlich niedergerungen. Hart, aber fair. Das sieht die Wildunger Trainerin Tessa Bremmer auch so: „Es war ein absolutes Kampfspiel, Respekt an Neckarsulm, sie haben alles reingelegt, aber wir haben dagegengehalten und wenn ich meine Mädels anschaue, sind die auch überall blau und haben Kratzer, ich bin glücklich und stolz darauf, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“

Da dieser Sieg vor allem ein Erfolg der mannschaftlichen Geschlossenheit war, fällt es schwer eine „Woman of the match“ herauszupicken, einfacher wäre es, jeweils eine Woman of the half Match auszuzeichnen. Dann würde die Wahl auf die Rückraumspielerinnen Jana Scheib und Verena Oßwald fallen. Scheib hat in Halbzeit eins mit acht Toren einen großen Anteil daran, dass die Vipers mit einer 14:13-Führung in die Kabine gehen. Sie war mit zwölf Toren die beste Wildungen Torschützin.

Im zweiten Durchgang übernahm Verena Oßwald in schwierigen Situationen häufiger die Verantwortung. Sie setzte sich meist im Eins-gegen-Eins oder Eins-gegen Zwei oder gar Drei durch und markierte ebenfalls acht Treffer binnen 30 Minuten. Doch die Jury hätte sich auch für die Neckarsulmerin Nina Engel entscheiden können, die es ebenfalls auf zwölf Tore brachte.

Beide Vipers-Spielerinnen sehen sich aber nicht als Solistinnen in diesem Team. „Heute hat bei uns im Angriff vieles gepasst, denn diese Tore im Eins-gegen-Eins sind nur möglich, wenn meine Mitspielerinnen mir dafür den Raum schaffen“, meint Oßwald.

Neckarsulm fehlt am Ende die Kraft

Das Spiel nahm von Anpfiff an Fahrt auf und das hohe Tempo hielten beide Mannschaften nahezu bis zum Schluss durch. Das kostete viel Kraft, die nach Ansicht der Neckarsulmer Trainerin Tanja Logvin ihrem Team zum Schluss etwas gefehlt habe. „Wegen Krankheit und Verletzungen ist unser Kader derzeit sehr klein, dann kam noch die Rote Karte für Daphne Gautschi hinzu, sodass uns hinten heraus etwas die Puste ausgegangen ist.“ Doch Logvin räumt durchaus ein, dass „es Wildungen auch sehr gut gemacht hat“.

Tore zum richtigen Zeitpunkt

Damit meint sie auch Anika Hampel, eine Spielmacherin, die denkt und lenkt, aber auch selbst oft den Abschluss sucht. Alle Frauen im Wildunger Trikot waren meist immer dann da, wenn sie gebraucht wurden. Kreisläuferin Annika Ingenpass brachte es diesmal nur auf zwei Tore, aber die warf sie genau zu wichtigen Zeitpunkten, etwa das 31:29 in der 59.Minute. Gemeint war aber auch Rechtsaußen Maren Gajweski, die in der zweiten Halbzeit für Maksi Pallas kam.

Die Ex-Bremerin gab ihr Bundesliga-Debüt mit zwei Treffern. Ihr erstes Tor in der ersten Liga war das 20:17 (40.) und nur zwei Minuten später erhöhte sie auf 21:17. „Ich war anfangs schon etwas aufgeregt, aber nach dem ersten Tor ging es besser.“, sagt Gajewski, die dann noch mit einem Heber scheiterte. „Dabei hatte mich die Trainerin und einige Teamkolleginnen gewarnt, besser keinen Heber gegen diese große Torfau zu probieren.“ Sie tat es trotzdem und das zeugt von Selbstvertrauen. Eine Eigenschaft, die derzeit alle Vipers-Spielerinnen auszeichnet.

Sie können sich nun vier Wochen an der Tabelle sattsehen. Die Wildungerinnen stehen dort für die kommenden vier Wochen auf Platz sechs und müssen diesen Platz erst wieder am 27. November bei der HSG Blomberg-Lippe verteidigen. (rsm)

Auch interessant

Kommentare