Negovan-Team begeistert

Deborah Spatz führt SG 09 Kirchhof zum Coup im DHB-Pokal gegen Wuppertal

Spielerin des Spiels: Deborah Spatz, deren Treffer hier (v.l.) Michelle Stefes, Angela Cappellaro, und Zoe Stens beobachten, ging bei Kirchhof voran und glänzte nicht nur mit neun Toren.
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Spielerin des Spiels: Deborah Spatz, deren Treffer hier (v.l.) Michelle Stefes, Angela Cappellaro, und Zoe Stens beobachten, ging bei Kirchhof voran und glänzte nicht nur mit neun Toren.

Das Pflichtspieldebüt ist geglückt – und wie! Dragos Negovan, der neue Trainer der Drittliga-Handballerinnen der SG 09 Kirchhof, war überglücklich. Und fand nur ein Wort über den 25:22 (11:11)-Coup, mit dem sein Team den Zweitligisten TVB Wuppertal in der ersten Runde des DHB-Pokals ausschaltete: „Überragend“.

Melsungen – Ein Erfolg, der umso höher zu bewerten ist, weil die Löwinnen nicht nur dem Ausfall von Torhüterin Aleksandra Orowicz (Beinverletzung) und Kapitänin Ida Evjen (Grippe) trotzten, sondern auch die Rote Karte gegen Greta Kavaliauskaite wegsteckten (27.), die ihrem Unmut über eine Zeitstrafe mit unnötig theatralischer Gestik Ausdruck verlieh. Und folgerichtig die dritte Zeitstrafe kassierte.

„Das hat uns noch enger zusammengeschweißt“, betonte Deborah Spatz. Aber es sorgte auch für Verunsicherung, denn Kirchhof gab eine 11:8-Führung (25.) bis zur Pause noch her. Nach Wiederanpfiff aber zeigte das SG-Team seine Qualitäten. Allen voran Rückraumspielerin Spatz, die nun im Angriff die Zügel in die Hand nahm und gekonnt abschloss. „Ich hatte heute aber auch eine Mannschaft hinter mir, die es mir einfach gemacht hat, Verantwortung zu übernehmen“, gab die Torjägerin das Lob an ihre Mitspielerinnen zurück.

Spanische Zwillinge fügen sich glänzend ein

Denn das neuformierte SG-Team zeigte eine herausragende kämpferische Einstellung. Neuzugang Frida Nygaard führte klug Regie und stellte ihre Qualitäten im Eins-gegen-Eins unter Beweis. Eine starke Partie lieferte zudem Angela Cappellaro ab, die in der Kirchhofer 6:0-Deckung eifrig rackerte und am Kreis Räume schuf, aber auch selbst torgefährlich blieb. Dazu war Sophia Ritter im Tor in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Etwa als sie einen Siebenmeter von TVB-Angreiferin Michelle Stefes beim 16:17 (42.) entschärfte. „Nur 22 Gegentore gegen einen Zweitligisten zu kassieren, ist überragend“, lobte Negovan seine Defensiv-Abteilung.

Und noch einen weiteren Trumpf hatte der SG-Coach auf seiner Seite. Nämlich die spanischen Zwillinge Alma und Agustina Jaen Loro, die ihr Pflichtspieldebüt gaben. Und sich bestens ins Team einfügten. Während Alma von Beginn an auf dem rechten Flügel wirbelte, war Agustina nach der Disqualifikation gegen Kavaliauskaite gleich zweifach gefordert: Neben Spatz im Mittelblock und im rechten Rückraum. Diese Herausforderung löste der Neuzugang mit Bravour.

Kavaliauskaite erweist Team Bärendienst

Die Kirchhöfer Fans versetzte sie in Ekstase, als sie Cappellaro am Kreis grandios per No-Look-Pass zum 19:18 bediente (50.). Um Sekunden später den Ball in der Abwehr zu erkämpfen, mit letztem Einsatz im Liegen zu passen, ehe Spatz sehenswert zum 20:18 vollendete (51.).

Damit war Kirchhof auf die Siegerstraße eingebogen. „Die letzten zehn Minuten haben wir das Spiel komplett im Griff gehabt“, freute sich SG-Coach Negovan. Spannend blieb es aber noch, weil gute Chancen zur Vorentscheidung ausgelassen wurden. Erst Agustina Jaen Loro und Spatz sorgten mit einem Doppelschlag zum 24:20 für die Entscheidung (58.). (Marcel Glaser)

Die Statistik:

Kirchhof: Ritter (11 Paraden/22 Gegentore), Schmincke – Pandza, Harder, Sauerwald, Koltschenko, Cappellaro 4, Kavaliauskaite 1, Spatz 9/2, Al. Jaen Loro 5/2, Ag. Jaen Loro 3, Nygaard 3.

Wuppertal: Centini (10/25), Bärthel – Schmitz 4, Wagner 1, Eckert, Stefes 4/1, Matavs 5, Hovenjürgen 3, Bergmann 1, Stens 3, Weisz 1, Flohr.

SR: Cesnik/Konrad (Gummersbach).

Z: 85.

Siebenmeter: 4/6:1/2.

Zeitstrafen: 12:10-Minuten.

Rot: Kavaliauskaite (27., 3. Zeitstrafe.).

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