Den großen Titelfavoriten 20 Minuten lang geärgert

Bad Wildungen verliert bei Borussia Dortmund 28:36

Stärkste Viper: Die Halbrechte Jana Scheib (Mitte) sucht die Lücke zwischen den Dortmunderinnen Jennifer Gutierrez Bermejo (links) und Alina Grijseels.
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Stärkste Viper: Die Halbrechte Jana Scheib (Mitte) sucht die Lücke zwischen den Dortmunderinnen Jennifer Gutierrez Bermejo (links) und Alina Grijseels.

Zum Restart der 1. Handball-Bundesliga nach der Pause wegen der Europameisterschaft in Dänemark kassierte die HSG Bad Wildungen die erwartete Niederlage. Bei Titeltopfavorit Borussia Dortmund verloren die Vipers mit 28:36 (12:19), wobei sie bis zum 11:12 nach 20 Minuten noch erstaunlich gut mitgehalten hatten.

Dortmund. „Bis dahin haben wir super gespielt“, sagte HSG-Trainerin Tessa Bremmer, die trotz der Niederlage mit ihrem Team, das sich über weite Strecken gut aus der Affäre gezogen hatte, „insgesamt zufrieden war“.

6:5-Führung nach acht Minuten

In der Sporhalle Wellinghofen hatten die ohne Maria Ines Da Silva Pereira (Operation am Syndesmoseband), Vanessa Magg (Aufbautraining nach Kreuzbandriss), Maxi Mühlner (Coronainfektion) und Marieke Blase (Quarantäne) angetretenen Gäste zunächst nicht nur gut mitgehalten, sondern lagen nach acht Minuten sogar noch mit 6:5 in Führung. Die Südwaldeckerinnen, bei denen Bremmer auf einen Abwehr-/Angriffwechsel verzichtete, spielten beim haushohen Favoriten unbelastet auf und lieferten sich mit dem BVB einen munteren Schlagabtausch.

Angeführt von der guten Halbrechten Jana Scheib, „sie hat sehr stark gespielt, bis ihr die Kräfte ausgingen“, so Bremmer, die mit der Halblinken Munia Smits bis zur 13. Minute den Abwehrinnenblock bildete, war Bad Wildungen die über fünfeinhalbwöchige Spielpause überhaupt nicht anzumerken. So sah sich Dortmunds Trainer André Fuhr nach dem Rückstand zu einer frühen Auszeit gezwungen. Die zeigte Wirkung.

Nach zwei Fehlern der für Smits nach einer Zeitstrafe eingewechselten Larissa Platen und drei Treffern der pfeilschnellen spanischen Nationallinksaußen Jennifer Gutierrez Bermejo führte die Borussia mit 9:6 (13.). Mit ihrer direkt folgenden Auszeit brachte Bremmer ihre Mannschaft aber wieder auf Kurs. Trotz zweier Fehlwürfe der schwachen Platen schlugen die Vipers nach dem 8:10 (16.) zurück. Sie glichen nach einem Siebenmeter von Spielmacherin Maxime Struijs, die alle acht Strafwürfe der HSG sicher verwandelte, und einen Tempogegenstoßtor von Kreisläuferin Annika Ingenpaß zum 10:10 nach 17 Minuten aus.

Nach dem 12:11 (20.) bestrafte der BVB die Abschlussschwäche der Gäste, bei denen Struijs abbaute und die drei Halblinken Smits, Platen und Sabine Heusdens „nicht gut waren“, so Bremmer, mit seinen insgesamt elf Gegenstoßtoren vor der Pause gnadenlos. Dortmund zog auf 17:11 (24.) davon, bevor Alina Otto mit dem 12:17 (27.) die fast siebenminütige Torflaute der Gäste beendete.

War die Partie schon beim 19:12 zur Halbzeit entschieden, drohte der HSG beim 21:12 (33.), dem 27:17 (43.) und dem 31:20 (51.) ein Debakel, was die Vipers aber nicht zuließen. „Wir haben in der normalen Abwehr überraschend gut gestanden, auch weil wir wohl 18 Tore durch Tempogegenstöße kassiert haben“, analysierte Bremmer nach dem Spiel mit „Höhen und Tiefen“ treffend. (jh)

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