Im Handball-Duell zwischen Baunatal und Vellmar stehen zwei Trainer und zwei Brüder im Mittelpunkt

Derby mit speziellen Vorzeichen

Will in seinem ersten Nordhessen-Derby den Takt vorgeben: HSG-Trainer Daniel Untermann. Archivfoto: Schachtschneider

Baunatal/ Vellmar. Spielt er oder spielt er nicht? Für Daniel Untermann ist dies kein Thema. Aus verschiedenen Gründen. So möchte der Trainer von Handball-Oberligist HSG Baunatal das Derby gegen den TSV Vellmar (Sonntag, 17 Uhr, Rundsporthalle) „nicht vordergründig auf das Duell mit meinem Bruder reduzieren“. Jener Bruder heißt Stephan, trägt das Trikot der Vellmarer und könnte zum Zuschauen verurteilt sein, wenn seine Verletzung nicht auskuriert ist. Doch daran glaubt Daniel ganz und gar nicht: „Er wird schon spielen.“ Kein Thema also.

Spekuliert der HSG-Trainer richtig, so kommt es zur Premiere. Denn noch nie standen sich die aus Berlin stammenden Brüder bisher gegenüber. Doch für Daniel Untermann steht anderes im Vordergrund. „Das hat mit Familie nichts zu tun. Wenn wir gegen Vellmar und danach in Gensungen nicht gewinnen, stehen wir mit dem Rücken zur Wand.“ Bei acht Punkten Rückstand auf den womöglich rettenden zwölften Platz ist die Lage der HSG jetzt schon prekär. Umso mehr hofft Daniel Untermann, dass nach acht Niederlagen in Serie „durch das Derby Dinge freigesetzt werden, die den Knoten zum Platzen bringen“.

Stefan Harbusch fehlt wegen einer Handverletzung noch länger. Dafür kann Fabian Struif erstmals mitwirken. Zuversichtlich stimmt den Trainer auch, dass mit Chris Treutler „einer der Erfahrenen allmählich aus sich herausgeht und die Führungsrolle beansprucht“.

Ein Spiel wie jedes andere ist das Derby angeblich auch für Stephan Untermann. Zumal die Vellmarer nach vier Niederlagen selbst Druck verspüren. „Wenn wir da nicht punkten, wo dann?“, sagt der Kreisläufer im Bewusstsein, dass es eventuell nicht bei zwei Absteigern bleibt und der TSV als Siebter nur um zwei Zähler vor dem Drittletzten liegt. „Aber eigentlich sind wir gut genug, um uns im Mittelfeld zu etablieren.“

Das glaubt auch Gunnar Kliesch. „Wir wollen unsere positive Tendenz fortsetzen“, betont der bis vor wenigen Monaten noch bei den Baunatalern verantwortliche jetzige Trainer der Vellmarer. Für ihn steht die Partie daher unter ganz besonderen Vorzeichen: „Ich freue mich trotz gemischter Gefühle riesig auf das Derby. Immerhin war ich dreieinhalb Jahre lang bei der HSG tätig und habe das Team aufgebaut.“

Keinesfalls misst Kliesch den Gegner am Tabellenstand. „Gegen den früheren Trainer werden sie sich ein Bein ausreißen und nach dem letzten Strohhalm greifen“, glaubt er nicht an leichtes Spiel: „Das wird ein ganz heißer Tanz.“

Zum Vorteil könnte es dem TSV gereichen, dass Kliesch die HSG bestens kennt. „Wir werden uns auf sie einstellen und vor allem ihr Tempospiel einschränken.“ Archivfoto: Koch

Von Wolfgang Bauscher

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.