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Die Startphase hinbekommen: Wildunger Vipers hoffen in Leverkusen auf Zählbares

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Starke Außenseiterinnen: Thea Oby-Olsen (Bild) und Maksi Pallas sind momentan in guter Form und beleben das Wildunger Spiel über die Flügel. Das Duo will auch in Leverkusen wieder seine Tore aus den spitzesten Winkeln machen.
Starke Außenseiterinnen: Thea Oby-Olsen (Bild) und Maksi Pallas sind momentan in guter Form und beleben das Wildunger Spiel über die Flügel. Das Duo will auch in Leverkusen wieder seine Tore aus den spitzesten Winkeln machen. © malafo

So viel gegeben gegen den Thüringer HC und nichts dafür bekommen. Solche Niederlagen können etwas länger in den Kleidern hängen bleiben, deshalb ist es gut dass die Wildunger Vipers am Sonntag (16 Uhr) in Leverkusen antreten.

Bad Wildungen – Eigentlich spielen beide Teams seit Jahren auf Augenhöhe, das ist auch diesmal nicht anders, aber es kommt schon eine kleine Wundertüte auf die Mannschaft von Trainerin Tessa Bremmer zu, bei der man nicht weiß, was da am Sonntag so alles drin sein wird. Leverkusen schlug Metzingen, verlor deutlich gegen Zwickau und hatte dann den Überflieger Bietigheim im Pokal am Rande der Niederlage.

Diese Schwankungen beim kommenden Gegner erklärt sich Bremmer neben dem niedrigen Altersdurchschnitt im Leverkusener Team auch durch deren Krankheits- und Verletzungspech. Dennoch spielen diese Hochs und Tiefs für die Vipers Trainerin in ihrem Matchplan durchaus eine Rolle. „Leverkusen wirkte in manchen Spielen anfangs recht uneingespielt, deswegen könnte die Startphase schon spielentscheidend sein, wenn wir gut reinkommen und wir Leverkusen nicht gut reinlassen, haben wir schon 80 Prozent geschafft.“

Bremmer: Wir müssen gut verteidigen

Dafür sei vor allem eine gute Abwehrleistung ihrer Mannschaft notwendig, denn Leverkusen könne durchaus eine Wucht im Angriff entwickeln. Sie haben mit der 35 Jahre alten Lettin Zivil Yurgutyte in der Rückraummitte eine sehr erfahrene und abgezockte Spielerin, die umgeben sei von vielen jungen Spielerinnen. „Leverkusen hat eine sehr homogene Mannschaft, die müssen wir durcheinander bringen“, sagt Bremmer.

Personell sieht es im Wildunger Kader weiterhin gut aus. Für manche Spielerinnen fast zu gut, denn sie haben in den letzten Partien keine bis wenig Spielzeit erhalten, wie etwa die beiden Außenspielerinnen Julia Symanzik und Maren Gajewski. „Es tut mir fast leid um die beiden, denn sie zeigen gute Trainingsleistungen, haben aber momentan das Pech, dass ihre Konkurrentinnen auf den Außenpositionen, Maksi Pallas und Thea Oby-Olsen, so gut drauf sind“, sagt die Trainerin, die aber weiß, wie Formkurven in einer Saison verlaufen können und daher sicher ist, dass diese Spielerinnen auch noch ihre Spielzeiten bekommen werden.

Wenn morgen der Anwurf in Leverkusen erfolgt, findet zur gleichen Zeitpunkt der Anstoss beim Finale der Fußball-WM in Katar statt. Da stellt sich schon die Frage, ob die Handballerinnen mittlerweile so selbstbewusst sind, um gegen diese starke Konkurrenz zeitgleich ein Spiel anzusetzen?

Bremmer hat darauf eine ortsspezifische Antwort: „Ob WM-Finale oder nicht, in Leverkusen sind eigentlich immer nur wenige Zuschauer, deshalb bin ich froh, dass unsere Fans mit einem Bus mitkommen.“ Mit dem WM-Finale könnte es diesmal für die Vipers sogar ein Heimspiel am Rhein werden.

Petersson: „Die Tagesform wird entscheiden“

Der Kopf einer Sportlerin sollte genauso gut trainiert sein wie ihr Körper. Diese Meinung vertritt der Leverkusener Coach Johan Petersson. Sein junges Team – 13 von 20 Spielerinnen sind zwischen 18 und 22 Jahre alt – sei mental anfangs noch nicht auf Bundesliganiveau gewesen, sagt der Schwede.

„Wir hatten und haben noch immer Probleme mit dem Druck.“ So habe sein Team gegen gute Mannschaften gewonnen, weil man gegen sie eigentlich nichts zu verlieren gehabt habe und gegen Teams, die in der Tabelle unten stehen, teilweise sogar verloren, weil in diesen Spielen der Druck des Gewinnenmüssens höher sei.

Diese Situation kommt erneut auf das Team zu, wenn es gegen die Vipers geht. „Wir haben schon dazu gelernt“, betont Petersson und alles laufe in eine gute Richtung. „Die jungen Spielerinnen müssen aber noch lernen, in jedem Spiel ihre Topleistung abzurufen und nicht ab und zu.“

Der Coach freut sich, dass sein Team die anfänglichen Probleme in der Abwehr gut in den Griff bekommen hat und „im Angriff läuft es eigentlich gut, 28 Tore im Schnitt sind okay.“

Die Vipers beschreibt Petersson als einen „sehr unangenehmen Gegner, der seine Sache momentan richtig gut macht“. Der Coach rechnet damit, dass die Tagesform in diesem Spiel über Sieg und Niederlage entscheiden wird. rsm

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