BVB: Handballerinnen steigen auf

Der neue Star des BVB: Nationalspielerin Nadjy Nadgornaja, die vom Deutschen Meister zum Aufsteiger wechselt. Foto: dpa

Dortmund. Nein, als Favorit sieht sie ihre Mannschaft nicht. Obwohl der BVB Dortmund als Titelverteidiger des Heinrich Horn-Gedächtnisturniers und als frischgebackener Handball-Erstligist anreist.

Trotzdem bleibt Trainerin Ildiko Barna zurückhaltend: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Die anderen Erstligisten sind in der Vorbereitung schon weiter und auch wesentlich eingespielter.“

Was ihre Vorfreude auf eine Rückkehr nach Nordhessen, wo die ehemalige ungarische Nationalspielerin als Spielertrainerin eine der Protagonisten der Zweitliga-Zeiten von Eintracht Baunatal war und wo sie als Trainerin Germania Fritzlar vor dem Abstieg aus der 3. Liga rettete (2010/2011), nicht schmälert. Dort will die 54-Jährige „Fortschritte“ sehen. Eines teilweise neuformierten Teams, das immer noch unter der „unglaublichen Verletztenmisere“ der letzten Saison leidet, die die „Mission Aufstieg“ ziemlich schwierig gestaltete. Am Ende hatte der BVB als Tabellenzweiter gerade mal einen Punkt Vorsprung auf den Dritte Zwickau.

„Das war eine ganz schwere Saison, denn die Mannschaft wurde ständig durcheinander gewürfelt“, blickt Ildiko Barna zurück. Sie musste während der Spielzeit sechs nachverpflichtete Spielerinnen integrieren, war angesichts des nie nachlassenden Verletzungspechs hauptsächlich als Psychologin gefragt: „Ich musste die Stimmung hoch halten und den verbliebenen Spielern die Angst nehmen, sich auch zu verletzen.“ Nun kommen sie nach und nach zurück, sind aber noch nicht (voll) einsatzfähig wie die vor einem Jahr überragende Linkshänderin Rafika Ettaqi, die Ungarin Virag Vaszari, Rückraumspielerin Carolin Schmele oder Torfrau Mandy Burrekers.

Diese leidvollen Erfahrungen sowie die gewachsenen Anforderungen an die Spielerinnen im Oberhaus spiegeln sich in der Einkaufspolitik wieder: Gleich sechs Neuzugänge schlossen sich dem Neuling an, davon drei mit internationaler Erfahrung. Der größte Coup ist sicherlich Nadjy Nadgornaja, 65-fache deutsche Nationalspielerin, die vom Thüringer HC kommt, mit dem die Rückraumspielerin in den letzten fünf Jahren Deutscher Meister wurde. Mit Torfrau Clara Woltering und Kreisläuferin Anne Müller (noch verletzt) kommen zwei weitere Nationalspielerinnen hinzu.

Das dürfte die Basis zum angestrebten frühzeitigen Klassenerhalt sein, zumal auch die weiteren „Neuen“ Qualität versprechen: Kjersti Salberg, norwegische Nationalspielerin vom VfL Oldenburg, die Ex-Weibernerin Nadja Zimmermann sowie die ungarischen Talente Annamaria Ferenczi (Tor) und Sarolta Selmeci. Die Junioren-Nationalspielerin aus Szeged muss aufgrund Ettaquis Ausfall in Melsungen bereits im rechten Rückraum ran.

Durchaus beträchtliche Investitionen, die auf ein gewachsenes Renommee im Gesamtverein schließen lassen. Und darauf, dass BVB-Präsident Reinhard Rauball mit der Absicht ernst macht, die Handballdamen ähnlich wie Bundesliga-Rivale Bayern München seine Basketballer zu fördern. Auch wenn Ildiko Barna weiß, „dass wir immer die kleine Schwester vom großen Bruder bleiben werden.“ Was eigene Erfolge keineswegs ausschließt.

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