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Dramatisches Fernduell der MT II mit Pohlheim

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Von: Ralf Ohm

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Rechtzeitig zum Saisonfinale wieder fit: MT-Rechtsaußen Julian Fuchs, der hier Maß nimmt. Auf den Linkshänder kann Trainer Sviridenko auch in der 5:1-Deckung bauen.
Rechtzeitig zum Saisonfinale wieder fit: MT-Rechtsaußen Julian Fuchs, der hier Maß nimmt. Auf den Linkshänder kann Trainer Sviridenko auch in der 5:1-Deckung bauen. © Richard Kasiewicz

Aus der (Corona-) Not geboren musste der aktuelle Modus der Handball-Oberliga im Laufe der Saison viel Kritik einstecken. Und hat nun, allen Unkenrufen zum Trotz, ein (allerdings zeitversetztes) Finale á la Hitchcock zu bieten, wenn am letzten Spieltag im Fernduell die Entscheidung über den Aufsteiger fällt.

Melsungen/Offenbach - Die Hauptdarsteller sind: die Aufstiegsaspiranten HSG Pohlheim (1.) und Verfolger MT Melsungen II (2.) sowie die TSG Offenbach-Bürgel (3.) und TuSpo Obernburg als mögliche Zünglein an der Waage.

HSG Pohlheim

Auf einmal ist er da. So groß wie nie zuvor. Der Druck, den sich die HSG Pohlheim eigentlich vor dem letzten entscheidenden Spiel gegen den TuSpo Obernburg (Sa. 20 Uhr Sporthalle Holzheim) ersparen wollte. „Nun müssen wir liefern“, weiß HSG-Trainer Dapper, dass es nach dem 25:26 im letzten Spiel bei Offenbach-Bürgel nur noch diesen einen Matchball zum Aufstieg gibt.

Dabei hat die Lockerheit des Tabellenführers schon seit einigen Spielen gelitten - je näher das große, selbst gesteckte Ziel rückte. Auf der anderen Seite freut sich die Mannschaft laut Jens Dapper auf ein volles Haus mit mehr als 500 Zuschauern. Und auf die Aussicht, mit denen zusammen den Aufstieg feiern zu können.

TuSpo Obernburg

Den ersten Teil seiner „Mission“, die MT Melsungen II als Zünglein an der Waage doch noch an die Tabellenspitze hieven zu können, hat der Tabellenvierte trotz großen Widerstandes erfüllt: Die Bartenwetzer konnten sich am letzten Wochenende beim Tabellenvierten letztlich sicher mit 27:23 durchzusetzen. Und wurden gleich danach vom Sieger stark geredet. „Jetzt wird‘s noch mal richtig heiß“, glaubt MT-Rückraumspieler David Kuntscher daran, dass die Unterfranken die Mittelhessen überraschen können.

Für Obernburgs Co-Trainer Philipp Wollbeck „eine richtig schwierige Aufgabe“, aber unter den aktuellen Voraussetzungen auch „nicht unmöglich“. Denn: Seine Mannschaft kann frei aufspielen, seine Schützlinge haben es Pohlheim schon im Hinspiel (24:27) schwer gemacht und Rückraumspieler Thomas Keck sowie Torwart Löffelmann, die auch den Melsungern einige Rätsel aufgaben, sind in Topform.

MT Melsungen II

Das gilt in der Schlussphase der Saison für die gesamte Melsunger Mannschaft. Die Akteure haben die Spielfreude wieder entdeckt. Brennen im Training und im Spiel. Linkshänder Jan Grolla ist geradezu „explodiert“ und personifiziert wie Lenker und Denker Max Pregler das kollektive Durchstarten, das nun gegen die TSG Offenbach-Bürgel (Sa. 16.30 Uhr Kreissporthalle Guxhagen) in eine Revanche für die 26:29-Hinspielniederlage münden soll. Die absolut notwendige Voraussetzung, um bei einem Patzer Pohlheims zur Stelle zu sein und doch noch den Aufstieg in die 3. Liga zu schaffen.

Dazu gilt es insbesondere das torgefährliche Rückraumduo Lenort/Cohen, das im ersten Vergleich 14 Mal traf, auszuschalten. Also liebäugelt Trainer Georgi Sviridenko, der zum letzten Mal auf der Bank der MT-Reserve sitzen wird (wir berichteten), mit einer 5:1-Deckung. Zumal als „Indianer“ zusätzlich zum zuletzt bärenstarken Ben Beekmann Julian Fuchs wieder zur Verfügung steht. Neben Florian Weiß, Jannik Büde und Paul Kompenhans fällt auch Rohat Sahin wegen eines Lehrgangs mit der Schweizer Nationalmannschaft aus.

TSG Offenbach-Bürgel

Die Südhessen sind der Favoritenschreck. Haben neben Melsungen zuhause auch Pohlheim geschlagen. Eine Rolle, die Trainer Sokicic nicht unbedingt glücklich macht, denn eigentlich wollte auch die TSG nach oben. Immerhin: Der zweite Platz ist - bei einem Sieg in Melsungen - noch drin. „Und der ist besser als der dritte“, sagt Marko Sokicic und glaubt deshalb, seine Mannschaft noch mal so richtig motivieren zu können. Gewiss ist, das die TSG in Bestbesetzung anreist. Ein Indiz dafür, dass die MT nur mit einer starken Leistung ihre Aufstiegschance wahren kann. (Ralf Ohm)

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