Handball

Ein Abstieg, der die TG Wehlheiden ins Mark trifft

Zum Heulen: Danny Körber und Handball-Landesligist TG Wehlheiden wurden durch das vorzeitige Saisonende um die Chance gebracht, den Abstieg in den verbleibenden sechs Partien noch abzuwenden.
+
Zum Heulen: Danny Körber und Handball-Landesligist TG Wehlheiden wurden durch das vorzeitige Saisonende um die Chance gebracht, den Abstieg in den verbleibenden sechs Partien noch abzuwenden. Foto: Andreas Fischer

Abgestiegen, obwohl in de verbleibenden Spielen der Klassenerhalt noch drin war. Der Abbruch der Handball-Saison trifft die TG Wehlheiden hart. 

Hätte man ihn am Freitag vor einer Woche befragt, wäre Sebastian Kühn sprachlos gewesen. Zu hart hatte den Handball-Abteilungsleiter der TG Wehlheiden das vorzeitige Saisonende und der damit verbundene Abstieg aus der Landesliga getroffen. Denn schließlich wären dem Vorletzten sechs Spiele geblieben, um das Schicksal noch abzuwenden.

„Nun hatte ich Zeit zu überlegen, wie wir mit dem Katastrophenfall umgehen und sehe das etwas nüchterner“, sagt Kühn. Was nicht heißen soll, dass ihn der Abstieg nicht doch ins Mark trifft. Aber: „So schlimm es auch für uns ist, der Verband musste handeln. Der Abbruch war richtig. Keiner hätte gewusst, wie es weitergeht.“

Als bitter empfindet Kühn das Saisonende auch für sich persönlich. „Ich bin zweimal als Spieler aus der Landesliga abgestiegen, weil der Verein das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt hatte. Und jetzt im zweiten Jahr als Abteilungsleiter so ’ne Nummer“, ist er fassungslos. Aufgeben wird er nicht. Zumal Wehlheiden vom Pech verfolgt war. „Weil unsere Königstorhalle saniert wird, hatten wir nur zwei Trainingszeiten pro Woche. Und das nicht einmal am Spielort Waldau“, sagt er. Noch gravierender war das Verletzungspech. Leistungsträger wie Nicolas Bachmann und Marius Krug fehlten lange wegen Verletzungen. Angesichts dessen habe das Team „noch viel rausgeholt“.

So glaubt Kühn auch, dass die TGW eine Chance hatte, den Abstieg abzuwenden. „Die Jungs waren heiß. Mit einem Sieg am vorigen Samstag zuhause gegen Hünfeld wären wir bis auf einen Punkt dran gewesen. Danach hätten wir mehrere Gegner gehabt, für die es um nicht mehr viel ging“, sagt er.

Sebastian KühnAbteilungsleiter

Wenig tröstlich ist es für die Wehlheider, dass sie nicht als einzige unter dem vorzeitigen Saisonende leiden. „Es betriff ja viele Teams bis in die untersten Ligen. Aus der B-Klasse steigt eine Mannschaft als Zweiter auf, weil sie drei Spiele mehr absolviert hat als der Dritte“, berichtet Kühn. Auch finanziell seien die Klubs betroffen. „Es trifft uns hart, wenn Einnahmen wegfallen.“ Zumal auch andere Quellen versiegt seien: „Der TSV Heiligenrode erzielt einen großen Teil seines Etats aus seinem Ball, der Grün-Weißen Nacht.“

Den ersten Schock schüttelte die TGW inzwischen ab. „Zunächst waren alle wie vor den Kopf gestoßen und mussten das sacken lassen. Da mussten wir Aufbauarbeit leisten“, sagt Kühn.

Ausfallen muss bedauerlicherweise auch die gewohnte Feier nach dem letzten Spiel, das am 25. April stattgefunden hätte. „Wir brauchen aber einen Abschluss. Dafür ist nun ein Sommerfest geplant. Es ist uns schließlich auch wichtig, Spieler zu ehren und zu verabschieden“, sagt Kühn.

Immerhin habe der Verein seine Hausaufgaben gemacht und schon für die nächste Serie gearbeitet. „Wir haben einen Kader zusammen und greifen wieder an. Handball wird in Wehlheiden weiter gespielt. Zumal die Abteilung dann 100. Geburtstag feiert.“ Dazu passend äußert Kühn seine Hoffnung, fast schon eine Ansage an die Konkurrenz: „Wir sind jetzt Rekordabsteiger aus der Landesliga. Im nächsten Jahr wollen wir Rekordaufsteiger sein.“ Foto: privat/nh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.