Talentiertes Duo des NHC hat hohe Ziele

Björn Dörflinger und Sebastian Bialas: Zwei Northeimer Handballer auf dem Weg nach oben

Björn Dörflinger (links) und Sebastian Bialas vom Northeimer HC. Sie haben ihr Trikot der niedersächsischen Landesauswahl in den Händen.
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Den Sprung ins Team Niedersachsen haben Björn Dörflinger (links) und Sebastian Bialas vom Northeimer HC bereits geschafft. Doch damit soll nicht Schluss sein. Beide haben noch mehr vor - und das Zeug dazu.

Talente gibt es einige in den Reihen des Northeimer HC. Zwei Spieler mit reichlich Potenzial sind beispielsweise Björn Dörflinger und Sebastian Bialas.

Northeim - Hier ein Doppel-Interview mit dem Duo, in dem Dörflinger und Bialas, die zur Landesauswahl des Jahrgangs 2005 gehören und aktuell darum kämpfen, im März bei der Sichtung für den DHB-Kader vorgestellt zu werden, zu verschiedensten Themen Stellung bezogen haben.

Wie seid Ihr zum Handball gekommen?

Sebastian Bialas: Das war so vor zehn Jahren. Ich muss ungefähr fünf gewesen sein. Heike Echter, die damalige Übungsleiterin der Minis beim NHC, die auch in Hillerse wohnt, hat mich einfach mal zum Training mitgenommen. Das hat mir gefallen und ich bin am Ball geblieben.

Björn Dörflinger: Bei mir ist das acht oder achteinhalb Jahre her. Damals war das Fußballspielen bei uns in der Grundschule in Höckelheim verboten. Keine Ahnung, warum. Handball durften wir aber spielen. Damit war die Entscheidung gefallen.

Ihr spielt, wenn Corona es zulässt, in der B-Jugend des Northeimer HC in der Oberliga-Vorrunde. Hinzu kommen Trainingseinheiten mit der Landesauswahl und so weiter. Nicht zu vergessen die Schule. Eine Menge Aufwand, oder?

Bialas: Ja, das schon. Aber es macht uns ja Spaß. Sonst würden wir das nicht alles auf uns nehmen. Wenn alles normal läuft, trainieren wir im Prinzip jeden Tag für jeweils zwei bis drei Stunden. Das geht nur, weil zwei Einheiten pro Woche während der Schulzeit stattfinden. Da macht das Corvi als Partnerschule des Leistungssports wirklich viel möglich.

Und am Wochenende stehen die Spiele auf dem Programm. Kommt die Freizeit nicht zu kurz?

Dörflinger: Nein, das denke ich nicht. Ich trainiere beispielsweise auch noch bei der A-Jugend mit. Freizeit oder andere Hobbys bleiben trotzdem nicht auf der Strecke. Das passt alles.

Wer so viel Zeit und Arbeit in den Handball investiert, hat doch sicher hohe Ziele. Wie sieht’s bei Euch aus?

Dörflinger: An erster Stelle steht die Schule. Das Abitur wollen wir natürlich beide machen, um eine gute Ausbildung in der Hinterhand zu haben. Das hat ganz klar Priorität. Trotzdem will ich als Handball-Torwart so viel erreichen wie möglich - ganz klar. Ein konkretes Ziel zu nennen, ist schwierig. Vielleicht die 2. Liga, vielleicht sogar die 1. Liga. Der Traum ist natürlich schon, eines Tages Profi zu werden.

Bialas: Bei mir ist es ähnlich. Die Schule ist weiterhin sehr wichtig. Wenn es dann aber irgendwann Möglichkeiten gibt, als Handballer einen Schritt nach vorn zu machen, dann muss man alles genau abwägen und überlegen, was man macht.

Mit Glenn-Louis Eggert, dem Torwart der 1. NHC-Mannschaft, habt Ihr ja sogar ein Paradebeispiel im Verein, der gezeigt hat, wie der Weg aus Moringen über Melsungen und Northeim in die Junioren-Nationalmannschaft führen kann.

Dörflinger: Ja, genau. Und das auch noch auf meiner Position. Er hat gezeigt, wie es funktionieren kann.

Seit mindestens einem Dreivierteljahr kommt man am Thema Corona nicht vorbei, wenn man über Mannschaftssport spricht. Wie war das damals für euch, als alles begann?

Bialas: Das war wie von 100 auf 0. Erstmal lief gar nichts mehr - auch handballerisch. Jeder hat sich selbst fit gehalten, wenn er wollte. Die Vorbereitung für die neue Serie war fast wieder normal. Im Sommer war das ja möglich. Wir haben viel mit dem Ball gemacht. Gerade das hatte in den Monaten vorher schließlich komplett gefehlt.

Jetzt ist die Saison schon wieder gut zwei Monate unterbrochen. Was glaubt Ihr, wie es weitergeht?

Bialas: Meiner Meinung nach sollte die Saison abgebrochen werden. Alles andere würde für mich zu viel Risiko bedeuten.. Niemand weiß, wann und wie es irgendwann weitergehen könnte. Ganz ehrlich: Mir und Björn würde es mehr bringen, wenn wir uns hier zwei Mal die Woche in der Halle treffen dürften und uns gegenseitig die Bälle um die Ohren werfen.

Dörflinger: Absolut. Wir hängen total in der Luft. Das ist für alle eine schwere Zeit, in der jeder zurückstecken muss. Gar keine Frage. Aber sportlich ist das doch alles Pustekuchen.

Und in so einer Zeit soll in zwei Wochen die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten beginnen.

Bialas: Die WM macht in der aktuellen Lage für mich keinen Sinn, viel zu viel Risiko.

Dörflinger: Ich kann jede einzelne Absage der nominierten Spieler nachvollziehen. Selbst in der 1. Bundesliga fallen immer wieder Spiele wegen Corona aus. Wie kann man da auf die Idee kommen, jetzt die Nationalmannschaften rund um den Globus zu schicken, um genau jetzt eine WM zu spielen? Für mich völlig unverständlich.

Verfolgt Ihr das Geschehen in der 1. Bundesliga?

Bialas: Ja, ich finde das auf jeden Fall interessant. Früher fand ich Kiel richtig gut. Jungs wie Domagoj Duvnjak sind klasse. Heute gucke ich auch ziemlich genau auf Hannover-Burgdorf. Da ist zum Beispiel mit Justus Fischer ein Spieler dabei, der auch nur ein bisschen älter ist als ich. Und dem fehlt nicht viel, um den Sprung in die 1. Mannschaft zu schaffen. (Marco Washausen)

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