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Ein zweite Halbzeit zum Vergessen: Wildunger Vipers unterliegen Buxtehude 22:36

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Handballerinnen
Na, gib schon her: Marieke Blase (rechts) und Anika Hampel bemühen sich nach Leibeskräften, um der besten Buxtehuderin Annika Lott den Ball abzunehmen. © Felix Schlikis

Schnell in den Rhythmus kommen, dann sei für die Wildunger Handballerinnen auch etwas möglich im DHB-Pokal-Viertelfinale beim Buxtehuder SV.

Buxtehude – Dieser Wunsch von Vipers-Trainerin Tessa Bremmer ging sogar in Erfüllung, aber trotzdem unterlag ihre Mannschaft dem Tabellensechsten der Bundesliga deutlich mit 22:36 (12:15).

Die Wildungerinnen ließen ihren Spielrhythmus nämlich in der Halbzeit in der Kabine liegen und dazu einiges mehr. Die Offensivkraft kam nicht mit zurück aufs Feld und auch in der Abwehr blieben plötzlich zu viele Lücken offen.

Es dauerte zwar vier Minuten bis die Vipers ihr erstes Tor erzielten, aber dann zeigten sie ihren Gegnerinnen, dass der Weg ins Final4 heute nicht leicht für sie werden sollte. Mit ihrer variablen Deckung in 5:1 oder 4:2 bereiteten sie dem BSV Probleme und auch im Angriffsspiel hatte das Bundesliga-Schlusslicht kleine taktische Hürden für Buxtehude aufgebaut, etwa die Doppelkreisläuferin. „Das hat uns anfangs schon Schwierigkeiten bereitet“, gab BSV-Trainer Dirk Leun zu.

Ein weiterer positiver Aspekt im Wildunger Spiel war auch, dass die ersten acht Tore auf das Konto von sieben verschiedenen Spielerinnen gingen. Die Lasten und der Druck schienen dadurch gut verteilt zu sein. Die Vipers zeigten in der ersten Halbzeit auch mentale Stärke. Sie holten zweimal einen Drei-Tore-Rückstand auf und ließen sich durch verworfene Siebenmeter nicht aus der Bahn werfen.

Doch dann streuten die Vipers wie in so vielen Spielen in dieser Saison wieder ihre dollen, wilden fünf Minuten ein. Darin enthalten ist oft eine Zwei-Minuten-Strafe, die holte sich diesmal Jolina Huhnstock ab, überhastetes Spiel, kein Glück und viel Pech, Smits trifft die Latte. Und so wird aus einem 11:11 in so kurzer Zeit noch ein 12:15 Pausenstand. „Na, das wird noch eine harte Nuss, die die Buxis hier knacken müssen, vermutete nicht nur der TV-Reporter einen spannenden zweiten Durchgang.

Aber es kam anders. Was die Vipers nun den rund 200 Zuschauern anboten, glich sehr schnell einem Klassenunterschied. Ihnen gelangen bis zu 50. Minute nur vier Tore und sie mussten in dieser Zeit zwölf Gegentreffer hinnehmen. 27:16 - der Final4-Zug war schon längst ohne die Wildungerinnen abgefahren.

Was ist hier schiefgelaufen? Bremmer gibt eine deutliche Antwort: „Einige Spielerinnen haben sich nicht an die Absprachen gehalten, die wir in der Halbzeit besprochen hatten.“ Es ehrt die Trainerin, denn sie könnte sich auch hinten den vielen Corona-Kranken verstecken, das Virus hatte die Teamarbeit in den vergangenen Tagen lahmgelegt. „Klar, vielleicht hatten einige meiner Spielerinnen etwas weniger Luft als vor der Krankheit, aber daran lag es heute nicht“, betonte Bremmer. Keine ihrer Spielerinnen hätte in diesem wichtigen Spiel mehr als 70 Prozent ihres Leistungsvermögens abgerufen.

Während die Trainerin nur für Marike Blase ein Lob übrig hat, „sie findet immer besser in ihr Spiel“, nimmt sie eine Spielerin auch in Schutz: Jana Scheib. Sie ist derzeit nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Rückraumspielerin erzielt kaum noch Tore und nimmt bisweilen Würfe, die wie Verzweiflungstaten aussehen. Außerdem unterlaufen ihr auch immer wieder haarsträubende individuelle Abspielfehler. „Jana ist noch jung, da ist ein Formtief auch normal“, betont Bremmer und sie ist davon überzeugt, dass Scheib in dieser Saison „ noch wichtige Tore für uns erzielen wird“.

In einer ähnlich schwachen Form präsentiert sich derzeit Nationalspielerin Annika Ingenpaß am Kreis. Die Ausfälle dieser Spielerinnen kann sich der Vipers-Kader eigentlich nicht leisten. Doch wo steht die Zapfsäule, aus der man Selbstvertrauen tanken kann? (rsm)

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