Handball-Bundesliga der Frauen

Eine unverdiente Niederlage: Vipers 32:33 gegen HSG Bensheim

 Die Bad Wildunger Spielmacherin Maxime Struijs (Mitte)  und die Bensheimerinnen Lisa Friedberger (links) und Simone Spur Petersen .
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Attackiert: Die Bad Wildunger Spielmacherin Maxime Struijs (Mitte) wird von den Bensheimerinnen Lisa Friedberger (links) und Simone Spur Petersen angegriffen.

Als Helen van Beurden den direkten Freiwurf von Sabine Heusdens in der Schlusssekunde locker abfing, war die 32:33 (19:19)-Niederlage der HSG Bad Wildungen gegen die HSG Bensheim/Auerbach perfekt.

Bad Wildungen – Nachdem sich beide Erstligahandballteams zuvor ein packendes Hessenderby geliefert hatte, das keinen Verlierer verdient hatten, war die Enttäuschung bei den Vipers natürlich groß. Linksaußen Anna-Maria Spielvogel lag noch Minuten nach dem Abpfiff rücklings auf dem Boden der Ense-Halle und starrte fassungslos an die Decke.

„Das war eine extrem bittere und unglückliche Niederlage. Ein Unentschieden wäre zu 100 Prozent das gerechte Ergebnis gewesen“, sagte Bad Wildungens-Trainerin Tessa Bremmer.

Zwar hatte ihr Team beim temporeichen Schlagabtausch zunächst geführt, 2:1 (4.), bevor Bensheim nach dem 3:3 (5.) das Kommando übernahm. Doch die kampfstarken Vipers ließen sich in dem rassigen Derby nicht abschütteln, 9:9 (13.), und hatten beim 17:17 (26.) Pech, dass Jana Scheib nur den Pfosten traf und sie so nicht in Führung gingen.

Frühe Rote Karte gegen Vipers-Spielerin Mühlner

Bis zum 19:19-Pausenstand hatten beide Teams ein sehenswertes Offensivspektakel, das eine ausverkaufte Arena verdient gehabt hätte, geboten, bei dem Alicia Soffel kaum zu stoppen war. Sechs Treffer hatte die hochtalentierte Halblinke bis dahin für Bensheim erzielt und vor allem die offensivstarke Scheib in der Defensive vor große Probleme gestellt.

Dass Abwehrspezialistin Maxi Mühlner, die von Bremmer zunächst den Vorzug vor Annika Ingenpaß am Kreis erhalten hatte, schon nach 23 Minuten nach drei Zeitstrafen die Rote Karte gesehen hatte, mussten die Gastgeberinnen in der von den Angriffsreihen geprägten Begegnung ebenfalls verkraften.

Dennoch drehten sie nach der Pause auf und zogen auf 22:19 (34.) auch dank ihrer nun noch aggressiveren Abwehr davon. Doch auch Bensheim ließ sich nicht abschütteln, sondern glich nicht nur aus, 26:26 (43.), sondern ging sogar nach 54 Minuten mit 31:28 in Führung.

Schwere Verletzung bei Bensheims Bester

Und das, obwohl Soffel eine Minute zuvor mit Verdacht auf eine schwere Knieverletzung vom Feld musste, nachdem sie nach einem Sprungwurf unglücklich aufgekommen war und vor Schmerzen mit den Händen auf den Boden trommelte. „Ihre Verletzung überschattet unseren Sieg“, sagte Gästetrainerin Heike Ahlgrimm. „Alicia war die herausragende Spielerin der Partie“, sagte Bremmer, deren Team selbst nach dem 29:32 (57.) noch aufopferungsvoll kämpfte und nach Scheibs Treffer zum 32:33 56 Sekunden vor Schluss noch einmal auf ein Remis hoffen konnte, auch weil Simone Spur Petersen zwölf Sekunden vor dem Ende an Vipers-Torfrau Manuela Brütsch gescheitert war.

„Bensheim war am Ende cleverer“, sagte Bremmer, die sich über einen passablen Auftritt und fünf Tore bei zwei Fehlwürfen von Rechtsaußen Vanessa Plümer freuen konnte.

Dass die Vipers letztlich verloren, lag auch daran, dass keine ihrer Spielerinnen herausragte.

„Wir müssen die Niederlage nach dem tollen Spiel schnell abhaken“, sagte Bremmer, auch weil die Südwaldeckerinnen bereits am Sonntag (16 Uhr, Ense-Halle) auf Bayer Leverkusen treffen.

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