Kapitän Koch verletzt

ESG Gensungen ereilt beim 30:30 gegen Breckenheim "Fluch der guten Tat"

+
Gesprächsbedarf: Obwohl Jan Hendrik Otto (l.) und Cornelius Feuring konstant trafen, reichte es für Gensungen gegen Breckenheim nur zu einem Punkt. 

Nach dem Rausch folgte der Kater: Ernüchternd war die Vorstellung der ESG Gensungen/Felsberg, die sich in der Handball-Oberliga gegen Neuling HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim mit einem 30:30 (16:15) begnügen musste.

Und dabei nicht an die Galaform vom 34:22 in Bürgel anknüpfen konnte. Als Warnsignal versteht ESG-Coach Arnd Kauffeld den ebenso überraschenden wie verdienten Punktverlust. Aber auch als „Fluch der guten Tat, weil jeder von uns diese Emotionen und Wucht wie in Offenbach erwartete.“ Die gestiegene Erwartungshaltung schien das junge Team vor der imposanten Kulisse von 520 Fans, womit der Spitzenreiter auch bei den Zuschauern wieder Erster ist, zu lähmen.

„Unterbewusst haben wir den Gegner wohl unterschätzt, so selbstkritisch müssen wir sein. Wir sind nicht ins Spiel gekommen und haben den Schalter nicht umlegen können“, bekannte Rückraumspieler Cornelius Feuring. Der Linkshänder hatte mit Siebenmeterspezialist Jan Hendrik Otto noch die beste Quote, zog mehrfach geschickt in die Nahtstellen. Dank vier seiner sieben Treffer legte die ESG ein 3:0 (6.), 6:4 (14.) und 10:8 (21.) vor.

Das reichte jedoch nicht, um sich absetzen zu können. Zum einen, weil Gensungen HSG-Torwart Dennis Quandt warm warf. Viel zu selten spielten die Hausherren ihre technische Überlegenheit aus, gingen kaum ins Eins gegen Eins. So dass sich der „kleine Hexer“ (Zitat Kauffeld) Quandt zum Mann des Abends aufschwang.

Ordnung in der Deckung fehlte

Zum anderen aber auch, weil sich die Gäste nie abschütteln und von nichts beeindrucken ließen. Und einen verletzungsbedingten Ausfall zu nutzen wussten. Kapitän Christoph Koch bekam einen Schlag auf die Hand und konnte nicht mehr helfen. „Uns hat der Anker gefehlt“, wusste Feuring. Ohne den Kreisläufer und phasenweise ohne Franco Rossel, der sich das Knie verdrehte, fehlte dem Tabellenführer Ordnung in der Deckung.

Lücken, die besonders der pfeilschnelle Linksaußen Timo Treber und Rückraumschütze Yannick Mrowietz mit einem 5:0-Lauf zum 19:16 (35.) zu nutzen wussten. „Wir mussten über die Geschwindigkeit sowie eklig über die schnelle Mitte kommen und haben Gensungen immer wieder vor neue Aufgaben gestellt“, lobte HSG-Trainer Gilles Lorenz sein Team.

Doch Mrowietz’ Herrlichkeit fand zwei Minuten später ein jähes Ende. Nach einem harten Einsteigen gegen Rossel kassierte er die Rote Karte. Überschaubar der Nutzen, den die ESG daraus zog. Zwar taute nun Heinrich Wachs auf, glich zum 20:20 aus (40.) und führte den Spitzenreiter zum 27:24 (52.) und 29:27 (55.). Aber weil „Hexer“ Quandt mit spektakulären Flugeinlagen parierte, schlugen die Gäste nochmals zurück – und hatten sogar zwei Chancen zum Sieg. Den verhinderte ESG-Rückhalt Marc Lauterbach mit Extra-Klasse gegen Lukas Crecelius und den freien Jan Walter (60.).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.