Phil Räbiger bleibt in Baunatal – auch wegen Förderlizenz des Bundesligisten

MT fördert Eintracht-Ass

Zweitspielrecht für Räbiger: (Von links) Alexander Fölker (Sportlicher Leiter MT Melsungen), Baunatals Trainer Reiner Wagner, Phil Räbiger und Jens Reinhold (Abteilungsleiter Eintracht Baunatal) schnürten ein nordhessisches Arrangement. Foto: Malmus

baunatal. Plötzlich waren die Krücken weg. Längst hatte sich die Rundsporthalle am Freitagabend nach dem 27:27 (13:10) gegen den HSC Coburg geleert, als Phil Räbiger noch auf der Spielerbank saß. Und als auch der nach seiner Patellasehnen-Operation auf Gehhilfen angewiesene Rückraumspieler von Handball-Drittligist GSV Eintracht Baunatal wegwollte, musste er seine Krücken erst einfordern. Minuten zuvor hatte er sie, ganz der nette Phil, an einige Knirpse verliehen, die damit eine Art Hockey spielten. Als er sie zurückerhielt, konnte er sich endlich aufmachen, um einen besonderen Abend ausklingen lassen.

Seit Freitag ist offiziell, dass Räbiger künftig mit Zweitspielrecht sowohl für die Eintracht als auch für Bundesligist MT Melsungen auflaufen darf. Ermöglicht wird dies durch ein Arrangement beider Klubs, von dem alle Seiten profitieren. „Wir wollen Leute aus der Region einbinden. Die körperlichen Voraussetzungen bei Phil sind da, er hat gute, schnelle Beine und einen guten Wurf, steht aber auch gut in der Deckung“, beschreibt Alexander Fölker, Sportlicher Leiter der MT die Vorzüge des 21-Jährigen. Melsungen fördert zudem den Gensunger Marc Lauterbach und Eigengewächs Max Pregler.

Auch die Eintracht zeigte sich zufrieden über die Vereinbarung und die Perspektive, Räbiger zumindest für ein weiteres Jahr in ihren Reihen zu haben. „Es ging aber nicht in erster Linie um sein Bleiben, sondern darum, die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen zu intensivieren und den nordhessischen Talenten dauerhafte Perspektiven in der Region bieten zu können“, betont Eintracht-Abteilungsleiter Jens Reinhold.

Auf sieben bis acht Trainingseinheiten wird Räbiger kommen, mindestens drei davon, vornehmlich zu Wochenbeginn, in Melsungen. Aber auch sein Lehramtsstudium will der aus Wahnfried Stammende nicht schleifen lassen: „Es gibt keine Priorität, beides muss zusammenlaufen. Aber die Unizeit könnte sich ein wenig verlängern.“

Schon seit Jahren trainiert Räbiger gelegentlich bei der MT mit, Neuland betritt er also nicht. „Ich bin aber froh, dass es jetzt so geklappt hat. Bestimmt kann ich mich gut weiterentwickeln“, meint er. Zumindest ein interessantes Angebot aus der zweiten Bundesliga schlug er aus und freut sich als bodenständiger Mensch auf die vierte Saison bei der Eintracht.

Seine Teamkollegen freilich unterzogen den mitfiebernden Räbiger beim 27:27 gegen die Coburger einer Nervenprobe. Weil sie es in den letzten Minuten der ersten Halbzeit versäumten, ihre 12:7-Führung auszubauen und stattdessen die Franken wieder starkmachten, musste der GSV mit einem Punkt zufrieden sein. Konnte er auch, wie Marvin Gabriel befand: „Ohne Florian Ochmann und Phil Räbiger gegen eine solch starke Mannschaft zu bestehen, ist aller Ehren wert. Und so liegen wir weiter vor Coburg.“

Von Wolfgang Bauscher

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