HANDBALL

Für A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen geht nach Halbfinal-Aus eine Ära zu Ende

Durchgebrochen: Dank seiner Dynamik konnte sich mJSG-Spielmacher Paul Kompenhans (r.), der hier den Berliner Paul Kilias stehen lässt, einige Male in Szene setzen und fünf Treffer erzielen.
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Durchgebrochen: Dank seiner Dynamik konnte sich mJSG-Spielmacher Paul Kompenhans (r.), der hier den Berliner Paul Kilias stehen lässt, einige Male in Szene setzen und fünf Treffer erzielen.

Aus, vorbei. Das letzte Spiel. Nicht nur weil die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der U 19 allzu deutlich an den Füchsen Berlin gescheitert und ausgeschieden war.

Melsungen - Das schmerzte, keine Frage. „Besonders weil wir in diesen zwei Spielen unter unserem Niveau gespielt haben“, wie Torwart Büde bekannte. Die Folge: Zwei Klatschen, ein 26:36 im Hin- und ein 21:34 im Rückspiel, die die Überlegenheit der Jungfüchse „doch etwas zu krass“ (Büde) widerspiegelten.

Noch trauriger als diese beiden Lehrstunden stimmte die heimischen Talente indes die Tatsache, dass sie in dieser Besetzung nie mehr zusammen spielen werden. Vom „Ende einer Ära“ spricht Malvin Haeske in Bezug auf den Übergang in den Seniorenbereich, was aus der Sicht eines Spielers, der als letzter (vor zwei Jahren aus Magdeburg) zum Team stieß, etwas übertrieben anmutet.

Aber nachvollziehbar ist, wenn Ole Pregler, wie Jannik Büde und Benjamin Fitozovic seit acht Jahren dabei, stellvertretend für den Jahrgang 2002 bilanziert: „Wir sind zusammen aufgewachsen, wir haben zusammen gewonnen und verloren, wir haben zusammen gefeiert und geweint, wir sind zusammen erwachsen geworden.“ Und zusammen „durch dick und dünn gegangen“, wie Rene Andrei, der 2014 zur Mannschaft stieß, ergänzt.

So wurden Teamkameraden zu Freunden, die Mannschaft zur „Familie“ (Büde). Zu einer starken Gemeinschaft, in der die Spieler in Corona-Zeiten Halt gefunden und „sich gegenseitig gestützt haben“ (Andrei). „Gekracht hat es bei uns nur beim Fußballspielen“, erklärt Benjamin Fitozovic.

Kreisläufer Hellemann mit Torwartqualitäten

Sportlicher Höhepunkt war die Deutsche B-Jugend-Meisterschaft 2019. „Momente für die Ewigkeit“ für Ole Pregler. Gemeint sind die Jubelszenen nach dem 28:28 im Rückspiel des Finales in Leipzig (das Hinspiel hatte die mJSG mit 27:26 gewonnen). Und der „Aktivurlaub“ danach in Bulgarien. „Aktiv haben wir eigentlich nur gefeiert“, erinnert sich Paul Kompenhans, der danach „ziemlich beschwingt“ mit Ole Pregler zur Jugend-EM nach Baku fuhr.

Weitere Anekdoten aus dem Innenleben der Mannschaft wollen die Jungs nicht preisgeben (Fitozovic: „Die behalten wir lieber für uns“). Außer eine. Als Kreisläufer Lasse Hellemann auf dem Weg zur B-Jugend-Hessenmeisterschaft beim Spiel in Gelnhausen ins Tor musste, weil die etatmäßigen Schlussleute verletzt waren. Und fast die Hälfte aller Bälle hielt. Da strahlt der Blondschopf (seit 2016 dabei) heute noch, zaubert die Erinnerung im Angesicht des ultimativ letzten Spiels sogar einige Tränen in seine Augen.

Und was jetzt? War‘s das mit diesem außergewöhnlichen Team? Ja und nein. „Jeden Tag aufeinander hängen ist wohl nicht mehr, aber wir werden auf jeden Freunde bleiben“, meint Jannik Büde. Und „Malle“ (Marvin Haeske) verspricht, „es noch mal knallen zu lassen“. Bei einer Abschiedsfeier, „einen Abend lang oder vielleicht auch zwei“.

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