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Gensungen bleibt cool und bringt ersten Sieg in der Abstiegsrunde nach Hause

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Von: Ralf Ohm

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Jona Gruber
Jona Gruber © Verein

Jubel bei der ESG Gensungen/Felsberg: Der heimische Handball-Drittligist startete mit einem 33:29-Sieg bei der HSG Eider Harde in die Abstiegsrunde.

Hohn - Gensungens Co-Trainer Mario Schumacher jubelte nach seiner Hüftoperation im Krankenbett der Vitos-Klinik. In der mit 450 Zuschauern ausverkauften Werner-Kurt-Halle in Hohn (die 2419 Seelen-Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde heißt wirklich so) lagen sich derweil 450 Kilometer weiter nördlich 30 mitgereiste Fans der ESG Gensungen/Felsberg freudetrunken in den Armen, um sodann ihren Helden auf dem Parkett zu frönen.

Die waren gerade mit einem 33:29 (18:13)-Erfolg bei der HSG Eider Harde in die Abstiegsrunde der 3. Handball-Liga gestartet. Ein Sieg, der unangefochten schien, in der Schlussphase aber in Gefahr geriet, ehe Jona Gruber zwei Minuten vor Schluss mit seinem Treffer zum 28:32 den Deckel drauf machte.

Apropos Jona Gruber. Der angeschlagene Spielmacher (Adduktorenzerrung), dessen Einsatz lange ungewiss war, avancierte zu einem der Edertaler Matchwinner. Im Mittelblock der 6:0-Deckung, wo Jannis Kothe ebenfalls auf die Zähne biss und der nach ausgeglichener Anfangsphase (8:8 nach 15 Minuten) wie auch ihre Nebenleute immer mehr Zugriff gegen die quirligen HSG-Angreifer gewann.

Und im Angriff. Nicht nur als Strippenzieher, sondern darüber hinaus als Aushilfe im rechten Rückraum, den der 21-Jährige mit seinen Schlagwürfen äußerst torgefährlich interpretierte. „Jona war gleich voll da“, lobte Trainer Kauffeld.

Was indes für die gesamte Mannschaft galt. Dass sich das erst mit Verzögerung auch im Ergebnis niederschlug, lag an drei frühen Zeitstrafen gegen die Nordhessen. Dann aber sorgte ein 0:4-Lauf zum 9:14 (20.) erst mal für klare Verhältnisse. Die Nordlichter reagierten mit dem siebten Feldspieler, doch auch darauf wussten sich die Gensunger, nun mit Marc Lauterbach im Tor, einzustellen. Insbesondere Vince Schmidt und Maxim Schalles, der allein für die Siebenmeter aufgeboten wurde, war es zu verdanken, dass die Gäste diese Fünf-Tore-Führung mit in die Pause nahmen.

Um bis zur 38 Minute auf 15:24 davon zu ziehen. „In dieser Phase lief bei uns fast alles“, freute sich Arnd Kauffeld. „Alles“ war ein glänzend aufeinander abgestimmter Rückraum, der auch dem dem agilen Kreisläufer Küllmer hervorragend harmonierte. Und eine konsequente Defensive, die für Minuten Beton anrührte.

Gruber führt Regie und trifft

Die Schützlinge von Matthias Hinrichsen lagen am Boden - und standen wieder auf. Mit Gensunger Hilfe. „Wir haben zu viel verworfen und auch einige Angriffe zu unvorbereitet abgeschlossen“, erklärte Jona Gruber die plötzliche Flaute in der ESG-Offensive. Die nutzte die HSG zu einem 6:0-Lauf und war beim 23:25 (47.) wieder dran. „Aber“, konnte der Edertaler Coach erleichtert konstatieren, „wir sind cool geblieben.“ Dergestalt, dass seine Jungs ihre Ladehemmung wieder ablegten, Schlussmann Lauterbach den Nordlichtern einige freie Würfe wegnahm sowie Schmidt und Lippold auf Rohwers Treffer zum 27:29 (56.) die passende Antwort hatten. Und schließlich Gruber seinen sechsten Treffer folgen ließ.

„Die Erleichterung ist groß“, gestand der Regisseur. Über den ersten Sieg in der Abstiegsrunde inklusive bestandenem Härtetest. Damit dürfte die Mannschaft, so des Trainer Hoffnung, noch mal „Selbstbewusstsein getankt“ haben. Trotzdem gilt es, vor den weiteren Aufgaben „demütig“ (Kauffeld) zu bleiben. Denn der Weg zum Klassenerhalt ist noch lang.

Derweil erhielt Mario Schumacher um 4.30 Uhr eine SMS von Rückraumspieler Heinrich Wachs: „Wir sind angekommen.“ In Gensungen, aber auch in der Abstiegsrunde.

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