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Gensungen Favorit - Vellmar kann stressfrei aufspielen

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Von: Ralf Ohm

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Wieder fit: Vince Schmidt, der den Gensunger Rückraum noch durchschlagskräftiger macht.
Wieder fit: Vince Schmidt, der den Gensunger Rückraum noch durchschlagskräftiger macht. © Pressebilder Hahn

Wenn der Spitzenreiter auf den Tabellenneunten trifft, sind die Rollen klar verteilt. Wenn es sich dabei aber um ein Derby handelt, rücken sie in den Hintergrund. So geht Handball-Oberligist ESG Gensungen/Felsberg zwar als Favorit in das Duell mit dem TSV Vellmar (Sa. 19.30 Uhr Kreissporthalle Gensungen), muss aber vor einem hoch motivierten Nachbarn auf der Hut sein.

Bisherige Duelle

In fünf gemeinsamen Oberliga-Jahren hat Gensungen von neun Spielen sechs gewonnen. Das letzte in der Aufstiegssaison 2019/2020 mit 31:18 (zum Rückspiel kam es wegen des Pandemie bedingten Abbruchs nicht). Die beiden Niederlagen mussten die Edertaler in der Saison nach dem Drittliga-Abstieg 2013 hinnehmen (32:37, 26:32). Gleich in der folgenden Spielzeit revanchierten sie sich (39:30, 37:27) gegen den späteren Absteiger, der nach seinem Wiederaufstieg der ESG zu Hause noch einmal einen Punkt abknöpfen konnte (34:34), seitdem aber vier Mal verlor.

Ausgangsposition

Mit weißer Weste - drei Siege - und breiter Brust erwartet die ESG den Nachbarn. „Wir wollen weiter auf der Erfolgswelle surfen“, sagt der wiedergenesene Rückraumspieler Vince Schmidt. Der gab der Mannschaft beim glanzvoll heraus gespielten 36:31-Erfolg in Offenbach-Bürgel noch mehr Durchschlagskraft. Zu den derzeit in Top-Form sich präsentierenden Nebenleuten Jona Gruber und Heinrich Wachs gesellt sich auch eine „neue Qualität in der Breite“, die Trainer Eidam fördert und nutzt, in dem er allen Spielern aus seinem Kader Spielzeit gewährt. „Jeder ist bereit“, konnte er bisher hoch zufrieden konstatieren.

Doch auch Vellmar hat sich beim 30:27 gegen die HSG Kleenheim-Langgöns, dem ersten Saisonsieg, Selbstvertrauen geholt. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Martin Herwig, der Ex-Gensunger. Denn: „Wir sind eingespielt und haben uns punktuell verstärkt.“ Respektive verjüngt, wobei die Außen Jakob König und Ben Lücking überraschend gut eingeschlagen haben.

Zwei Mannschaften, die gut drauf sind, was beiderseitig respektvolle Anerkennung findet. Frank Eidam spricht von einem „unangenehmen Gegner mit einem klaren Angriffskonzept“, sein Kollege Abraham Rochel hält die Gastgeber für ein „Top-Team, individuell wie im Kollektiv.“ Bei dem seine Jungs als Außenseiter „völlig stressfrei“ aufspielen können.

Personal

Während sich der Gensunger Kader immer mehr füllt (nach Vince Schmidt könnte auch Nino Jedinak zurückkehren, für Cornelius Feuring kommt das Derby noch eine Woche zu früh), reist Vellmar mindestens „ohne Vier“ an. Neben Lance-Phil Sturmbaum und Niklas Willrich (beide verletzt) fallen Simon Adam und Christian Gumula aus, so dass Martin Herwig die Nummer eins im TSV-Tor ist. Höchst fraglich ist der Einsatz von Spielmacher Finn Hujer (Schulterverletzung).

Taktik

Beide Mannschaften bevorzugen eine 6:0-Deckung. Die der Gensunger ist laut Eidam „offensiver und antizipativer geworden“, was ihr bisher zahlreiche Ballgewinne und Umschaltmomente bescherte. Zudem ist Torwart Marc lauterbach in glänzender Form und schiebt mit seinen „Harpunen“ immer wieder die erste Welle an. Leichte Tore, die Vellmar natürlich unbedingt vermeiden will.

Perspektive

Gensungen könnte mit dem vierten Sieg im vierten Spiel die Tabellenführung untermauern. Und somit angesichts von zwei folgenden, vermeintlich machbaren Aufgaben (Kleenheim, Petterweil) daran arbeiten, verlustpunktfrei ins Lokalduell gegen die MT Melsungen II (22. Oktober) zu gehen. Für Vellmar geht‘s um Bonuspunkte, ehe der Druck im nächsten Spiel (gegen Petterweil) ungleich größer wird.

Vellmars Nummer eins: TSV-Schlussmann Martin Herwig will an alter Wirkungsstätte glänzen.
Vellmars Nummer eins: TSV-Schlussmann Martin Herwig will an alter Wirkungsstätte glänzen. © Peter Fritschler

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