Drittliga-Derby

Gensungen/Felsberg als Außenseiter nach Baunatal

„Warum sollte bei uns der Knoten nicht ausgerechnet in diesem Spiel platzen?“ Die Frage von Arnd Kauffeld, Trainer der ESG Gensungen/Felsberg, ist natürlich rhetorisch gemeint. Und „dieses Spiel“ das wohl brisanteste der Saison: das Drittliga-Derby beim GSV Eintracht Baunatal (Sa. 18 Uhr Rundsporthalle), das immer wieder besondere Kräfte freisetzt.

Gensungen/Baunatal - Psychologisch ist die Ausgangsposition für den Aufsteiger in der Tat „nicht schlecht“ (Kauffeld). Das Schlusslicht fährt als klarer Außenseiter zum Nachbarn, der wiederum, eigenverschuldet, ziemlich unter Druck steht. „Wir können befreit aufspielen“, sagt ESG-Spielmacher Jona Gruber, von der D- bis zur B-Jugend bei der Eintracht.

Was für den Gastgeber nicht gilt. Der hat sich durch die 22:23-Niederlage in Volmetal im Kampf um den sechsten Platz, der Baunatal die Abstiegsrunde erspart, selbst in die Bredouille gebracht. „Ein Kopfding“, erklärt Trainer Weinrich die unerwartete Schlappe. Und erläutert: „Beim Druck des Gewinnen-Müssens gegen vermeintlich schwächere Gegner kommen wir ins Grübeln.“

Zu dieser Kategorie gehören, zumindest tabellarisch, eben auch die Edertaler. „Nuancen“ trennten laut Kreisläufer Koch die Rivalen in den letzten beiden umkämpften Duellen „auf Augenhöhe“ in Gensungen (25:30 und 27:29). Und den Unterschied machte jeweils Marvin Gabriel aus. Als umsichtiger Spielmacher, der alle Fäden in der Hand hat, geschickt den Rhythmus des Angriffsspiels seiner Mannschaft variiert und zudem verlässlich einlocht.

„Konsequent attackieren“ lautet daher die Anweisung des ESG-Coaches, ohne Gabriels gefährliche Nebenleute zu vernachlässigen. Den Rückraumlinken Phil Räbiger etwa, der jederzeit explodieren kann, oder Linkshänder Kevin Trogisch, der rechtzeitig zum Derby in die Mannschaft zurückkehrt. Damit kann Dennis Weinrich bis auf Philipp Hempel auf seine Bestbesetzung zurück greifen.

Sein Pfund: die bestens aufeinander abgestimmte 6:0-Deckung, die der ESG besonders im Hinspiel arg zu schaffen machte. Was wiederum vor allem Routinier Gabriel zuzuschreiben war. Als variabler Halber störte er wirkungsvoll den Gensunger Spielaufbau und klaute zudem reichlich Bälle, was seiner Mannschaft in der ersten und zweiten Welle zu leichten Toren verhalf.

Comeback von Gerhold

Nun wollen die Gäste den Spieß umdrehen. „Mit Dampf in die Räume“ lautet Kauffelds Devise, der zudem das eigene Kreisläuferspiel forcieren will. Dazu erhält Christoph Koch Unterstützung von Maik Gerhold, der sein Comeback feiert. Der 24-Jährige hatte zwar nach der Aufstiegssaison seinen Rückzug erklärt, aber eben auch seine Bereitschaft, im „Notfall“ zur Verfügung zu stehen. Genau der ist durch den Ausfall von Tom Küllmer eingetreten.

Ein neuer Impuls für den zuletzt etwas wankelmütigen Gensunger Positionsangriff? Rechtsaußen Maxim Schalles plädiert dafür, „unser Spiel breit und schnell zu machen“. Und: „Über 60 Minuten zeigen, was wirklich in uns steckt.“ Die Bühne dafür ist perfekt: das Derby.

Zurück: Ausgerechnet im Derby darf Maik Gerhold noch mal für die ESG Gensungen/Felsberg ran, die weiter auf Tom Küllmer verzichten muss.

Rubriklistenbild: © Pressebilder Hahn

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