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Gensungen nimmt Hürde in Cloppenburg auch ohne Trainer

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Von: Ralf Ohm

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Franco Rossel
Vertrat ESG-Trainer Arnd Kauffeld auf der Bank: Franco Rossel. © Verein

Im zweiten Spiel der Abstiegsrunde der 3. Handball-Liga landete die ESG Gensungen/Felsberg beim 32:25 in Cloppenburg den zweiten Sieg.

Cloppenburg - „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft“, sagt Arnd Kauffeld. Das sagen Trainer öfter, so dass dieses Kompliment bisweilen etwas abgegriffen klingt. In diesem Fall nicht. Ganz im Gegenteil. Der Coach der ESG Gensungen/Felsberg sagt das aus tiefstem Herzen und mit einem Strahlen im Gesicht.

Denn: Die knifflige Aufgabe beim TV Cloppenburg löste der heimische Handball-Drittligist mit einem 32:25 (15:10)-Sieg höchst souverän, erspielte sich damit in der Abstiegsrunde vor dem ersten Heimspiel gegen den DHK Flensborg (Sa.) eine richtig gute Ausgangsposition. Und das ohne Trainer. Den hatte am Mittwoch die weit verbreitete Covid-Diagnose getroffen, so dass er nur noch per Handy in Vorbereitung und der Partie selbst eingreifen konnte. Aber kaum musste. Denn: „Die Mannschaft hat diese schwierige Situation in Eigenverantwortung hervorragend bewältigt.“

Da übernahmen Heinrich Wachs und Jona Gruber mal eben das Training, mutierte der verletzte Franco Rossel zum „Headcoach“, der im Spiel die Auswechslungen vornahm. Viele Alternativen hatte er nicht mehr. Am Kreis überhaupt keine, nachdem auch noch Tom Küllmer kurzfristig ausgefallen war. Doch für den sprang Linksaußen Nino Jedinak tatkräftig in die Bresche.

„Alle haben an einem Strang gezogen“, erklärte „Spielertrainer“ Wachs den zweiten Erfolg in der Abstiegsrunde, der sich früh abzeichnete. Weil Torwart Lauterbach den Niedersachsen gleich mal ein paar freie Würfe wegnahm, weil die erste Welle der Edertaler früh auf Touren und weil sich ihre Abwehr bestens auf die Schützlinge von Meistertrainer Leszek Krowicki eingestellt hatte. Jona Gruber und Jannis Kothe arbeiteten im Mittelblock hervorragend gegen den torgefährlichen Kreisläufer Ole Harms (5/1), der sonst so agile Thomas Houtepen blieb blass und Rückraumkollege Krzyszto Pawlaczyk schien im Laufe des Spiels an der Gensunger Zweikampfstärke zu verzweifeln.

Ein 4:0-Lauf bescherte den Gästen eine 11:5-Führung nach 22 Minuten und einen beruhigenden Vorsprung zur Pause. Danach drehte der ESG-Rückraum so richtig auf. Besonders Vince Schmidt, dessen Schlagwürfe eine Augenweide waren. Sein achter Treffer zum 18:26 (51.) bedeutete die Vorentscheidung.

Trainer Kauffeld, der dessen Treiben auf Deutschland-TV live mitverfolgte, hatte es sich zu Hause im Sessel vor dem Bildschirm längst etwas bequemer gemacht. Seine letzte telefonische Intervention: Glückwünsche an seine Mannschaft.

Gefolgt von der genüsslichen Überlegung, „dass ich nun eigentlich entspannt zurück treten könnte.“ Weit gefehlt. Am Mittwoch wird er wohl wieder das Training leiten. Seine erste Amtshandlung: auf die Euphoriebremse treten, denn trotz der zwei Auswärtssiege ist es bis zum Klassenerhalt noch ein weiter Weg. Auf dem Aufsteiger auf den Fall auf seinen „phänomenalen Zusammenhalt“ (Wachs) bauen kann.  

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