2. Bundesliga

Greta Kavaliauskaite setzt starkes Zeichen vor Spiel der SG 09 Kirchhof gegen Zwickau

Im Hinspiel noch vor Zuschauern: Die Zwickauerinnen Petra Nagy (l.) und Alisa Pester können Kirchhofs Greta Kavaliauskaite (Mitte) nicht daran hindern, den Ball zu spielen. Am Samstag steht das Rückspiel an.
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Im Hinspiel noch vor Zuschauern: Die Zwickauerinnen Petra Nagy (l.) und Alisa Pester können Kirchhofs Greta Kavaliauskaite (Mitte) nicht daran hindern, den Ball zu spielen. Am Samstag steht das Rückspiel an.

Es kommt weiterhin knüppeldick für die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof. Am Samstag ist kein Geringerer als Spitzenreiter BSV Sachsen Zwickau zu Gast in der Stadtsporthalle Melsungen.

Kirchhof/Zwickau – Für Kirchhof ist das Heimspiel (18 Uhr, Sportdeutschland.tv) der fünfte Vergleich in Folge mit einem Team aus den Top 5 der Tabelle. Knüppeldick aber vor allem, weil fünf Stammspielerinnen fehlen. Nach Torfrau Nela Zuzic (Innenbanddehnung), Katharina Hufschmidt (Hand angebrochen), Hannah Kamp (Knie) und Klara Schlegel (Länderspiele mit Österreich, siehe auch Hintergrund) muss auch noch Jana Schaffrick passen.

Die kampfstarke Kreisläuferin hat sich bei der Niederlage in Berlin an der Wurfhand verletzt. „Das ist schon brutal. Deswegen müssen wir einfach zusehen, dass wir mit einem blauen Auge aus der Partie gehen und dann langsam unseren Rhythmus finden“, betont SG-Coach Martin Denk, der alternativ Paulina Harder oder Emilia Prauss aufbieten kann.

Jana Schaffrick muss auch noch passen

Und er ist auch deshalb nicht zu beneiden, weil die zweite Reihe nur wenig helfen kann. Kaum wurde Lea Immelnkämper aus dem Juniorteam nach oben gezogen, um Zerin Özcelik auf Linksaußen zu entlasten, fällt sie auch schon aus. Immelnkämper zog sich nach einem Zusammenprall mit Greta Kavaliauskaite im Training eine Platzwunde zu und muss zehn Tage aussetzen. Somit rückt alternativ Marie Sauerwald ins Aufgebot, die am Dienstag 18 Jahre jung wird.

Immerhin: Trotz des „Auffahrunfalls“ mit Immelnkämper sind sie in Kirchhof heilfroh, dass sich Kavaliauskaite in den Dienst der Löwinnen stellt und nicht mit Litauens Nationalmannschaft unterwegs ist. „Damit setzt sie ein starkes Zeichen. Der Kampf macht uns traditionell stark und dafür brauchen wir Greta im Mittelbock mit Diana Sabljak“, lobt Denk, der zumindest mit der Defensivleistung und vor allem Torfrau Frederikke Siggaard beim 14:24 in Berlin zufrieden war. Allerdings: „Es darf nicht passieren, dass wir so einbrechen. Wenn wir verlieren, müssen wir die Nerven behalten und die Angriffe länger ausspielen“, betont Denk, der im Training am Abschluss arbeiten ließ. Daran, wieder Sicherheit in die Aktionen zu bekommen.

Zwickau hat sich zum Nonplusultra der 2. Liga gemausert

Denn Zwickau hat sich unter der Regie von Trainer Norman Rentsch zum Nonplusultra der 2. Liga gemausert. Das jüngste Spitzenspiel verdiente rückblickend seinen Namen nicht, weil der BSV den Tabellendritten SG Herrenberg mit 37:22 in seine Einzelteile zerlegte. „Der Aufstieg ist kein Muss. Aber wir reden auch nicht um den heißen Brei herum und wollen da oben bleiben“, sagt Rentsch, der keine Verletzungen zu beklagen hat.

Und sein Team vor allem für die „berufsorientierte“, sprich professionelle Haltung auf und neben der Platte lobt. Da verwundert es nicht, dass es für die kommende Saison bis auf Nadja Bolze (Karriereende) kaum Veränderungen im Kader geben dürfte.

Lena Hausherr ist der Entdeckung der Saison

Als „Turm“ im Mittelblock erweisen sich Alisa Pester und Pia Adams. Die junge Kreisläuferin (Pester) aus der eigenen Jugend und die 1,82 m große Halblinke (Adams), die nach einer Pause und dem Abschied von Bayer Leverkusen für Brigita Ivanauskaite (Karriereende) nachverpflichtet wurde. Im ausgeglichen besetzten 16er-Kader führt Adams (77/32) die interne Torjägerliste vor den Außen Lena Hausherr (65/34), Jenny Choinowski (64/13, beide links) und Rebeka Ertl (56, rechts) an. Die erst 19-jährige Hausherr ist die Entdeckung der Zweitliga-Saison überhaupt. Aus der Dortmunder A-Jugend schaffte sie es bis zum ersten A-Lehrgang unter Bundestrainer Henk Groener.

Kein Wunder, dass Martin Denk betont, „dass wir gegen diesen starken Gegner nur gewinnen können“. Den Gefallen, die SG 09 zu unterschätzen, wird ihm sein Gegenüber indes nicht tun: „Kirchhof ist in der Lage, mit seinem Kampf einen starken Angriff in Schach zu halten oder sogar zu brechen. Wir fahren gut damit, dass wir sie wie jeden Gegner zweimal im Video analysieren, um bestehen zu können“, macht Norman Rentsch deutlich. (Sebastian Schmidt)

Hintergrund: WM-Qualifikation mit zwei Zwickauerinnen und Kirchhofs THC-Leihgabe Schlegel 

Am Wochenende findet die erste Runde der Qualifikation zur Handball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Diese wird vom 2. bis 19. Dezember in Spanien ausgetragen. Erstmals sind dann 32 Nationen am Start. Von heute bis Sonntag werden nun in Turnierform in vier Gruppen acht Teams gesucht, die dann in der zweiten Runde der WM-Qualifikation, die Mitte April geplant ist, in Play-off-Spielen u. a. gegen Deutschland um die verbleibenden zehn europäischen Tickets kämpfen. Gleich zwei Spielerinnen Kirchhofs dürfen noch von der WM träumen.

Nämlich Greta Kavaliauskaite, deren Heimatland Litauen in Nordmazedonien gegen Griechenland, Island und die Gastgeberinnen im Einsatz ist. Während Zwickaus Simona Stojkovska für Nordmazedonien spielt, ist Mitspielerin Diana Dögg Magnusdottir (Island) ebenso wie Kavaliauskaite bei ihrem Verein geblieben.

Seite an Seite trainieren derzeit in der Wiener Südstadt Kirchhofs Klara Schlegel (Zweitspielrecht vom Thüringer HC) und Zwickaus Spielmacherin Lisa Felsberger in Wien für Österreich, das von THC-Coach Herbert Müller betreut wird. Gegner in Gruppe 4 sind der Kosovo (heute) und Italien (Sonntag). Österreich gilt hier als klarer Favorit. Je nach Ausgang der ersten Partie könnte Felsberger laut Zwickaus Coach Rentschke am Samstag dennoch in Melsungen auflaufen. (sbs)

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