Eintracht kann nicht mithalten

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Ausgebremst: Baunatals Phil Räbiger (rechts) wird von den Rodgauern Benjamin von Stein (links) und Philipp Keller am Wurf gehindert.

Drittliga-Handballer können nur eine Halbzeit lang mithalten

Plötzlich ist er da – der Bruch im Spiel. Gerade mal sechs Minuten der zweiten Halbzeit sind gespielt, als Baunatals Rückraumspieler Phil Räbiger die Möglichkeit zum 18:15 vergibt. „Das war der Knackpunkt“, sagte nach dem Spiel Baunatals Trainer Dennis Weinrich über die Situation, als das Spiel der Drittliga-Handballer des GSV Eintracht Baunatal kippte.

Mit 27:33 (14:14) mussten sich die Weinrich-Schützlinge am Ende in der heimischen Rundsporthalle der HSG Rodgau Nieder-Roden geschlagen geben. „Ich bin schon sehr enttäuscht. Ab der 37. Minute waren wir wieder total verunsichert. Und wir haben nicht mehr richtig verteidigt. Die Einschnitte in unserem Spiel sind einfach zu heftig, und dafür müssen wir Lösungen finden“, haderte Weinrich mit der Leistung seiner Spieler.

Dabei hatten die zuvor gut 35 Minuten eine starke Leistung gegen den Tabellendritten abgeliefert. Der Mittelblock mit Fynn Reinhardt und Phil Räbiger überzeugte mehrfach. Etliche Male wurden die Rodgauer Rückraumschützen neutralisiert und auch zahlreiche Anspiele auf den Gäste-Kreisläufer Benjamin von Stein wurden unterbunden.

Das Ergebnis: Die favorisierten Südhessen konnten sich nicht absetzen. Und weil Patrick Ziebert im Baunataler Tor mit etlichen starken Paraden glänzte und die Stammspieler reihum trafen, schien eine gute Halbzeit lang der Favoritensturz möglich.

„Wir waren auf Augenhöhe, aber dann hatten wir wieder unsere bekannte Schwächephase, aus der wir nicht mehr rausgekommen sind“, ärgerte sich Torwart Marian Mügge, der sogar einen Siebenmeter von Sam Hoddersen parierte.

Das reichte allerdings nicht aus. Der 22-jährige US-Nationalspieler war auf Linksaußen nicht zu halten und düpierte vor allem in der zweiten Halbzeit Patrick Ziebert ein ums andere Mal. „Unsere Deckung war nur am Anfang gut. Hoddersen hatte danach einfach zu viel Platz“, musste Phil Räbiger nach dem Spiel zugeben. Da standen für Hoddersen 13 Tore zu Buche. Vor allem von der Linksaußen-Position aus konnte der Rodgauer schalten und walten wie er wollte.

Aber auch sonst boten die Baunataler, die die gesamte Partie mit nur sieben Feldspielern bestritten ein wechselhaftes Bild. In der ersten Halbzeit passten die Anspiele, fast nie kam Hektik auf, das Baunataler Spiel wirkte besonnen und effektiv.

„Später haben dann einfach die Kräfte nachgelassen, aber das darf keine Entschuldigung sein“, sagte Kevin Trogisch über die eigene Leistung und die seiner Mitspieler.

Denen kamen nach der 36. Spielminute Kraft und Wille gleichzeitig abhanden. Am deutlichsten wurde das nach der vergebenen Möglichkeit zum 18:15. Stattdessen drehten die Gäste ohne Baunataler Gegenwehr den Spieß herum, erzielten in gut vier Minuten fünf Tore zur 20:17-Führung. Danach hatten die Gastgeber keine Durchschlagskraft mehr. Der Wille war gebrochen.

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