Halbzeitbilanz: Entwicklung geht teils vor Platzierung

Wildunger Trainerin Tessa Bremmer beweist mit Umstellung der Abwehr Mut

Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß beim Wurf gegen Torhüterin Sarah Wachter (Neckarsulm)
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Das Tor im Blick: Die Bad Wildunger Kreisläuferin Annika Ingenpaß kommt gegen Torhüterin Sarah Wachter von der Neckarsulmer Sport-Union frei zum Wurf.

Mit Tabellenplatz elf für die HSG Bad Wildungen nach der Bundesliga-Hinrunde ist Tessa Bremmer zufrieden. Dass die Trainerin damit gut leben kann, liegt auch daran, dass sich ihr Team gesteigert hat.

Bad Wildungen - „Die Mannschaft hat in dieser Saison eine gute Entwicklung genommen“, sagt die Niederländerin nach bisher 12:18 Zählern. Den größten Leistungssprung unter den Vipers-Handballerinnen hat Linkshänderin Jana Scheib gemacht hat. Die erst 20 Jahre alte Halbrechte, die ihren Vertrag in Bad Wildungen trotz anderer Angebote bis zum 30. Juni 2023 verlängert hat, ist mit 86 Toren derzeit sogar die zweitbeste Feldtorschützin der Liga. In der Torschützenliste steht HSG-Spielmacherin Maxime Struijs mit 91 Treffern, davon 36 durch Siebenmeter, als Fünfte direkt vor ihr.

Während die 36-jährige Torfrau und Kapitänin Manuela Brütsch wie schon seit Jahren die konstanteste Viper ist, baute Bremmer in der Spielpause aufgrund der Europameisterschaft im Dezember in Dänemark ihre Deckung um. Hatte sie bis dahin meist auf einen Abwehr-/Angriffswechsel zwischen der routinierten Aushilfe Sabine Heusdens oder Maxi Mühlner mit Annika Ingenpaß gesetzt, fand sich die Kreisläuferin danach in der 6:0-Deckung auf halbrechts wieder. Zudem bildete die dort vorher agierende Scheib den Innenblock mit der vorher oft nur auf der Linksaußenposition deckenden Munia Smits, die Bremmer wie auch Scheib auf „einem sehr guten Weg“ sieht.

Dabei hatte die 21-jährige Ex-Blombergerin vor ihrem Wechsel zu den Vipers wie auch Struijs in Göppingen und Ingenpaß in Metzingen „nie“, so Bremmer, in der Abwehr gespielt. Doch die Trainerin bewies Mut und zog getreu ihrem Motto, „wir sind ein Ausbildungsverein und wollen komplette Spielerinnen entwickeln“, die veränderte Abwehraufstellung auch beim wichtigen Spiel bei Frisch Auf Göppingen (37:27) durch. Während sie dort überragte, konnte die Ex-Mainzer Rückraumkraft Larissa Platen die Erwartungen insgesamt aber noch nicht erfüllen. Dies gilt wegen ihrer schwachen Trefferquote auch für die aus Blomberg gekommene Rechtsaußen Kira Schnack.

Schüpbach zuletzt im Schatten von Brütsch

Mit der gelernten Linksaußen Miranda Schmidt-Robben, die nach dem Kreuzbandriss der zweiten Linksaußen Alina Otto zum zweiten Male nach ihrem eigentlichen Karriereende im Mai 2018 zurückgekehrten ist, hat Bremmer nun auf beiden Außenpositionen eine gute Alternative. Die von Paris 92 gekommene Lea Schüpbach stand nach gutem Beginn im Tor zuletzt im Schatten ihrer Schweizer Nationalmannschaftskollegin Brütsch.

Bremmer: Vertrauen in die Mannschaft

Nach dem Fehlstart mit 2:6-Zählern und den folgenden 8:2-Punkten sowie Platz acht vor der EM-Pause sind die Vipers nun auch aufgrund der schweren Gegner am Ende der Hinrunde und den fast schon einkalkulierten 2:10-Zählern nach dem Re-Start auf Rang elf zurückgefallen. „Ich lasse auch mal zwei Punkte liegen, damit die jungen Mädels sich weiterentwickeln. Das machen sie aber nicht, wenn sie auf der Bank sitzen“, begründet Bremmer, wieso sie bisher nur relativ wenig auf die arrivierte Heusdens (33) zurückgegriffen hat. „Ich habe Vertrauen in die Mannschaft, dass sie diesen Tabellenplatz verteidigen kann“, fügt die 37-Jährige sogleich selbstbewusst an.

Sie geht weiter davon aus, dass die HSG, der oft noch die Konstanz über 60 Minuten fehlt, ihr erstes Saisonziel erreichen wird: nichts mit Relegationsplatz 13 und den drei Abstiegsrängen zu tun zu haben. Bei vier Punkten Vorsprung auf den Viertletzten Buchholz-Rosengarten machbar.

„Wir haben definitiv noch Luft nach oben. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich denke, dass ein einstelliger Tabellenplatz möglich ist. Auch wenn wir eine junge Mannschaft haben, sollte der neunte Rang drin sein“, sagt Rückkehrerin Schmidt-Robben, was aber nur schwer möglich sein dürfte.

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