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HSG Bad Wildungen sucht Bestätigung und peilt in Oldenburg zwei Punkte an

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Winkelzüge. Die Norwegerin Thea Oby-Olsen ist auf der linken Außenbahn im Team der Vipers nicht mehr wegzudenken. Sie hofft, dass sie die Duelle aus spitzem Winkel gegen Oldenburgs Torfrau Nele Reese am Sonntag für sich entscheiden kann.
Die Norwegerin Thea Oby-Olsen ist auf der linken Außenbahn im Team der Vipers nicht mehr wegzudenken. Sie hofft, dass sie die Duelle aus spitzem Winkel gegen Oldenburgs Torfrau Nele Reese am Sonntag für sich entscheiden kann. © malafo

Nun geht es wieder um die Bestätigung für die Vipers. Dafür kommt der VfL Oldenburg den Wildunger Handballerinnen gerade recht; als der richtige Gegner, um herauszufinden, wo sie momentan stehen.

Die Vipers (7:15 Punkte) waren in den verlorenen Bundesligaspielen gegen Leverkusen, Halle-Neustadt und dem Dortmund-Debakel in ein Leistungstief gefallen, aus dem sie sich mit einer ansehnlichen Darbietung beim 29:29 im jüngsten Spiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach wieder etwas nach oben gezogen haben und jetzt könnten sie mit einem Sieg in Oldenburg (10:12) den Blick wieder in Richtung Hochphase drehen.

Das Spiel gegen Bensheim war für die Spielerinnen von Trainerin Tessa Bremmer vor allem für die Psyche ein schmaler Grat in alle Richtungen. Wenn die Entscheidung über Sieg oder Niederlage sich in den Sekundenbereich verdichtet, kann das Verlieren einem lange in den Kleidern hängen.

Vipers-Trainerin Bremmer hadert nicht mit Unerfahrenheit

„Wir haben das Spiel schnell abgehakt und auch nicht groß über Punkt gewonnen oder eher Punkt verloren nachgedacht“ , erzählt Bremmer, „uns war wichtiger, dass wir gemeinsam überlegt haben, was wir in der Endphase dieses Spiels hätten besser und schlauer machen können.“ Doch auch diese Diskussionen enden für die Trainerinnen und dem Team meist an diesem untrainierbaren Punkt: „Wir sind einfach noch zu jung, uns fehlt die Erfahrung, um solch eine Endphase souveräner auszuspielen“, meint Bremmer fügt aber hinzu: „Wir nehmen viele positive Dinge aus dem Bensheim-Spiel mit nach Oldenburg.“

Dazu zählt auch das permanente Wechselspiel zwischen den beiden Kreisläuferinnen Annika Ingenpaß und Jolina Huhnstock. Annika steht dabei nur am gegnerischen Kreis und Jolina ausschließlich am eigenen. „Das hat gut funktioniert, Jolina ist unsere beste Abwehrspielerin und Annika vorn sehr torgefährlich, dieser ständige Wechsel tut beiden sehr gut, weil sie sich nur auf ihre Stärken konzentrieren können“, sagt Bremmer.

Oldenburg auch mit Hochs und Tiefs

Der VfL Oldenburg befindet sich in einer ähnlichen Situation wie die Vipers. Dem Team wurde vor der Saison auch weniger zugetraut als sie nun zeigen und sie überraschen ebenfalls in alle Richtungen, schlagen Buxtehude, Bensheim, Leverkusen, verlieren in eigener Halle gegen den Tabellenletzten Waiblingen und holen sich eine 18:35-Klatsche in Thüringen ab.

Der VfL ist gegenüber dem Vorjahr vor allem variabler in der Abwehr geworden. Verschiedene Systeme beherrschen, darauf hat Niels Bötel im Training viel Zeit investiert. Doch da ist noch mehr. „Oldenburg ist für seine starken Torhüterinnen bekannt, sodass sie immer eine offensivere 6-0-Abwehr spielen können“, sagt Bremmer. Außerdem sei es eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die von allen Positionen torgefährlich sein könne und in Merle Carstensen in der Mitte eine echte Führungsspielerin besitze, eine gute Schützin und Vorbereiterin zugleich.

Bei dem Ausflug nach Norddeutschland haben sentimentale Gedanken keinen Platz und Bremmer wünscht sich nur eins: den Sieg. „Oldenburg ist nicht der Gegner, bei dem man jetzt sagt, ja, wir müssen uns weiterentwickeln, nein, wir müssen diese zwei Punkte holen, egal wie.“ Die Trainerin braucht für Realisierung dieser Forderung aber noch die Bestätigung von ihren Spielerinnen.

Wer die bessere Abwehrreihe stelle, werde dieses Spiel auch für sich entscheiden, orakelt Niels Bötel, der Trainer der „Wundertüte“ Oldenburg, vor der Partie gegen die Vipers. Er sieht einen deutlichen Unterschied zwischen der jetzigen Wildunger Mannschaft und der Vorsaison. „Sie spielen deutlicher schneller und machen viele Tore über die schnelle Mitte und die zweite Welle.“ Das mache die Vipers auch sehr gefährlich. Bötel: „Aber wenn man dieses Spiel unterbinden kann, hat man gute Möglichkeiten, zwei Punkte zu gewinnen.“ (Reinhard Schmidt)

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