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Zuviel Respekt nach der Pause: Bad Wildungen hält Bietigheim nicht lange auf

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Eine Etage höher: Verena Oßwald (Bad Wildungen) gegen die Bietigheimerinnen Annika Meyer (links) und Kaba Gassama Cissokho. Anspielbereit lauert Annika Ingenpaß, die gestern beste Vipers-Schützin war. Hinten SG-Torfrau Gabriela Dias Moreschi.
Eine Etage höher: Verena Oßwald (Bad Wildungen) gegen die Bietigheimerinnen Annika Meyer (links) und Kaba Gassama Cissokho. Anspielbereit lauert Annika Ingenpaß, die gestern beste Vipers-Schützin war. Hinten SG-Torfrau Gabriela Dias Moreschi. © malafo

Die zweite Saisonniederlage der HSG Bad Wildungen/Friedrichstein/Bergheim war eine erwartbare: Mit 23:32 (12:17) unterlagen die Vipers am vierten Spieltag der Bundesliga dem Meister SG BBM Bietigheim.

Vor etwas mehr als 300 Fans legten die Vipers am Mittwochabend eine gute Anfangsphase hin und nutzten die Tatsache, dass Bietigheim sich noch nicht gefunden hatte. Nach dem 0:2-Rückstand führten die Gastgeberinnen ab dem 3:2 einige Zeit mit jeweils einem Tor. Kurz nach der ersten von nur zwei Zeitstrafen für Bad Wildungen kamen die Favoritinnen aus dem Südwesten allmählich in Tritt, während sich bei der HSG die Fehler mehrten.

Der Gast profitierte freilich davon, trotz einiger Wechsel die gleiche Qualität aufs Feld zu bringen, während die Vipers phasenweise spürten, was sie vorher wussten: Auf diesem Niveau darfst du es einem solch starken Gegner mit Fehlern nicht auch noch zu leicht machen.

Bis zum 8:10 hält Bad Wildungen gut mit

Nach dem Top-Doppelpack vom Marieke Blase war das 8:10 der letzte knappe Spielstand der Partie. Fünf Tore betrug der Rückstand der Vipers zur Halbzeit. Zwei waren da schon aufgefallen: Kim Naidzinavicius war in der Bietigheimer Zentrale wieder herausragend, aber auch Anika Ingenpaß stach hervor. Die Wildunger Nationalspielerin war vor den Augen von Bundestrainer Markus Gaugisch, gleichzeitig BBM-Coach, zusätzlich motiviert, sehr agil und treffsicher.

Für Gaugisch, der sich mehr Tempo von seinem Team gewünscht hätte, war es „wie erwartet schwer gegen Wildungen ins Spiel zu finden“. Dass Tessa Bremmer ihrer Mannschaft vorwarf, mit zu viel Respekt gespielt zu haben, war sicherlich auf die zweite Halbzeit gemünzt. Zwar war die Vipers-Trainerin insgesamt nicht unzufrieden, aber sie hätte sich bei den teilweise hilflosen Aktionen mehr Biss gewünscht.

Bietigheim nach der Pause besser auf Vipers eingestellt

Allerdings: Der Gast war nun besser eingestellt auf die Wildunger Angriffe und offenbarte nun nicht mehr so viele Lücken in der Abwehr wie sie Trainer Gaugisch noch vor der Pause moniert hatte.

Nach nur vier Toren in den ersten zehn Minuten des Durchgangs war der Rückstand der Vipers, deren Passspiel weniger zum Erfolg führte als vorher, schnell auf zwischenzeitlich acht Tore angewachsen (15:23/40.) Das er erst ganz zum Schluss fast zweistellig war, lag auch an Manuela Brütsch. Bad Wildungens Torfrau, in der 39. Minute wieder zurück ins Spiel gekommen, zeigte sieben ihrer zehn Paraden in letzten 20 Minuten. Annika Hampel saß übrigens diesmal fast 30 Minuten auf der Vipers-Bank.

Als Maksi Pallas nach einem schön kombinierten Angriff zum 21:28 traf, reckte HSG-Trainerin Tessa Bremmer beide Hände nach oben – in solchen Spiele gegen übermächtige Gegner darf man sich auch über Kleinigkeiten freuen.

Kurz danach erzielte Jana Scheib nach knapp 57 Minuten das 22:28, und es sah nach einem respektablen Ergebnis aus. Am Ende waren es aber doch nicht zu Unrecht neun Treffer Unterschied. Kim Naidzinavicius hatte es auf zehn Tore geschafft, und Annika Ingenpaß? Die Kreisläuferin traf jeden Siebenmeter. Der Fehlwurf in der Schlussminute vermasselte ihr die 100-Prozent-Quote.  (rsm/schä)

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