1. Startseite
  2. Sport
  3. Handball regional

Handball-Derby in Fritzlar: Kirchhof steht als Favorit in der Pflicht

Erstellt:

Von: Sebastian Schmidt

Kommentare

Gegen ihren Ex-Klub wohl wieder an Bord: Fritzlars Torfrau Paula Küllmer, die zuletzt erkrankt beim Spiel in Wülfrath fehlte.
Gegen ihren Ex-Klub wohl wieder an Bord: Fritzlars Torfrau Paula Küllmer, die zuletzt erkrankt beim Spiel in Wülfrath fehlte. © Artur Schöneburg

Derbyzeit in der 3. Handball-Liga West: Am Sonntag (15 Uhr, KHS-Sporthalle Fritzlar) messen sich die Erzrivalen SV Germania Fritzlar und SG 09 Kirchhof. Beide Teams liegen bislang unter Soll und stehen bereits mehr (Kirchhof) oder weniger (Fritzlar) unter Erfolgsdruck. Vor dem Nachbarschaftsduell gibt es ein paar Fragezeichen – fix ist dafür eine Rückkehr.

Bisherige Derbys

14 Derbys auf Drittliga-Niveau gab es bislang zwischen Fritzlar und Kirchhof. Mit klaren Vorteilen für das Team aus dem Melsunger Stadtteil, das neun Siege bei zwei Remis und drei Niederlagen sowie 407:360-Toren feierte. Eindeutig gewann Kirchhof auch die Vergleiche in der Saison 2021/22 mit 30:22 (15:13) in Melsungen vor 239 Fans und im Rückspiel in der Domstadt mit 33:22 (17:7) vor 224 Zuschauern. Fest steht nun immerhin, dass wieder deutlich mehr Anhänger kommen (dürfen).

Ausgangsposition

Auch wenn die Tabelle noch arg verzerrt ist, weil die Teams zwischen sechs und neun Spiele absolviert haben, ist der Blick auf die Zwischenbilanz aus beiden Lagern ausbaufähig. Fritzlar liegt nach der bitteren Niederlage im Kellerduell in Wülfrath (30:31) drei Punkte hinter dem Tabellensiebten PSV Recklinghausen. Das ist der Rang, der den Klassenerhalt garantiert und auch das erklärte Ziel in der Domstadt.

Höhere Ansprüche hat Kirchhof und strebt den Staffelsieg an. Den hat die SG 09 zwar trotz der beiden Niederlagen in den Spitzenspielen gegen den TV Aldekerk (23:24) und beim 1. FC Köln (24:29) zwar noch selbst in der Hand, allerdings ist Aldekerk bereits auf acht Pluspunkte enteilt.

Personal

Die freudigste Nachricht kommt aus Kirchhof. Nach neun Wochen Erkrankung hat sich Kapitänin Deborah Spatz zurück gekämpft und kehrt ins Aufgebot zurück. „Das tut ihr und der Mannschaft emotional sehr gut und hilft uns im Spiel bei Würfen außerhalb von neun Metern“, sagt Trainer Martin Schwarzwald. Und ist guter Dinge, dass auch die abwehrstarke Kreisläuferin Carlotta Fege grünes Licht gibt und beginnen kann. Beruflich verhindert fehlte Anna-Maria Spielvogel im Training, kann aber fit eingeplant werden.

Mit den beiden Torfrauen, Kapitänin Lea Gürbig und der Ex-Kirchhoferin Paula Küllmer, sowie Abwehrchefin Maria Kiwa fehlten Fritzlar drei Stützen erkrankt im Training. Auch Trainer Lucky Cojocar hatte es erwischt und er hofft, dass alle mitwirken können. Ebenso wie die nachverpflichtete Linkshänderin Franziska Ringleb, die ihre Heimpremiere für die Germania ausgerechnet gegen ihren Ex-Klub (Saison 2017/18 2. Bundesliga) gibt.

Taktik

Beide Trainer kennen und schätzen sich seit Jahren. Fritzlars Coach Cojocar lobt seinen jüngeren Kollegen: „Martin hat immer gute Ideen, so dass wir auf Achse sein müssen.“ Mehr als die Taktik entscheiden aus dessen Sicht „Herz, Kopf und Leidenschaft.“ Beim Gegner adelt der Rumäne Aleksandra Orowicz als beste Torfrau der Liga und gibt seinem Team an die Hand, „mehr Stoppfouls zu machen.“ Etwa, um die Kirchhofer Achse mit Kreisläuferin Fege und Spielmacherin Lotte Iker auszuhebeln. Allerdings betont Cojocar auch: „Wir waren zuletzt zu sehr mit dem Gegner beschäftigt und sind gut beraten, mehr zu reflektieren und uns auf unser Spiel zu konzentrieren.“

Auch die Gäste schauen in erster Linie auf sich. „Vier Minuspunkte sind zu viel, daher müssen wir gewinnen. Dazu müssen wir uns in der Abwehr wieder steigern und im Angriff mehr Verantwortung mit dem Ball übernehmen“, betont Schwarzwald. Und warnt beim Gegner vor allem vor dem starken Eins-gegen-Eins von Fritzlars Top-Talent Melina Hahn. (Sebastian Schmidt)

Steht vor ihrer Saisonpremiere: Kirchhofs Kapitänin Deborah Spatz (r., hier am Ball vor Bad Wildungens Jana Scheib).
Steht vor ihrer Saisonpremiere: Kirchhofs Kapitänin Deborah Spatz (r., hier am Ball vor Bad Wildungens Jana Scheib). © Richard Kasiewicz

Auch interessant

Kommentare