Handball-Landesliga

TG Rotenburg entzaubert  Vizemeister TV Hersfeld mit 29:24

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Er wühlte sich immer wieder durch: TGR-Kreisläufer Jan-Oliver Holl ackerte bis zur letzten Minute und agierte sehr effektiv. Hier können ihm die Hersfelder Fynn Reinhardt, Andreas Krause und Mark Petersen (von links) nur hinterherschauen. Foto: Walger

Rotenburg. Was für ein Saisonabschluss für die Landesliga-Handballer der TGR! Die Mannschaft von Trainer Robert Nolte schlug vor 250 Zuschauern ihren Gast, Vizemeister TVH. 

Oder besser: Sie rang ihren Gast mit großer Leidenschaft nieder.

In diesem Kreisderby ging es für beide ersatzgeschwächt angetretenen Kontrahenten nur noch ums Prestige. Aber das reichte der TGR wie dem TVH, um noch einmal richtig Gas zu geben. Und so entwickelte sich ein munteres Duell, dass die Anhänger beider Seiten in den Bann zog. Keiner musste bereuen, in die Großsporthalle gekommen zu sein, statt draußen die warmen Sonnenstrahlen zu genießen.

Die favorisierten Hersfelder erwischten den besseren Start. Ihr bester Schütze, Andreas Krause, traf nach fünf Minuten zum 1:3. Bis zum 7:7 (16.) hatte der TVH stets vorne gelegen. Doch die Rotenburger Angreifer, die anfangs Schwierigkeiten hatten, Lücken in der gegnerischen Abwehr zu finden, kamen auf Touren und durch Boze Balics 10:9 (21.) zur ersten Führung. Kopf an Kopf ging es bis zum 13:14-Halbzeitstand weiter.

TGR-Jubel nach dem Derbysieg: (von links) Stefan Ebenhoch, Martin Harbusch, Alexander Dick, Christian Eimer und Drazen Cica. Foto: Walger

Die beiden Torhüter - Alexander Dick (TGR) und Tobias Kretz (TVH) - hatten dem ersten Durchgang mit zahlreichen Paraden ihren Stempel aufgedrückt. Dick gelang das auch in der zweiten Hälfte.

Seine Vorderleute taten allerdings auch alles, um ihn zu unterstützen. Für die Hersfelder, bei denen Regisseur Marco Kemmerzell (Ellenbogenreizung) und Torwart Kai Hüter (Innenbandriss) verletzt fehlten, wurde es immer schwieriger, den Weg zum TGR-Kasten zu finden.

Manko verkraftet

Die Rotenburger hatten in der Offensive allerdings auch keinen leichten Stand. Zumal sie schon bald ohne ihre beiden etatmäßigen Spielmacher dastanden. Jendrik Janotta hatte ohnehin gefehlt, und Martin Harbusch erlitt in der zwölften Minute eine Leistenzerrung. Doch die TGR steckte dieses Manko mit mehrfach wechselnden Besetzungen des Rückraums gut weg.

Am Kreis war Jan-Oliver Holl besonders gefordert, denn sein Kollege Phillip Debus, mit dem er sich sonst abwechsln kann, war diesmal nicht dabei. Doch Holl biss sich durch, rackerte wie besessen, eroberte verloren geglaubte Bälle zurück. Er ließ sich oft nur durch Fouls stoppen, die mit Siebenmetern geahndet wurden und warf als nette Zugabe auch noch drei Tore.

Eine erste Weichenstellung erfuhr das Derby zwischen der 35. und 42. Minute, als sich die TGR von 16:16 auf 19:16 absetzte - und das trotz zeitweiliger doppelter Unterzahl. Diesen Vorsprung verteidigten die Rotenburger mit Zähnen und Klauen. Der TVH steckte zwar nie auf, kam auf 21:20 (47.), 24:23 (53.) und 25:24 (54.) heran - doch am Ende hatten die Rotenburger sogar noch ein bisschen mehr zuzusetzen. Christian Eimer, Marcus Einhorn, Nils Gerlich und Jonas Troch erhöhten noch zum 29:24-Endstand.

TG Rotenburg: Dick, Cica - Harbusch, Eimer (3), Einhorn (5/4), Gerlich (4), T. Balic (2), Golkowski (2), B. Balic (6/1), Ebenhoch, Schmidt, Holl (3), Troch (4).

TV Hersfeld:Kretz, Wasem - Deppe (2/1), Köpke (1), M. Krause, Kemmerzell (n.e.), Förtsch (1), Petersen (4), Wiegel (1), Reinhardt (5), Krause (7/2), Matthiessen (1), Kromm (2)

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