800 Zuschauer in der Großsporthalle

Vellmars Handballer bezwingen die US-Nationalmannschaft

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Auf der Suche nach der Lücke: Vellmars Tim Räbiger (verdeckt) versucht, für seinen Vellmarer Kollegen Felix Heckmann den Weg freizusperren. Die US-Spieler Ford Dyke (links) und Alexander Recker wollen ihn aufhalten.

Einen außergewöhnlichen Abend erlebten 800 Vellmarer in der Großsporthalle: Der heimische Landesligist TSV besiegte die Nationalmannschaft der USA 30:28 (16:13) und sorgte für ein Handballfest.

Dass etwas Besonderes in der Luft lag, merkten die Zuschauer spätestens kurz vor Spielbeginn: Auf dem Spielfeld standen neben den heimischen Landesliga-Akteuren großgewachsene Spieler mit Sternen und rot-weißen Streifen auf dem Trikot sowie dem mächtigen Schriftzug „USA“ auf dem Rücken. Als dann auch noch die Nationalhymne der Vereinigten Staaten von Amerika gespielt wurde, war auch dem letzten Zweifler klar: Heute treten tatsächlich die besten Handballer der USA gegen den nordhessischen Landesligisten an.

Und wer dachte, dass dieses Spiel eine klare Angelegenheit für die US-Boys werden würde, traute schnell seinen Augen nicht: Agil und munter spielte der TSV, war überraschend abgezockt im Angriff und sattelfest in der Defensive. Und die Gäste? Die waren fast ebenbürtig. Bereits zur Pause führte Vellmar 16:13, am Ende stand ein überraschender, aber verdienter 30:28-Erfolg für das Team von TSV-Trainer Gordon Hauer.

Wie sehr die USA handballerisches Entwicklungsland sind, sah man während des Spiels: Wenig Körperlichkeit im Spiel, eine extrem hohe Fehlerquote im Angriff und Spielaufbau und nur selten erkennbare oder erfolgreiche Spielzüge prägten das Spiel der US-Amerikaner, die allerdings ohne eine Handvoll Profispieler aus höheren europäischen Ligen angetreten waren.

Doch sowohl für Hauer als auch für seinen Kollegen auf der US-Bank, dem Melsunger Ex-Trainer Robert Hedin, war das Ergebnis zweitrangig: „Es hat einfach viel Spaß gemacht“, sagte Hedin nach dem Spiel schmunzelnd, sein Spieler John Evens freute sich über die „großartige“ Stimmung und die „unglaubliche Freundlichkeit“ der Gastgeber.

Schnell wurde aus dem Test anlässlich des Methe/Methe-Tages, in Erinnerung an die 2011 gestorbenen nordhessischen Handball-Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe - ein Freundschaftsspiel, dessen gemütlicher Charakter nach 60 Minuten auch am Foodtruck und der Bierbar weiterging. Denn – passend zum Gegner – gab es an diesem denkwürdigen Abend nicht nur die gewohnte Bratwurst, sondern auch Hamburger und Popcorn. Viele Besucher schwenkten kleine, amerikanische Fahnen.

Letztlich war das Spiel für alle ein Gewinn: Für den TSV als Ausrichter und Sieger, für die US-Boys, die begeisterte Handball-Atmosphäre erleben durften – und für die Fans, die an dem Abend dabei waren, an dem Vellmar die Auswahl aus den Vereinigten Staaten bezwang. Und einer durfte sich ganz besonders freuen: TSV-Torhüter Maurice Stern, der in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten stand und eine Glanztat nach der nächsten zeigte. „Das war mein zweites Spiel für die erste Herrenmannschaft, und dann ist es ein Sieg gegen die USA. Das ist doch unglaublich“, jubelte der A-Junior. Und fügte an: „Das vergesse ich mein ganzes Leben nicht“.

Von Thomas Lange

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