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„Konstanz ist das Problem“– aber Munia Smits ist vom Liga-Erhalt der Vipers überzeugt

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Von: Jürgen Heide

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Hart attackiert: Die Bad Wildunger Torjägerin Munia Smits (Mitte) wird von ihrer für Bietigheim spielenden Schwester Xenia (links) und deren Teamkollegin Danick Snelder festgemacht. Hinten Viper Maxime Struijs.
Hart attackiert: Die Bad Wildunger Torjägerin Munia Smits (Mitte) wird von ihrer für Bietigheim spielenden Schwester Xenia (links) und deren Teamkollegin Danick Snelder festgemacht. Hinten Viper Maxime Struijs. © malafo

Im Kampf um den Klassen-Erhalt setzt die HSG Bad Wildungen auch auf Munia Smits. Welchen Wert sie für den Handball-Erstligisten hat, bewies die drittbeste Ligatorschützin (94 Treffer/26 Siebenmeter) mit ihren 15 Toren beim 30:37 gegen Bietigheim.

Bad Wildungen – „Bei ihr hat alle funktioniert“, lobte die SG BBM-Halblinke und deutsche Nationalspielerin Xenia Smits ihre jüngere Schwester, die auf den Spuren der früheren Bad Wildunger Jugendspielerin wandelt. Munia Smits selbst sagt bescheiden im Interview, sie könne mit ihrer Leistung zufrieden sein.

Hat Ihre Mannschaft mit der guten Leistung trotz der 30:37-Niederlage gegen Bietigheim ihr Potenzial gezeigt, nachdem dies in der Saison oft nicht der Fall war, Frau Smits?

Ich glaube schon, dass wir gegen Bietigheim das umgesetzt haben, was wir machen wollten. 30 Tore gegen sie zu werfen, ist richtig gut. Damit kann man zufrieden sein. 37 Gegentore zu kriegen, ist natürlich viel. Aber man muss auch sagen, dass Bietigheim schon eine Topmannschaft ist, die 60 Minuten das Tempo hochhält. Bis zum 27:29 nach 52 Minuten haben wir gut mitgehalten, danach haben wir dann aber besonders in der Abwehr zu viele Zweikämpfe verloren.

Sie haben gegen den Spitzenreiter in der ersten Hälfte bei 14 Versuchen zwölf Treffer erzielt und haben am Ende 15 Tore gemacht. War das Ihr bestes Spiel für die HSG?

Ich glaube schon, dass bei mir einiges funktioniert hat. Ich habe gemerkt, dass es bei mir klappt und dann habe ich weitergemacht. Ich denke, dass ich mit meiner Leistung zufrieden sein kann.

War es noch etwas Besonderes gegen Ihre Schwester Xenia, die sechs Tore erzielt hat, zu spielen?

Die Aufregung vor dem Spiel war jedenfalls da, auch wenn das jetzt unser fünftes Aufeinandertreffen war und unser Duell langsam zur Normalität wird.

Es gab in dieser Saison viele schlechte Spiele. Zuletzt fiel die Mannschaft beim 25:37 Ende Februar in Blomberg auseinander. Woran liegt diese fehlende Konstanz?

Das ist eine sehr gute Frage, die man immer wieder stellen kann und die wir uns auch selbst stellen. Wir beschäftigen uns mit jedem Spiel und analysieren alles. Wir müssen konsequent bis zum Schluss spielen. Ein Spiel dauert 60 und nicht 40 Minuten. Wir müssen bis zum Ende an uns glauben. Es ist ein Muss, dass wir die Konstanz beibehalten.

Woran liegt es, dass Ihr Team nur mit nur zwei Siegen, zwei Unentschieden aber zwölf Niederlagen auf Relegationsplatz 13 steht?

An der fehlenden Konstanz, die unser Problem ist. Einmal spielen wir auch als Mannschaft richtig gut, ein anderes Mal machen wir ein echt richtig schlechtes Spiel und richtige Rückschritte. Zwischendurch zeigen wir dann wieder, dass wir es können. Dass das so ist und wir wissen, dass wir es können, aber es nicht abliefern, macht es noch härter für uns und ist sehr bitter.

Wie zuversichtlich sind Sie bezüglich des Klassenerhalts?

Ich glaube wie die ganze Mannschaft, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden. Wenn wir weiter so spielen, wie gegen Bietigheim, schaffen wir ihn auf jeden Fall. Dann kriegen wir es auch hin gegen Rosengarten und Zwickau und vielleicht auch gegen Halle zu siegen.

Wie fällt Ihre bisherige Saisonbilanz aus?

Meine Saison ist wie auch schon die Vorbereitung recht gut gelaufen. Ich habe hier supergroße und schnelle Schritte gemacht.

Dennoch saßen Sie zuletzt oft draußen und mussten auf halblinks Verena Oßwald den Vortritt lassen. Wie schwierig war das?

In einer Mannschaft ist es so, dass mal die eine gut spielt und mal die andere. Wir gönnen uns gegenseitig unsere Einsatzzeiten. Verena hat das auch richtig gut gemacht und sie hat, als wir gegen Oldenburg gewonnen haben, ein Superspiel gemacht. Es ist natürlich nicht einfach draußen zu sitzen, aber es gehört dazu, wenn die andere Spielerin es besser macht, es so anzunehmen. Man muss alles für die Mannschaft tun. Wenn es manchmal nicht durch Tore ist, dann muss man das Team zum Beispiel mit guten Pässen unterstützen. Meine Tore sind mir nicht das Wichtigste, die kann ich auch nur machen, wenn mein Team mir dafür die Räume schafft.

Auch dadurch, dass Sie länger die Torschützenliste der Bundesliga angeführt haben, waren Sie von vielen Vereinen umworben. Warum haben Sie sich für einen Wechsel zur sechstplatzierten Sport-Union Neckarsulm entschieden?

Ich habe die Angebote bekommen und möchte in Neckarsulm den nächsten Schritt machen und mich dort weiterentwickeln. Ich bin den Bad Wildunger Verantwortlichen super dankbar, dass sie mir den Weg auch ermöglicht haben. (jh)

Vom Talent in kurzer Zeit zur Leistungsträgerin

„Munia war überragend“, sagte Tessa Bremmer nach der Partie gegen Bietigheim über ihre Rückraumspielerin. Unter der Vipers-Trainerin hat sich Smits, die im Juli 2020 als Talent von der HSG Blomberg-Lippe nach Wildungen kam, sehr schnell zu einer Topkraft entwickelt. Auch mit ihren 99 Toren in den 30 Spielen der Vorsaison hatte die 1,78 Meter große linke Rückraumspielerin ihr großes Potenzial bereits angedeutet. Schon damals hatte Bremmer der zuvor kaum in der Deckung eingesetzten wurfgewaltigen Smits auch das Vertrauen im Abwehrinnenblock geschenkt. Nun hofft sie, dass die bescheidene Torjägerin am Samstag an ihre Glanzleistung gegen Bietigheim anknüpft und die HSG im Kellerduell in Buchholz zum Sieg führt.

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