Erst vier Partien in der Schuhwallhalle, danach geht es nach Einbeck und Göttingen

17 Heimspiele in bis zu vier Hallen! Northeimer HC weicht nach Einbeck aus

Warten auf den Freiwurf: Vier Handballer des Northeimer HC stehen, die Arme in die Höhe gestreckt, nebeneinander und hoffen darauf, den Wurf des Gegners blocken zu können.
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Vier Mal Schuhwallhalle, neun Mal Einbeck, zwei Mal Göttingen, zwei Mal noch offen: „Richtige“ Heimspiele haben die Northeimer Handballer in der an diesem Wochenende beginnenden Saison kaum.

Northeim – Lange mussten sich die Fans von Handball-Drittligist Northeimer HC gedulden, nun gibt es endlich Gewissheit. Am Mittwochabend entschied der Vorstand des Vereins, in welcher Halle die Mannschaft von Trainer Carsten Barnkothe ihre Heimspiele in der Saison 2020/2021 austragen wird. Das Ergebnis: Für die 17 Begegnungen werden drei, möglicherweise sogar vier Hallen benötigt. Mit neun Partien liegt der Schwerpunkt auf der Stadionsorthalle in Einbeck.

Diese schwierige Entscheidung war nötig geworden, nachdem der Deutsche Handball-Bund (DHB) den Schwarz-Gelben eine Verlängerung der bestehenden Ausnahmegenehmigung für Spiele in der 3. Liga versagt hatte. Die Schuhwallhalle ist zu kurz und bietet den Spielern hinter dem Tor zu wenig Platz zum Auslaufen. Die Genehmigung wäre nur verlängert worden, wenn die Planungen für den Bau einer neuen Halle bereits weiter fortgeschritten wären. Zu diesem Thema Fragen und Antworten.

Wo bestreitet der NHC nun sein erstes Heimspiel am 11. Oktober gegen die HSG Eidar Harde?

In der Schuhwallhalle! Möglich macht dies eine Übergangsfrist, die der DHB dem Northeimer Handball-Club zugestanden hat. Um nicht noch mehr Hals über Kopf und unter zeitlichem Druck nach einem neuen sportlichen Zuhause suchen zu müssen, darf der NHC seine ersten vier Heimspiele weiter in seinem bisherigen „Wohnzimmer“ austragen. Dies betrifft folgende Partien:

- 11. Oktober gegen Eidar Harde

- 25. Oktober gegen Anhalt Bernburg

- 6. November gegen SC DHFK Leipzig II

- 15. November gegen Füchse Berlin II

Und wie geht es danach weiter?

Dann wird es kompliziert. Die beiden Niedersachsen-Derbys gegen Eintracht Hildesheim (14. Februar) und den MTV Braunschweig (22. Mai) werden in der Sparkassen-Arena in Göttingen ausgetragen, mit der der Verein im DHB-Pokal schon gute Erfahrungen gemacht hat.

Für die zwei Begegnungen am 7. Februar gegen Schwerin und am 13. Mai gegen Oranienburg ist noch offen, wo gespielt wird. Die übrigen neun „Heimspiele“ bestreiten die Northeimer Handballer in der Stadionsporthalle in Einbeck.

Welche andere Hallen standen außerdem zur Debatte?

Ein Thema in der Öffentlichkeit ist auch immer wieder die BBS-Halle in Northeim gewesen. Die steht für die beiden noch zu vergebenden Duelle auch weiterhin im Raum, ist allerdings aufgrund ihrer baulichen Beschaffenheit und der zu beachtenden Corona-Auflagen nicht erste Wahl.

Wie kam der NHC zu dieser Entscheidung?

Nach langer und reiflicher Überlegung, wie der stellvertretende Vorsitzende Oliver Kirch verdeutlicht. „Unser großer Wunsch war es natürlich, bis zu einem möglichen Hallen-Neubau all unsere Heimspiele in der Schuhwallhalle zu bestreiten. Das ist leider nicht möglich. Bei der Suche nach Alternativen mussten wir sehr viel beachten. Die Hallen müssen corona-kompatibel sein, um beispielsweise die Zuschauer mit einem Einbahnstraßensystem leiten zu können. Das ist nicht überall möglich. Ein großes Plus der Einbecker Halle ist, dass sie in aller Regel an den Wochenenden frei ist. Die S-Arena in Göttingen ist für uns als Dauerlösung wegen zu höher Fixkosten zu teuer. Kosten und Aufwand müssen einfach passen.“ So fiel notgedrungen die Entscheidung, die Heimspiele auf drei, möglicherweise sogar vier Hallen zu verteilen, für die nun noch die geforderten Hygienekonzepte erarbeitet werden müssen.

Was bedeutet das für die Fans des Northeimer HC?

Dass es schwierig wird, kurzfristig an Eintrittskarten für NHC-Spiele zu kommen. In der Schuhwallhalle dürfen bei den ersten vier Heimpartien jeweils 160 Zuschauer dabei sein. 40 bis 60 Tickets gehen an Sponsoren, die vor den Spieltagen Rückmeldung geben müssen, ob sie in die Halle kommen werden. Weitere 100 Tickets sollen über Dauerkarten vergeben werden. Gibt es Rückläufer aus beiden Lagern, werden die Karten kurzfristig an der Tageskasse verkauft. Kirch: „Das war eine der schwierigsten Entscheidungen, die wir in dieser Richtung treffen mussten. Aber kurz entschlossen mal zum Handball gehen, wird auf jeden Fall deutlich schwieriger.“

Wie viele Zuschauer bei den Partien in Einbeck und Göttingen dabei sein dürfen, ist noch offen. (Marco Washausen)

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