3. Liga:

Heißes Derby zwischen SG 09 Kirchhof und SV Germania Fritzlar: „Alles Einstellungssache“

Applaus, Applaus: Trainer Dragos Negovan und die SG 09 Kirchhof sind auf einem guten Weg.
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Applaus, Applaus: Trainer Dragos Negovan und die SG 09 Kirchhof sind auf einem guten Weg.

Jetzt schlägt‘s 13! Zum 13. Mal messen sich die SG 09 Kirchhof und der SV Germania Fritzlar in einem Derby in der 3. Handball-Liga (So. 16 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen). Naturgemäß favorisiert sind die Gastgeberinnen.

Kirchhof/Fritzlar – Die bislang nach sieben Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen die Nase vorn haben. Doch ein Fakt macht das anstehende Kräftemessen zu einer Besonderheit. Nicht eine aktuelle Kirchhof-Spielerin stand in der Saison 2016/2017, als jeder Verein einmal in den direkten Duellen triumphierte, im Kader. Auf der einen Seite durchaus ein Vorteil für die SG 09, weil alle Akteurinnen unbelastet sind und frei aufspielen können. Allerdings auf der anderen Seite auch mit der Ungewissheit verbunden, welch" eigene Dynamik solche Partien haben können.

Gut für Kirchhof, dass der neue Trainer weiß, um was es geht: „Seit unserem Sieg am Samstag in Wolfsburg liegt der Fokus voll auf Fritzlar. Ich versuche alles, dass die Mädels in Derby-Stimmung kommen“, betont Dragos Negovan. Der Rumäne kramte sogar in seinen alten Aufzeichnungen nach Videos aus Spielen zu seiner Zeit (als Spieler und Trainer) mit Gensungen/Felsberg gegen Eintracht Baunatal oder auch SVH Kassel.

Besonderes Wiedersehen für beide Trainer

Der 47-Jährige liebt Nachbarschaftsduelle und freut sich auf ein unverhofftes Wiedersehen. Denn vor über 25 Jahren spielte er im Trikot von Universität Timisoara und Universität Bakau in seiner Heimat als talentierter Rechtsaußen in der 1. Liga auch gegen Steaua Bukarest. Dort wiederum führte ein kraftvoller Stratege umsichtig Regie und schaffte es gar in die Nationalmannschaft: Lazar Constantin Cojocar. Jahre später hatten beide in der deutschen Oberliga das Vergnügen. Negovan im Trikot des TV Rheinheim, Cojocar im Dress der SG Ansbach.

„Dragos ist ein guter Junge. Er hatte damals schon viel Handballverstand, ausgestattet mit toller Sprungkraft und einem guten Auge“, lobt Cojocar, den jeder nur „Lucky“ nennt, seinen Gegenüber. Dementsprechend groß ist die Vorfreude der Beiden auf ein Wiedersehen nach fast 20 Jahren. Cojocar spart nicht mit Lob und zeigt sich angetan von der Arbeit des neuen SG-Coaches: „Dragos hat aus super Neuzugängen schnell ein starkes Team geformt, das ein kurzes Gastspiel in der 3. Liga geben wird. Deswegen ist es für uns das leichteste Spiel der Saison“, betont der 51-Jährige.

Cojocar lobt Negovan

Cojocar bereitet sein Team auf ein harmonierendes Zusammenspiel von Spielmacherin Frida Nygaard Ulrichsen und Kreisläuferin Angela Cappellaro vor. Darauf, wie fix Alma Loro Jean auf der rechten Bahn unterwegs ist. Und auf die Wurfgewalt von Deborah Spatz, die sich wie keine Zweite in Kirchhof entwickelt hat. „Wir dürfen sie nicht ins Laufen kommen lassen“, fordert Fritzlars Handball-Lehrer.

Wohlwissend, dass Taktik in Derbys eher eine untergeordnete Rolle spielt. „Alles Einstellungssache“, weiß Cojocar. Und setzt dabei auf einige Derby-Heldinnen. Auf Lea Gürbig, die Ex-Kirchhoferin Lena Dietrich, Anna Holeczy, Xenia Ahrend und Hannah Puntschuh, die am 12. März 2017 mit der Germania in eigener Halle Kirchhof in einem packenden Duell mit 27:26 besiegten. Dabei noch im Tor der SG: Paula Küllmer. Die 22-Jährige, die seit 2020 in der Domstadt pariert.

Erstes Heimspiel für Evjen als Kapitänin

Bis auf Laura Israel (Schulter-OP) können die Gäste personell ebenso aus dem Vollen schöpfen wie Kirchhof bis auf Torfrau Aleksandra Orowicz (Beinverletzung). Dafür ist Ida Evjen, gegen Wolfsburg beim 31:19 noch im Angriff geschont, voll belastbar. Und heiß darauf, sich als Kapitänin in ihrem ersten Heimspiel zu beweisen. (Sebastian Schmidt)

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