Reaktionen heimischer Vereine

Doch keine Absteiger im Hessischen Handball-Verband: Jetzt muss Vellmar nicht runter

Dürfte mit seinem Team nun in der Oberliga bleiben: Vellmars Trainer Gordon Hauer (Mitte), hier mit den TSV-Spielern Till Jonas Berninger (links) und Julian Lanatowitz.
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Dürfte mit seinem Team nun in der Oberliga bleiben: Vellmars Trainer Gordon Hauer (Mitte), hier mit den TSV-Spielern Till Jonas Berninger (links) und Julian Lanatowitz. Foto: Dieter SchachtschnEIDER

Aufsteiger gibt es, Absteiger nicht: Nach der Empfehlung des Deutschen Handball-Bundes, auch die hessische Regelung zum Saisonabbruch zu ändern, haben wir in der Reaktion Stimmen gesammelt.

Die Entwicklung in den vergangenen Tagen hat Gordon Hauer mit großem Interesse verfolgt. „Ich war gespannt. Es hat sich ja schon angedeutet, dass im Handball noch etwas passieren wird“, sagt der Trainer des Oberligisten TSV Vellmar. Seit gestern weiß der 50-Jährige, dass sein Team doch nicht absteigen muss – trotz des letzten Tabellenplatzes.

Der Grund: Der Hessische Handball-Verband (HHV) ist den Empfehlungen des Deutschen Handball-Bundes gefolgt. Das heißt, dass es bei Saisonabbruch zwar Auf-, aber keine Absteiger geben wird. Am 13. März hatte der HHV für Auf- und Abstieg die zu diesem Zeitpunkt gültigen Tabellenstände zugrundegelegt. Er war der einzige Landesverband, der die Spielzeit schon im März für beendet erklärt hatte. Das hatte für viel Unmut bei den betroffenen Vereinen gesorgt.

„Wir müssen jetzt intern klären, ob wir unter sportlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten dieses Geschenk annehmen werden“, erklärt Hauer, der im Sommer seinen Posten als Trainer räumt und als Sportlicher Leiter beim TSV tätig sein wird. Es gäbe gute Gründe, in der Oberliga zu bleiben: „Wir haben in den Spielen vor der Corona-Pause gezeigt, dass wir in der Klasse angekommen sind. Und der Kader bleibt praktisch auch zusammen.“

Duelle mit dem nordhessischen Rivalen ESG Gensungen/Felsberg dürften dennoch vorerst der Vergangenheit angehören. Zwar sind noch keine Abschlusstabellen erstellt, die Edertaler rangieren aber mit einem komfortablen Vorsprung auf dem ersten Platz. „Nach diesem Sachverhalt gehen wir davon aus, dass wir aufsteigen werden“, stellt der Sportliche Leiter Michael Stahl fest. Fristgerecht hat die ESG bereits für die 3. Liga gemeldet, die im Zuständigkeitsbereich des DHB liegt.

Coach der TG Wehlheiden: Steve Winterhoff.

Selbst bei einer Quotientenregelung wären die Gensunger noch vorn. Da in einigen Ligen die Mannschaften unterschiedlich viele Partien bestritten haben, soll gegebenfalls so verfahren werden, wenn die Endstände ermittelt werden. Genauere Informationen will der HHV den Klassenleitern noch zeitnah zur Verfügung stellen. „Es könnte in den Tabellen noch Veränderungen geben“, erläutert also beispielsweise Markus Kreile, der Spielwart im Bezirk Kassel/Waldeck.

Genauso wie Vellmar hatte sich auch Frauen-Oberligist HSG Hoof/Sand/Wolfhagen schon mit einem Abstieg abgefunden. „Wir müssen das Ganze erst einmal sacken lassen“, betont Trainer Chris Ludwig. Er wird aber demnächst die elektronischen Hilfsmittel nutzen, um mit seinem Team über einen möglichen Verbleib in Hessens höchster Amateurklasse zu sprechen: „Vielleicht sogar durch eine Videokonferenz mit Facetime.“ Da nun keine regulären Absteiger vorgesehen sind, werden die Klassen in der nächsten Serie in größerer Gruppenstärke beginnen. Im Männerbereich werden einige Ligen voraussichtlich mit 16 Teams starten – bislang waren es 14. In der Landesliga hatte die TG Wehlheiden als Tabellenvorletzter bereits alle Hoffnungen begraben. Das Team von Trainer Steve Winterhoff gehörte durch das Vorpreschen des HHV zu den Leidtragenden. „Die Nachricht ist jetzt erst einmal gut fürs Gemüt, sonst hätte es sich wie ein Zwangsabstieg angefühlt“, sagt Winterhoff. Das Team will jetzt intern klären, wie es mit der Chance eines Klassenverbleibs umgeht.

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