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HNA-Umfrage: Absteiger Bieberau Aufstiegsfavorit

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Von: Ralf Ohm

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Arjan Haenen
Arjan Haenen, Trainer der MT Melsungen II © Verein

Eine HNA-Umfrage in der Handball-Oberliga bringt es an den Tag: Die HSG Bieberau-Modau ist Aufstiegsfavorit. Dahinter reihen sich aber bereits die heimischen Teams der ESG Gensungen/Felsberg und der MT Melsungen II ein.

Schwalm-Eder - Wenn sich 15 Trainer in einem Punkt einig sind, muss was dran sein an dieser Überzeugung. „Die Oberliga ist in diesem Jahr bärenstark“, sagt Ibrahim Ücel, Coach des Aufsteigers TuS Griesheim, im Einklang mit seinen Kollegen. Etwa Jan Kukla (HSG Hanau II), der die 15er Gruppe „hammerhart“ findet. „Viele Mannschaften sind richtig gut“, lautet die Einschätzung von Frank Eidam, Trainer der ESG Gensungen/Felsberg. Arjan Haenen spricht von einer „breiten Spitze“. Gemeint sind mindestens fünf Konkurrenten, die bei einer HNA-Umfrage zu Titelkandidaten gekürt wurden. Absoluter Aufstiegsfavorit: die HSG Bieberau-Modau, von sieben Übungsleitern genannt.

Die sich auch gar nicht ziert. „Wir wollen unbedingt wieder zurück in die 3. Liga“, erklärt HSG-Manager Georg Gaydoul nach 39 Jahren ununterbrochen in Deutschlands zweiter und dritter Liga. Dazu muss Trainer Rolf König allerdings einen personellen Umbruch bewältigen. Mit komplett neuem Rückraum und hochkarätigen Verstärkungen (u.a. zwei frisch verpflichteten Ukrainern, die zuvor in der 1. Russischen und der 1. Schweizer Liga auf Torejagd gingen).

Der zweite Drittliga-Absteiger, die ESG Gensungen/Felsberg, immerhin von drei Oberliga-Trainern ganz vorn erwartet, ist dagegen nach Schalles kurzfristigem Wechsel (nach Großwallstadt) noch auf der Suche nach einem Linkshänder und darüber hinaus durch Verletzungen von Cornelius Feuring und Vince Schmidt gebeutelt. Drum wäre es laut Eidam „vermessen“, mit dem absoluten Aufstiegsziel in die Saison zu gehen. Seine Strategie: „Zunächst oben festsetzen und dabei die Ausfälle kompensieren. Und dann vielleicht doch noch mal anzugreifen.“

Ebenfalls drei Trainerstimmen erhielt Nachbar MT Melsungen II, der sich mit neuem Trainer zu seinen Aufstiegsambitionen bekennt. „Wir wollen aufsteigen“, bestätigt Sviridenko-Nachfolger Arjan Haenen. Sagt aber auch, dass er seine Mannschaft nicht zu sehr unter Druck setzen will.

Heißer Saisonstart für Haenen-Team

Sein Ziel ist es, den wohl üppigsten Kader der Oberliga (20 Spieler) „voll auszuschöpfen“, was dann in 60 Minuten „auf Ballgewinn fokussierten Tempohandball“ münden soll. Bei Terminkollisionen mit der A-Jugend bzw. dem Bundesliga-Team wäre dann der Kern der Mannschaft gefordert, der in der letzten Saison nur ganz knapp an der HSG Pohlheim scheiterte.

Der Spielplan beschert der MT II gleich einen absoluten Härtetest: Am ersten Spieltag spielfrei müssen die Haenen-Schützlinge am zweiten bei der HSG Bieberau-Modau (17.9) ran. Wohl bis auf Florian Weiß (Bänderriss) in Bestbesetzung.

Zum vermeintlichen Spitzenquartett zählt auch die TSG Offenbach-Bürgel (eine Stimme). „Oben mitspielen“ lautet das Saisonziel von Trainer Marco Sokicic, der dazu seinen hochkarätigen Kader dank vier Neuzugängen aus der 3. Liga breiter aufgestellt hat: „Wir sind stärker geworden, aber das gilt auch für die gesamte Liga.“

Als Geheimfavorit und Fünfter im Bunde wird die HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim (eine Stimme) gehandelt, die sich selbst vornehm zurückhält. „Die obere Tabellenhälfte“ peilt offiziell Trainer Gilles Lorenz an. Jens Kunkel, Sportlicher Leiter des TuSpo Obernburg, traut dem Ex-Meister angesichts von zwei neuen Drittliga-Spielerin wesentlich mehr zu: „Die haben das Zeug, ganz oben zu landen.“

Sicherer ist sicherlich, dass die Aufsteiger TuS Griesheim, HSG Baunatal und TV Hüttenberg II zunächst einmal den Klassenerhalt im Blick haben müssen. Was auch für den TV Petterweil und TSV Vellmar gilt. Allen gemein ist, dass sie ihr Personal weder qualitativ noch quantitativ aufstocken konnten. „Wir spielen mit einer Landesligamannschaft in der Oberliga“, beschreibt Vellmars Trainer Abraham Rochel die Kräfteverhältnisse in Hessens höchster Spielklasse.

Der Rest - TuSpo Obernburg, TuS Dotzheim, HSG Kleenheim/L., HSG Hanau II und MSG Umstadt/H. - wird auch nach eigener Einschätzung im Mittelfeld erwartet. Was die Oberliga zu einer Drei-Klassen-Gesellschaft macht. Mit reichlich Spannungspotenzial.

Frank Eidam, Trainer der ESG Gensungen/Felsberg
Frank Eidam, Trainer ESG-Gensungen/Felsberg © Verein

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