B-Jugend-Meisterschaft

Melsungen/Körle/Guxhagen bejubelt nach 28:28-Krimi den Titel

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Das tat weh: Der starke Jona Rietze (mJSG) prallt mit Leipzigs Niklas Peter Hagenow (rechts) zusammen, erholte sich aber bald wieder.

Ein 28:28-Remis beim SC DHfK Leipzig bescherte der B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen nach dem 27:26-Hinspielsieg die Deutsche Meisterschaft, die von 200 mitgereisten Fans euphorisch gefeiert wurde.

Was muss passiert sein, dass aus sechs Feldspielern, einem Torwart und der kompletten Ersatzbank in Rekordzeit nach dem Schlusspfiff eine einzige Spielertraube wird? Etwas Großes, etwas Einmaliges. Wie das, was die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen nach dem 28:28 (8:14) beim SC DHfK Leipzig erreicht hatte. „Deutscher Meister, Deutscher Meister“, schrie David Kuntscher seine Begeisterung heraus. Immer wieder, „mindestens 15 Mal“, wie der Rückraumrechte in einem etwas ruhigeren Moment danach bekannte. „Unfassbar“ fand es Kapitän Pregler am Ziel zu sein, auch wenn sich die Mannschaft genau dieses vor der Saison selbst gesteckt hatte (siehe Artikel unten).

Zum Jubel über diesen für nordhessische Verhältnisse einzigartigen Coup gesellte sich auch „große Erleichterung“ (Trainer Georgi Sviridenko). Darüber, dass aus einem stetig schrumpfenden Vorsprung auf der Zielgeraden keine Niederlage geworden war, die das schmale Polster aus dem Hinspiel (27:26) pulverisiert hätte.

Dabei hatten die Gäste bis zur 37. Minute, als Linkaußen Beekmann auf 20:14 erhöhte, alles richtig gemacht. Rechtzeitig an den entscheidenden Stellschrauben gedreht, um den Leipziger Offensivdrang einzudämmen. Nicht von ungefähr musste nach 11:35-Minuten und drei Treffern in Folge zum 9:5 am mJSG-Kreis gewischt werden, denn dort mühten sich die SC-Angreifer wie der vor einer Woche überragende Franz Häcker oft minutenlang emsig, aber vergeblich, die gegnerische Abwehr zu knacken.

Gäste geben Sechs-Tore-Vorsprung aus der Hand

Die hatte auf einmal den Dreh raus. Jona Rietze und Paul Kompenhans übernahmen wechselweise die Position des „Indianers“ einer 5:1-Deckung und unterbanden damit die so gefährlichen Kreuzbewegungen der Gastgeber. Ein „blindes Verständnis“ (Rietze) der beiden führte zu einer perfekten Abstimmung der gesamten Defensive und zur zunehmenden Ratlosigkeit des Kontrahenten. Zumal auch noch Jannik Büde aufdrehte, dem Gegner allein in der 18. Minute drei freie Bälle wegnahm. „Meine Vorderleute haben sehr gut gearbeitet und Leipzig zu vielen Notwürfen gezwungen“, erklärte der Torwart seine 16 Paraden.

Lasse Hellemans fantastisches Rückhand-Tor zum 15:9 (28.) unterstrich das gewachsene Selbstvertrauen der Sviridenko-Schützlinge. Die verwalteten ihren Vorsprung nach dem Wechsel cool und mit Übersicht, nahmen im Angriff das Tempo heraus, um es dann - vornehmlich von Ole Pregler - durch überraschende Pässe an den Kreis wieder zu verschärfen. Das hatte Stil, war ökonomisch und effektiv.

Ehe sich die Gäste wohl doch etwas zu gemütlich in ihrer vermeintlichen Überlegenheit eingerichtet hatten. Ein gefundenes Fresse für die nimmermüden Leipziger Jungs. Die spielten plötzlich mit ihrer offenen Manndeckung alles oder nichts und Mittelmann Niclas Heitkamp traf, wie er wollte. Spätestens nach seinem zehnten Tor zum 22:25 (46.) ging bei der mJSG die Angst um. „Wir hatten schon etwas Bammel“, bekannte Ole Pregler. Und Kreisläufer Hellemann wusste: „Wenn wir jetzt noch gescheitert wären, wäre das eine Katastrophe gewesen.“

Sie scheiterten nicht, auch wenn sich der mutige Lauf der Gastgeber, der in den letzten Minuten Züge eines Spielrausches annahm, fortsetzte. Bis zum 28:28 durch Paul Bones zehn Sekunden vor Schluss. Ehe der Abpfiff die mJSG erlöste. Und kollektiv jubeln ließ.

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