Handball: 

Preglers bei der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen vereint

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Im Getümmel: Rückraumstratege Max Pregler.

Gemeinsam greifen der große Bruder Max und der kleine Bruder Ole Pregler  mit der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen nach dem Deutschen Meistertitel der B-Jugend.

Wenn Ole Pregler wie im ersten Finale um die Deutsche B-Jugend-Meisterschaft gegen den SC Leipzig das Spiel antreibt, seine Nebenleute einsetzt oder selbst aus engsten Getümmel abschließt, fühlen sich viele Beobachter an (den jungen) Max Pregler, seinen großen Bruder, erinnert. Der kann das durchaus nachvollziehen: „Unsere Spielweise ist ähnlich.“

Als Stratege, Torjäger oder auch im Zusammenspiel mit dem Kreis. Allerdings: Einen signifikanten Unterschied gibt es doch. „Ole ist in seinem Alter sowohl physisch und als auch handballerisch schon wesentlich besser ausgebildet“, meint der 25-Jährige über den 17-Jährigen.

Beide sind seit Januar vereint. Bei der B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen, die am Samstag (18 Uhr in Leipzig) mit dem 27:26-Hinspielsieg im Rücken im zweiten Duell beim Meister von 2014 den Triumph perfekt machen will. Ole als Kapitän, Max als Co-Trainer von Georgi Sviridenko, der Christian Kördel ablöste, welcher aus beruflichen Gründen kürzer treten wollte. Und so von Max Pregler die C 2-Jugend übernahm.

Die Preglers in einem Team - das war zu Beginn durchaus eine knifflige (familiäre) Konstellation. „Ich war schon skeptisch“, erinnert sich Max, während Ole die neue Situation zunächst „etwas schwierig“ fand. Mittlerweile hat er sie angenommen, ja das Beste aus ihr gemacht: „Ich vertraue auf Max. Auf seine enorme Erfahrung, auf seine Tipps, die uns echt weiter helfen.“

Eine in der gesamten Mannschaft verbreitete Akzeptanz, die auch daher rührt, dass Max all‘ das, was er erklärt, als hervorragender Handballer auch selbst vormachen kann. Er weiß, wie es geht. Der flexible Rückraumspieler, der als 17-Jähriger von der HSG Baunatal nach Melsungen wechselte, ein Jahr beim Erstligisten mittrainierte, ehe er dort in der zweiten Saison einen Profivertrag bekam.

Letztlich blieb dem Talent jedoch der Durchbruch verwehrt. Er wechselte nach Gensungen und kehrte nach vier Jahren zur MT zurück. Eine unerfüllte, abgebrochene Karriere, die dann auch noch Anfang 2018 in eine langwierige Schulterverletzung mündete, die mit Kortison behandelt werden musste.

So durchtrainiert wie nie zuvor

Max Pregler ist ehrlich genug, sein damaliges Übergewicht nicht nur darauf zurückzuführen: „Ich war einfach zu faul und habe es mir in der selbst gewählten Wohlfühlzone gut gehen lassen.“ Bis es bei ihm nach eigener Aussage Klick“ machte, er 30 Kilo abnahm. Und mittlerweile „so durchtrainiert und fit ist, wie noch nie“.

In der letzten Saison war die Umstellung auf sein neues Kampfgewicht auf dem Feld noch spürbar („Mir fehlte die Kraft“), nun hat er mit der zweiten Mannschaft der MT große Ziele: „Ich will in zwei Jahren in die 3. Liga aufsteigen.“

Der „neue“ Max ist laut MT-Jugendkoordinator Axel Renner nicht nur schlanker, sondern auch seriöser geworden. Und kommt an. Bei Ole und seinen Kameraden. Auch mit seiner Geschichte, seiner mühsamen Läuterung, die nicht nur seinem kleinen Bruder „großen Respekt“ abnötigt.

Die aber, so Max selbst, auch offenbart, wie es nicht geht: „Ich habe mich zu schnell zurückwerfen lassen und hoffe, dass Ole und die anderen Talente sich durchbeißen werden.“ Schon am Samstag in Leipzig, wo seine Jungs Geschichte schreiben können. Mit ihm auf der Bank.

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