Erik Ullrich, 15-jähriges Handballtalent der HSG Zwehren/Kassel, spielt künftig in der Berliner B-Jugend

Er hütet bald das Tor der Füchse

An ihm führt kaum ein Weg vorbei: Erik Ullrich zu Hause vor seinem alten Übungstor. Foto: wba/nh

Kaufungen. Der Ansporn kommt gerade recht. An Ehrgeiz fehlt es ihm schließlich nicht. Immerhin wurde die männliche B-Jugend der Füchse Berlin in der Saison 2015/16 Deutscher Meister. Und bei eben dieser B-Jugend will Erik Ullrich in der kommenden Spielzeit im Tor stehen. Daher wechselte der 15-Jährige von der HSG Zwehren/Kassel in die Bundeshauptstadt zu einer der besten deutschen Handball-Adressen. An diesem Wochenende zieht er um.

Um sich den Abschied zu erleichtern, fährt die Familie gemeinsam nach Berlin. Neben Erik noch Mutter Noreen Suckstorff-Ullrich, Vater Sandro Ullrich und die Geschwister Lasse (8) und Naya (6). Nach einer Nacht im Hotel bezieht Erik am Sonntag sein Zimmer im Internat der Füchse im Stadtteil Hohenschönhausen.

„Im Internat ist es ja auch ein wenig wie in der Familie.“

„Leicht wird der Weggang nicht, aber dort ist es ja auch ein wenig wie in einer Familie. Die Jungs im Internat sind alle fremd“, sagt Erik. Und die alten Kumpels wird er spätestens im Oktober wiedersehen: „Dann kommen sie für ein Wochenende zu einem Spiel gegen uns nach Berlin."

Obwohl sich auch die MT Melsungen und der TV Lemgo das Talent angeln wollten, entschied er sich für die Berliner. Was gab den Ausschlag? „Deren Konzept fand ich stimmiger. Bei den anderen hätte ich in einer WG wohnen müssen. Internat ist mir lieber. Außerdem habe ich in Berlin ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur.“ Welches er unbedingt ablegen möchte, wozu ihn nicht zuletzt der aktuelle Notenschnitt von 1,5 ermutigte.

Aber auch im Sport weiß er, was er will. „Erik hat unfassbar viel Ehrgeiz“, sagt Stefan Willrich, der ihn in Zwehren trainierte. Und auch sein bisheriger Torwarttrainer Matthias Henne setzt große Stücke auf ihn: „Er bringt alle Voraussetzungen für einen guten Torhüter mit. Trotz seiner Größe ist er sehr schnell.“

Einig sind sich Trainer und Torhüter darin, was dem künftigen Berliner noch fehlt. Erik selbst drückt es so aus: „Bei Angriffen von Außen mache ich manchmal die Lücke auf und drehe den Kopf zur Seite.“

Erfreulich für ihn, dass er den Ehrgeiz in die richtigen Bahnen gelenkt hat. „Früher bin ich fast verzweifelt, wenn ich ein paar Bälle nicht gehalten habe. Heute habe ich das im Griff“, erklärt er

Eriks großer Ehrgeiz brachte ihn dazu, neben den normalen Trainingseinheiten noch Athletik- und Fitness-Training zu betreiben. Und abends zu Hause kommt häufig die Blackroll zum Einsatz. Schließlich achtet er auf den Körper, der ziemlich schnell wuchs und ein paar Probleme bereitete. 1,93 Meter misst der lange Schlacks bereits. „Laut Berechnung soll ich zwischen 1,98 Meter und 2,03 Meter groß werden“, merkt Erik dann an.

Während ihn selbst der Weggang kaum zu sorgen scheint, ist das bei den Eltern anders. „Ich schätze, das Abschiednehmen am Sonntag in Berlin wird vorsichtigerweise sehr knapp ausfallen.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.