Handball B-Jugend mJSG

Meistertrainer Georgi Sviridenko hat Gefallen an der Nachwuchsförderung gefunden

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Daumen hoch: mJSG-Trainer Georgi Sviridenko präsentiert nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft die Goldmedaille. 

Einer der Garanten des deutschen Meistertitels der B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen ist Trainer Georgi Sviridenko.  

Die Frage sei erlaubt: Was bedeutet einem Handballfuchs wie Georgi Sviridenko - als Spieler fünf Mal Europapokalsieger, Olympiasieger und Vize-Weltmeister, als Trainer in der ersten, zweiten und dritten Liga auf der Bank - die Deutsche Meisterschaft mit der B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen? Die Antwort des Erfolgscoaches fällt nicht gerade überschwänglich aus: „Ich freue mich, dass wir am Ziel angekommen sind.“

Sie verschleiert und beschreibt. Sie verschleiert, dass der 56-jährige mit der gleichen Akribie und Leidenschaft zu Werke gegangen ist wie zuvor im Männerbereich von Dessau, Düsseldorf oder Gummersbach (U 23). Und dass seine Anspannung in den Endrunden-Spielen um die Deutsche Meisterschaft nach eigener Aussage durchaus mit der vor den Europapokal-Einsätzen mit SKA Minsk in den 80er Jahren vergleichbar war. Sie beschreibt, dass er das große Ziel Spiel für Spiel angegangen ist, verbunden mit der Ansage an seine Jungs, „von Spiel zu Spiel“ zu denken: „Dann kann so etwas wie dieser Titel herauskommen.“

Wohin die Reise gehen könnte, hatte der Diplom-Sportlehrer nach den beiden Siegen gegen Titelkandidat Flensburg/Handewitt im Achtelfinale geahnt. Für ihn „ein toller Einstieg in die Endrunde“, bei dem die Mannschaft nahezu das Optimum abgerufen hätte. Danach hatte der gebürtige Minsker fast in jedem Spiel etwas an seinem Team auszusetzen, nur eins nicht: „Charakter hat die Mannschaft immer gezeigt.“ Und sich so auch in kniffligen Situationen behauptet.

Eine relativ schnelle Entwicklung, die Georgi Sviridenko die Trainingsarbeit mit Jugendlichen schätzen lehrte. Denn nach seinem Wechsel 2015 von der U 23 des VfL Gummersbach zur MT war er zunächst keineswegs erbaut davon, neben der zweiten Mannschaft des Bundesligisten noch eine Jugendmannschaft zu trainieren: „Das war Teil des Vertrages.“

Neue Herausforderungen angenommen

Doch dann habe Georgi Sviridenko schnell Lust an dieser Aufgabe bekommen und sich als gestandener Männertrainer auf die neuen Herausforderungen eingestellt. „Das sind zwei Paar Schuhe. Bei den Männern geht es darum, dass sie das abrufen, was sie können, bei den Jugendlichen muss man an deren Persönlichkeiten arbeiten“, bringt er diese auf den Punkt. Besonders schwierig: der Anfang. Vor zwei Jahren hatte er sein aktuelles Team - die damalige C-Jugend - übernommen. „Wilde Jungs mit wenig Disziplin“, die es zu bändigen galt.

Mittlerweile sei das „Gesamtpaket“ aus persönlicher, schulischer und (als frischgebackener Meister) handballerischer Entwicklung seiner Schützlinge „viel besser geworden“. Auch er selbst, häufig mehr als Ausbilder oder Vaterfigur denn als konventioneller Trainer gefragt, habe sich verändert. „Ich bin flexibler geworden“, sagt eine autoritäre Persönlichkeit mit klaren Regeln. Die mit Max Pregler seit Januar „die optimale Ergänzung“ (MT-Jugendkoordinator Axel Renner) an seiner Seite hat. Die (grobe) Aufgabenteilung: Der Rückraumstratege aus der zweiten Mannschaft hört in die Spieler hinein, während sein Chef die Entscheidungen fällt.

Der Co-Trainer lobt an ihm, „dass er sein Spielkonzept an die Fähigkeiten der Spieler anzupassen weiß.“ Und an die taktischen Notwendigkeiten. Wenn‘s sein muss Woche für Woche.

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