Treten in große Fußstapfen

Melsunger Handball-Nachwuchs auf den Spuren von SVH und Huskies

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Das Tor im Visier: Lasse Hellmann (30) und Schütze Paul Kompenhans von der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen im Halbfinal-Rückspiel gegen den SC Magdeburg (21:23). Foto: BERND HAHN

Die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen spielt um die Deutsche Handball-Meisterschaft. Vorbilder in Nordhessen sind rar. Eine Zeitreise:

Sie greifen tatsächlich nach dem Titel: Die B-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen spielt um die Deutsche Handball-Meisterschaft. In Seniorenteams haben einst nur die Feldhandballer des SV Harleshausen und die Eishockeycracks der Kassels Huskies es in DM-Finals geschafft.

Falls sich die 16- und 17-jährigen Nordhessen in den beiden Begegnungen mit dem SC DHfK Leipzig (Samstag, 16 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen und 15. Juni, 16 Uhr in Leipzig) durchsetzen, stellt die Region erstmals einen nationalen Champion – zumindest in den hier populären Mannschaftssportarten Fußball, Handball und Eishockey.

Nur zwei nordhessische Teams haben es bislang geschafft, bis zum Schluss bei den Senioren um die nationalen Titel mitzuspielen. 1973 schickte sich die SV Harleshausen an, Deutscher Meister im Feldhandball zu werden, und 1997 griffen die Huskies nach der Krone im Eishockey. Während die Handballer aus dem Kasseler Stadtteil vor 46 Jahren am TV Großwallstadt scheiterten, mussten die Eishockeyspieler ein knappes Vierteljahrhundert später die Klasse der Mannheimer Adler anerkennen. Also begeben wir uns auf eine Zeitreise zurück in 1973 und 1997.

Vizemeister Hermann Bork (SVH)

Wetzlar, 15. Juli 1973: Im Finale um den letzten deutschen Titel im Feldhandball zwischen dem SV Harleshausen und dem TV Großwallstadt steht es kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit 9:9, als die Kasseler ihren zehnten Treffer erzielen. Der aber wird vom Schiedsrichter aus nie geklärten Gründen annulliert, es geht in die Verlängerung. Und schließlich unterliegt der SVH 10:13. Die Vizemeisterschaft holten Hans Henne, Wilfried Koch, Jürgen Sattler, Hermann Bork, Klaus Dippel, Hans Koslowski, Vinko Dekaris, Jockel Bock, Richard Behrend, Kurt Himmelmann, Ewald Fendler, Manfred Nagelschmitt, Rainer Gau und Henner Nordheim.

Vizemeister Mike Millar (Huskies)

Mannheim, 11. April 1997: Zwei der mindestens drei und höchstens fünf Playoff-Finalspiele haben die Huskies schon verloren, als beim zweiten Gastspiel in Mannheim die Entscheidung zu Gunsten der Adler droht. Die Kasseler geben noch einmal alles, kämpfen bis zur letzten Sekunde, müssen aber eine 2:4-Niederlage hinnehmen. Zunächst ist die Enttäuschung riesengroß, aber nur wenige Tage später realisieren die meisten Spieler, dass sie etwas Großartiges geleistet haben.

Zum Gewinn der Vizemeisterschaft haben 26 Spieler beigetragen. Die klangvollsten Namen im Team von Trainer Gerhard Brunner trugen Pavel Cagas, Roger Öhman, Greg Johnston, Milan Mokros, Mike Millar, Jukka Seppo, Roger Hansson, Greg Evtushevski, Dave Morrison und Robert Burakovsky.

Nachwuchs: Wilhelmshöhe war Meister, Hermannia und Zwehren im Halbfinale

Im Nachwuchsbereich gab es für nordhessische Teams einige Erfolge mehr. Hier eine Auswahl derer, die in Erinnerung blieben:

1969, Volleyball: Die Talente der TSG Wilhelmshöhe, ein Team der Albert-Schweitzer-Schule, wurde in Düsseldorf Deutscher Schüler-Meister. Ein Jahr nach Rang drei setzte sich die Mannschaft von Studienrat Andreas Besch in einem dramatischen Finale 3:2 gegen die Freiburger Turnerschaft durch. Es spielten: Roland Beth, Klaus Döhne, Michael Filgraebe, Hartmut Gerber, Kurt Grützner, Jörn Lehmann, Michael Lumm, Jochen Plümer, Gerhard Prentzell und Horst Seidenfaden.

1984, Handball: Ihr gemeinsamer Weg begann in der E-Jugend an der Schule Warteberg/Philippinenhof bei Lehrer Gerd Lang, der Höhepunkt war in der A-Jugend des SV Hermannia Kassel dann der Gewinn der Deutschen Vizemeisterschaft. Nach Hessen- und Südwest-Titelgewinn endete der Siegeszug der Schützlinge von Trainer Adolf Willrich erst im DM-Halbfinale mit 20:24 und 18:22 gegen Erlangen. Erfolgreich waren Dietmar Rohde, Michael Leuschner, Wolfgang Denk, Bernd Koschinski, Stefan Becker, Uwe Nagelschmitt, Andreas Eichel, Ralf Helbing und Jean-Claude Gutzeit.

1981 hatten Denk, Leuschner und Becker bereits mit der Schulmannschaft des heutigen Goethegymnasiums im Wettkampf II das Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin gewonnen. Zum Team von Trainerlehrer Michael Boldt, das sich nach dramatischem Spiel mit zwei Verlängerungen im Siebenmeterwerfen gegen Pfullingen durchsetzte, gehörten außerdem Mathias Henne, Georg Scharf, Frank Schiffmann, Schüßler, Rüdiger Amsler und Markus Grzessitzek.

2008, Handball: Die B-Jungen der HSG Zwehren, Jahrgang 1991/92, schaffen es mit dem Trainerduo Claudia Stehr/Michael Kopeinigg bis ins DM-Halbfinale. Dann erst war der SC Magdeburg mit sieben Junioren-Nationalspielern um den späteren Bundesliga-Torschützenkönig Matthias Musche zu stark für die Kasseler, die in eigener Halle 18:28 unterlagen. Dabei waren Sascha Kauffmann, Max Henkel, Jannik Steiner, Sebastian Köhler, Tim Konermann, Pascal Köster, Moritz Kauffmann, Jan Scheller, Felix Geßner, Max Gribner, Christian Damm, Fabian Struif, Sven Vogel und David Gerner.

2 013, Handball: Die B-Mädchen der HSG Zwehren holten mit 32:0 Punkten den Hessentitel, kämpften sich weiter bis ins DM-Halbfinale und scheiterten dann erst mit 16:32 gegen Aldekerk. Im Spiel um Rang drei unterlagen die Kasseler 26:27 gegen Gastgeber Ketsch. Trainer Dietmar Hoppe betreute Maren Dasenbrock, Vivian Tum, Lisa Risilia, Sarah Demlehner, Johanna Siegmann, Alina Küster, Anna Siebert, Maria Kiwa, Julia Hoppe, Kim Gerlach, Felicia Geßner, Luisa Fischmann und Anne Rintsch.

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