B-Jugend-Meisterschaft

Ein Sieg ohne Polster für die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen im ersten Finale gegen Leipzig

+
Von Linksaußen eine Bank: Ben Beekmann (mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen) lässt den Leipziger Dominik Eckart (r.) stehen und erzielt einen seiner sechs Treffer.

Im ersten Finale um die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend-Handballer siegte die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen nach toller Aufholjagd mit 27:26 gegen den SC DHfK Leipzig.

Sie haben es wieder gemacht, die B-Jugend-Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen. Und das sogar im ersten Finale um die Deutsche Meisterschaft gegen den SC DHfK Leipzig. Nämlich hinten raus ein Spiel umgebogen, eine drohende Niederlage in einen Sieg verwandelt. Sich von 1200 begeisterten Zuschauern in der Melsunger Stadtsporthalle nach vorn peitschen lassen und dabei kühlen Kopf bewahrt. „Wir haben diese Atmosphäre in der Schlussphase aufgesogen und dann unser Ding gemacht“, erklärte Ole Pregler die finale Wende vom 19:22 nach 38 zum 27:26 (15:14) nach 50 Minuten.

An der der Kapitän selbst maßgeblich beteiligt war. Mit zwei Treffern aus der zweiten Reihe. Und mit Anspielen der Extraklasse auf Nebenmann Kuntscher, Kreisläufer Hellemann und Linksaußen Beekmann, die diese gekonnt zu verwerten wussten. Da nun dank des eingewechselten Torwarts Kröger auch die Abwehr kompakter stand, knickten die bärenstarken Gäste doch noch ein. „Am Ende konnten wir nicht mehr zusetzen“, bekannte Franz Häcker, mit zehn Treffern der überragende Torschütze der Leipziger, die die knappe Niederlage dennoch als gute Ausgangsposition verkauften. „Hätte mir vorher jemand ein solches Ergebnis angeboten, ich hätte es genommen“, sagte SC-Coach Matthias Albrecht.

Die Gastgeber wohl auch. „Es war in einem dramatischen Spiel alles drin für uns. Ein höherer Sieg, aber auch eine Niederlage, so dass wir froh sind, diesen knappen Erfolg nach Hause gebracht zu haben“, lautete das Fazit seines Kollegen Georgi Sviridenko, der natürlich um die im Laufe der Endrunde so häufig unter Beweis gestellte Auswärtsstärke seiner Mannschaft weiß.

Franz Häcker war nicht zu halten

Und um die Möglichkeiten, die Fehler aus dem ersten Vergleich mit dem Meister der Mitteldeutschen Oberliga im zweiten zu vermeiden. Die lagen vornehmlich in der Abwehr, die den Leipziger Rückraum - zuvor nicht unbedingt als Aushängeschild der Albrecht-Schützlinge gehandelt - nicht in den Griff bekam. Alle voran Franz Häcker, der schalten und walten konnte, fast wie er wollte. „Wenn mich keiner anfasst, werfe ich eben“, beschrieb der Rückraumlinke sein Erfolgsrezept. Er profitierte dabei von der fehlenden Balance der mJSG-Abwehrspieler, die sich von den Kreuzbewegungen der Gäste daran hindern ließen, rechtzeitig aus dem 6:0-Defensivverbund heraus zu treten. „Das passte nicht“, gestand David Kuntscher.

Was passte, waren die Konzepte gegen die offensive 3:2:1-Deckung des Gegners. Dank Übergängen von allen Positionen, wie von Trainer Sviridenko gefordert, mutierten die vorgezogenen Niclas Heitkamp und Finn Leun zu Slalomstangen, die Kompenhans, Pregler und Co. gekonnt umkurvten. So richtig kam der mJSG-Express ab Mitte der ersten Halbzeit auf Touren, als die Sviridenko-Schützlinge aus einem 6:9-Rückstand eine 15:14-Pausenführung machten.

„Das war ein Spiel für die Außen“, freute sich Ben Beekmann über sechs teils spektakuläre Tore. Auch auf Lasse Hellemann war, besonders in der zweiten Welle, Verlass. „Unser Angriffsspiel war ziemlich unberechenbar für den Gegner“, stellte der Kreisläufer zufrieden fest.

Der Kontrahent baute dagegen im Positionsangriff fast ausschließlich auf seine zweiten Reihe - und war damit phasenweise sogar noch erfolgreicher. Bis sich die Gastgeber einer ihrer ganz speziellen Stärken besannen, die taktisch nicht mal ansatzweise zu erklären ist. Und die Mut fürs Rückspiel macht. Auch wenn „nur“ ein Sieg ohne Polster heraussprang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.