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Mündener Minitruppe war nicht aufzuhalten

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Von: Manuel Brandenstein

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Die Regionsoberliga-Meister der JSG mit (von links) Anna Baake (auch weibl. B-Jugend), Trainerin Marion Rost, Luise Huber (auch weibl. B-Jugend), Kim Jette Rolf, Lilli Urbschat, Nele Hellfeier, Carolina Kretschmann, Malin Frankfurth, Franziska Küllmer, Ailke Nordhausen.
Hatten gut lachen: Die Regionsoberliga-Meister der JSG mit (von links) Anna Baake (auch weibl. B-Jugend), Trainerin Marion Rost, Luise Huber (auch weibl. B-Jugend), Kim Jette Rolf, Lilli Urbschat, Nele Hellfeier, Carolina Kretschmann, Malin Frankfurth, Franziska Küllmer, Ailke Nordhausen. © JSG Münden/Volkmarshausen

Die A-Jugend-Handballerinnen der JSG Münden/Volkmarshausen wurden Meister der Regionsoberliga. Trainerin Marion Rost legt nun erst mal eine Pause ein.

Hann. Münden – Sie dominierten die gesamte Saison der A-Jugend-Regionsoberliga und doch fiel die Entscheidung erst am allerletzten Spieltag. Der älteste Jahrgang der JSG Münden/Volkmarshausen sicherte sich die Meisterschaft.

Danach sah es im Sommer 2021 zunächst nicht aus. Ähnlich wie im männlichen Nachwuchsbereich stand kurzzeitig sogar eine Abmeldung der weiblichen A-Jugend vom Spielbetrieb im Raum. „Ich hatte zunächst sechs Feldspieler und eine Torhüterin. Außerdem konnte die B-Jugend nicht derart aushelfen wie zuvor“, blickt Trainerin Marion Rost, die das Team zusammen mit Marvin Ilse betreute, zurück. Rost war der festen Überzeugung, dass man eine Saison in der Landesliga – eigentlich der minimale Anspruch der JSG – mit so wenigen Spielerinnen nicht durchhalten könne. „Hätte ich da schon gewusst, wie das Niveau in der Regionsoberliga aussieht, hätten wir uns vielleicht anders entschieden.“

Denn vom ersten Spiel an war klar zu sehen, dass die JSG absolut überlegen sein würde. Kantersieg auf Kantersieg wurde eingefahren. Darunter ein 50:21-Erfolg gegen Stockheim; insgesamt wurde siebenmal die 40-Tore-Marke geknackt oder überschritten. Es sprach für die Spielerinnen, dass sie trotzdem in der großen Mehrzahl der Partien voll konzentriert agierten und stets für sich das Beste herausholen wollten. Das war auch beim Saisonfinale in Katlenburg zu sehen. Obwohl auch die gastgebende HSG Rhumetal sich in dieser Partie den Staffelsieg hätte holen können und auf JSG-Seite einige Leistungsträgerinnen fehlten, siegte Münden/Volkmarshausen mit 41:29. Viel deutlicher hätte man seine Dominanz nicht beweisen können.

Um zumindest etwas gefordert zu sein, kamen während der wegen Corona fast drei Monate lang unterbrochenen Saison alle Spielerinnen zusätzlich in den Frauenmannschaften des SV Schedetal Volkmarshausen zum Einsatz. Jette Rolf, die aus Geismar zur JSG gekommen war, warf sogar für ihren Heimatverein MTV Geismar zahlreiche Tore im Oberligateam. Um auch in den Jugendspielen motiviert zu bleiben, stellte man sich interne Herausforderungen: Beispielsweise ging es darum, den Gegner unter 15 Treffern zu halten oder auch mal die Topwerferin der Gäste möglichst effektiv auszuschalten.

Die Ausnahmestellung der Mündenerinnen bescherte ihnen nicht nur Lob und Anerkennung. „Für uns als Trainer war es sogar eine recht schwierige Saison, denn die Gegner waren regelrecht böse auf uns“, erzählt Marion Rost. „In der Hinrunde musste ich Rede und Antwort stehen und in der Rückserie wollte gegen uns keiner mehr antreten.“ Auch von Zuschauern und Spielerinnen musste man sich einiges anhören. Zudem verzichteten mehrere Klubs angesichts ihrer Chancenlosigkeit darauf, nach Hann. Münden zu kommen. Auch das war nicht gerade ein sportliches Verhalten. Trotzdem ließ sich die JSG ihren Spaß am Handballspiel nicht vermiesen. Der Staffelsieg wird noch im Rahmen einer Abschlussfahrt nach Kroatien gefeiert.

Nach rund 20 Jahren engagierter Nachwuchsarbeit für die JSG wird Marion Rost diesen Job erst mal an den Nagel hängen. Was bleibt, sind viele erfolgreiche Jahre. Mit der aktuellen Mannschaft hatte die heute 53-Jährige schon in der E-Jugend begonnen. In der C-Jugend wurde sogar die Oberliga erreicht und anschließend die Meisterschaft in der Landesliga errungen. „Für mich war es der richtige Abschluss“, sagt Rost, die allen Spielerinnen einen erfolgreichen Übergang in den Frauenbereich wünscht. Außerdem bedankt sie sich beim neuen Vorstand der JSG und auch des SVS für die Unterstützung und ihre schwierige Arbeit unter Corona-Bedingungen. „Was da auf die Beine gestellt wurde und wie verlässlich das alles war, davor muss ich den Hut ziehen“, sagt Marion Rost abschließend. (Manuel Brandenstein)

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