Handball-Oberliga Frauen

Kathleen Nepolsky von der HSG Plesse: „So viel Gänsehaut nochmal erleben“

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Prominenter Neuzugang bei der HSG Plesse-Hardenberg: Kathleen Nepolsky war auch schon in der ersten und zweiten Bundesliga aktiv. 

Für die gerade gestartete Oberligasaison haben sich die Handballfrauen der HSG Plesse-Hardenberg prominent verstärkt. Kathleen Nepolsky war bereits in der ersten und zweiten Bundesliga aktiv. Sie wechselte von Drittligist Fritzlar zur Spielgemeinschaft unter den Burgen.

Dem Handballsport verschrieben hat sich Kathleen auch aufgrund der familiären Vorbelastung durch ihre Mutter, selbst jahrelang mit dem kleineren runden Leder aktiv. Sechs Jahre war sie auch ihre Trainerin. „Ich habe vieles ausprobiert: Ballett, Eiskunstlauf, Eisschnelllaufen und Badminton, bin dann aber beim Handball hängen geblieben.“ Ein direktes Vorbild gibt es nicht. Aus sportlicher Sicht hat sie ein Auge auf Stefan Kretzschmar geworfen. „Ich war ja auch eigentlich immer Außenspielerin. In der Jugend Linksaußen, bei den Frauen habe ich dann häufiger rechts gespielt.“

Der Kontakt zur HSG Plesse-Hardenberg kam durch einen Anruf von Teammanagerin Maike Lapschies zustande. „Ich war dann mehrere Male beim Probetraining“, berichtet die erfahrene Handballerin, die ihre Laufbahn nach einem Kreuzbandriss im März 2019, damals aktiv für Eintracht Böddiger, eigentlich beenden wollte. Nach einer siebenmonatigen Pause stieg sie für Germania Fritzlar in der 3. Liga wieder ein. „Gesundheitlich war das okay, leistungstechnisch schwierig. Der Start war holprig. Es fehlte die Kraft. Ich hätte mir vielleicht etwas mehr Zeit lassen sollen.“

Nach den Eindrücken aus ihrer „Testphase“ mit dem Burgenteam entschloss sich Kathleen dann trotz der langen Fahrzeit von Kassel nach Bovenden, sich der HSG anzuschließen. „Die Mädels waren extrem angenehm. Es herrscht ein harmonisches Klima“, erzählt die Neue. „Ich möchte der Mannschaft mit meiner Erfahrung helfen und sie unterstützen.“ Wie? In dem sie ihre Stärken einbringt. „Ich würde mich als sehr teamfähig und kommunikativ bezeichnen.“ Auf die Sollseite setzt sie ihre gelegentliche Ungeduld. „Und ich spiele nicht gerne ohne Harz“, betont sie.

Was die Erwartungen für die erste Spielzeit im Burgenteam angeht, legt die gebürtige Sächsin die Messlatte nicht zu hoch. „Mir ist die Entwicklung wichtig. Ich möchte, dass wir als Mannschaft zusammenspielen.“ Die HSG habe die abgelaufene Serie schon sehr weit oben abgeschlossen. „Das zu wiederholen, ist wohl realistisch, wenn wir uns konzentrieren. Alles, was darüber ist, wäre schön. Ich hoffe einfach, dass es eine gute Saison wird.“

Die Antwort auf die Frage, ob sie im Laufe ihrer Laufbahn eine sportliche Entscheidung bereut habe, kommt schnell und eindeutig. „Nein!“ Etwas ausführlicher beschäftigt sich die Flügelspielerin mit den schönen Seiten ihres Sports. Einen festen Platz hat der Aufstieg mit Rödertal in die 2. Liga im Jahr 2013. „Das war eine geile Mannschaft, in der ich lange gespielt habe.“ Zu den eindrücklichsten Momenten zählt ein Sachsenderby gegen Zwickau. „Die Stimmung war riesig. So emotional, so viel Gänsehaut – einfach einmalig! Das würde ich gerne noch einmal erleben.“

Ganz oben auf der Skala steht natürlich das Erlebnis, Bundesliga gespielt zu haben. Der HC Rödertal, erst 2009 gegründet, schaffte es in nur acht Jahren von der 5. Liga bis in die deutsche Eliteklasse. Aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten und einiger Abgänge war der Aufstieg aber mit Widrigkeiten verbunden. „Es war eine interessante Erfahrung, auch wenn ich es so heute nicht mehr machen würde“, blickt Kathleen mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Mit nur einem Pluszähler endete das Abenteuer als abgeschlagenes Schlusslicht. „Man nimmt aber Dinge auch anders wahr. Man spielt gegen die besten Spielerinnen und kann dabei viel lernen. Gegen eine Nationaltorhüterin den Ball im Winkel zu versenken, so etwas hätte ich ohne den Aufstieg nie erlebt.“ zys

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