Relegation zur 2. Liga

Kirchhof bekommt es mit ehrgeizigem Drittligisten zu tun

„Kopf“ des TV Aldekerk: Spielmacherin und Abwehrstrategin Fabienne Huppers (r.), hier im Zweikampf mit Fritzlars Esther Meyfarth.
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„Kopf“ des TV Aldekerk: Spielmacherin und Abwehrstrategin Fabienne Huppers (r.), hier im Zweikampf mit Fritzlars Esther Meyfarth.

„Wir wollen es jetzt auch mal versuchen“, sagt Georg van Neerven, Obmann des TV Aldekerk. Was? „In die 2. Bundesliga aufsteigen.“ Also sich nicht nur, wie bisher, als Kaderschmiede am Niederrhein für die höherklassige Konkurrenz profilieren, sondern selbst nach den Sternen greifen und von der eigenen, hervorragenden Jugendarbeit profitieren.

Aldekerk - Die Gelegenheit dazu ergab sich nach nur sechs Saisonspielen: zwei in der 3. Liga Nordwest (ein Sieg und eine Niederlage), ehe die Saison 2020/2021 abgebrochen wurde, und vier in der Aufstiegsrunde zum Unterhaus nach dem Restart (ein Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen), was den Westdeutschen hinter den Aufsteigern Regensburg und Heide als Dritter die Möglichkeit beschert, nun über die Relegation gegen Zweitligist Kirchhof (Hinspiel So. 16 Uhr in Melsungen, Rückspiel am 9. Juni 19 Uhr in Kerken) nachzuziehen.

Dass der Gegner als Drittletzter der 2. Liga eine Pandemie geprägte, bisweilen aufgrund diverser Corona-Fälle quälende Saison mit 26 Spielen in den Knochen hat, sieht Aldekerks Trainerin keineswegs als Vorteil. Ganz im Gegenteil. „Kirchhof ist eingespielt“, sagt Yvonne Fillgert.

Und findet es „durchaus verdient, dass wir nun um den Aufstieg spielen können“. Denn: Als Tabellenführer bei Abbruch der Saison 2019/2020 verzichtete der ATV aus ökonomischen Gründen auf die 2. Liga. Das folgende Jahr wurde laut Obmann van Neerven dazu genutzt, die wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen: „Nun sind wir bereit.“

Ex-Nationalspielerin stellt die Weichen

Die sportlichen Weichen soll Trainerin Fillgert stellen. Die ehemalige National- und langjährige Bundesliga-Spielerin des Buxtehuder SV (1995 bis 1998) und von Bayer Leverkusen (1998 bis 2009), die das Team 2019 übernommen und mit ihrer Idee vom leidenschaftlichen Tempohandball erfolgreich geprägt hat. Und dabei vorwiegend auf Eigengewächse bauen konnte: 13 Spielerinnen des 16er Kaders spielten bereits in der Aldekerker Jugend, wurden zum größten Teil im Leistungszenrum des Vereins ausgebildet.

Torfrau Norah Kothen und Kreisläuferin Julia Albin beispielsweise, beide aktuelle Junioren-Nationalspielerinnen. Und beide geführt von erfahrenen Spielerinnen wie Spielmacherin Fabienne Huppers oder der wurfgewaltigen Svenja Rottwinkel, die im rechten Rückraum von Linkshänderin Birga van Neerven unterstützt wird. „Die Mischung stimmt“, verweist die B-Lizenz-Inhaberin auf die „große Geschlossenheit“ ihres ehrgeizigen Teams.

Das sich allerdings für die kommende Saison nach einer neuen linken Seite umschauen muss. Denn Flügelspielerin Lena Heimes und die Rückraumlinke Pia Kühn, die Schwester von MT-Torjäger Julius Kühn, wechseln zum Zweitligisten TuS Lintfort. Diese Entscheidung fiel, als die beiden noch nicht wussten, dass sie mit dem TV Aldekerk doch noch nach den Sternen greifen konnten.

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