2. Bundesliga

SG 09 Kirchhof bricht den Bann und verfällt trotzdem in alte Fehler

Zwei Kirchhoferinnen in Torlaune: Jana Schaffrick (l.) und Iva van der Linden trugen insgesamt 15 Treffer zum 31:25-Sieg gegen Freiburg bei.
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Zwei Kirchhoferinnen in Torlaune: Jana Schaffrick (l.) und Iva van der Linden trugen insgesamt 15 Treffer zum 31:25-Sieg gegen Freiburg bei.

Nach sieben sieglosen Spielen schöpfen die Handball-Damen der SG 09 Kirchhof dank eines 31:25 (16:9)-Erfolges gegen die HSG Freiburg neue Hoffnung im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga.

Melsungen - Die Szenerie sagte alles über Sieger und Verlierer: ein tanzendes Knäuel Kirchhofer Spielerinnen und ein erschöpfter, aber glücklicher Trainer daneben. „Ich bin erleichtert“, sagte Martin Denk, auch wenn er wusste, dass das 31:25 (16:9) gegen die HSG Freiburg im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga „erst der erste Schritt zum Klassenerhalt“ war.

Enttäuscht, aber trotzdem erhobenen Hauptes verließen die Gäste das Feld. „Wir haben in der Schlussphase toll gekämpft“, lobte HSG-Coach Ralf Wiggenhauser seine Schützlinge. Denen hatte nach 40 Minuten (25:13) eine wahre Klatsche gedroht, die sie aber noch dank starker Moral abwenden konnten.

Kein Wendepunkt, aber eine Zäsur in einem bis dahin einseitigen Spiel. Klar war der Druck des Gewinnen-Müssens auf den Schultern der Gastgeberinnen von Beginn an spürbar. Die versuchten sich durch lange Angriffe und viel Tempo im Rückraum die Nervosität aus den Trikots zu spielen, was immer besser gelang, als neben Diana Sabljak auch Iva van der Linden verlässlich traf.

„Ich hatte viel Platz und habe versucht, die Torhüterin auszugucken“, erklärte die Rechtsaußen ihre enorme Leistungssteigerung. Der erste Wurf der 21-jährigen Linkshänderin ging noch daneben (3.), alle anderen danach - insgesamt acht - saßen. Als auch noch die dynamische Jana Schaffrick am Kreis auftaute, war‘s um den Tabellenletzten geschehen. Wurde aus dem 6:6 (11.) ein 10:6 (17.) und drei Minuten später ein 13:7 (20.).

SG-Deckung mit starker Torfrau Siggaard eine Bank

Den Grundstein einer letztlich doch noch überlegenen ersten Hälfte legten die Kirchhoferinnen allerdings in der Deckung. Die vom SG-Trainer bevorzugten Pärchen Spatz/Kavaliauskaite sowie Sabljak/Schaffrick im Zentrum der 6:0-Formation harmonierten prächtig - und dahinter hatte Torfrau Siggaard erneut einen richtig guten Tag.

Unmittelbar nach dem Wechsel, beim 4:0-Lauf zum 20:10 war sogar die allzu lange vermisste „Leichtigkeit“ wieder da. Als Sabljak und van der Linden (2) mit drei Treffern in Folge gar auf 24:12 erhöhten, stellte sich die Frage nach dem Sieger schon nicht mehr. Winkte diesem vielmehr die Aussicht, sogar etwas fürs ramponierte Torverhältnis tun zu können.

Diese Chance wurde vertan. Wie schon in den Spielen zuvor ließ die SG in der Endphase merklich nach. Riss der Faden in ihrem Offensivspiel, was dem geschlagenen, aber unverwüstlichen Gegner leichte Treffer per Tempogegenstoß ermöglichte. „Wir haben uns nicht mehr an unsere Marschroute gehalten“, gestand Kapitänin Sabljak.

Was einerseits daran lag, dass Freiburg auf eine offensivere 5:1-Deckung umgeschaltete hatte (Wigggenhauser: „Die lag Kirchhof überhaupt nicht“), andererseits aber auch daran, dass Beugels, Kavaliauskaite und Co. keine Antwort drauf hatten. So avancierte Frederikke Siggaard zur einzigen Konstante.

Auch Martin Denk griff (personell) nicht ein, hatte allerdings nur wenige Alternativen auf der Bank. Und erklärte den Filmriss damit, „dass die ersten 40 Minuten gerade für den Kopf sehr viel Kraft gekostet haben“. Also gilt‘s im zweiten Schritt daran zu arbeiten, dass seine Mannschaft ihre Linie 60 Minuten durchhält. Um dem Befreiungsschlag die Wende (und damit den Klassenerhalt) folgen zu lassen.

Kirchhof: Siggaard (16 Paraden/30 Gegentore), Jurcevic (bei einem 7m, 0/1); Özcelik 4, Schaffrick 7, Harder, Evjen, van der Linden 8, Sabljak 7/1, Beugels 3, Immelnkämper, Kavaliauskaite 2, Prauss, Spatz.

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