RELEGATION

Kirchhof freut sich nach Aufholjagd über 27:27 - und muss nun endgültig liefern

Bejubelt den späten Ausgleich: die Kirchhoferin Ida Evjen, die auch ihren achten Siebenmeter zum 27:27 ganz sicher verwandelte.
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Bejubelt den späten Ausgleich: die Kirchhoferin Ida Evjen, die auch ihren achten Siebenmeter zum 27:27 ganz sicher verwandelte.

Der Klassenerhalt der SG 09 Kirchhof hängt am seidenen Faden, das Relegationsrückspiel beim TV Aldekerk (Mi. 19) wird zum Griff nach dem Strohhalm. Denn: Im Hinspiel kam der heimische Handball-Zweitligist nicht über ein 27:27 (13:12) hinaus.

Melsungen- Immerhin diente die letzte SG-Aktion als Hoffnungsschimmer, als Rückraumspielerin Evjen mit der Schluss-Sirene auch ihren achten Siebenmeter verwandelte, was den Gastgeberinnen noch ein Remis bescherte. Von einem „psychologischen Plus“ sprach Kirchhofs Trainer Denk, während sich seine Kollegin Yvone Fillgert ein wenig ärgerte: „Das ist am Ende für uns ein bisschen ungünstig gelaufen.“ Schließlich hatte ihr Team seit der 40. Minute stets geführt, ohne sich allerdings entscheidend absetzen zu können.

Denn trotz vieler spielerischer Unzulänglichkeiten war Kirchhofs Moral intakt. Ebenso Evjens Coolness vom Punkt. Mit ihrem fünften Treffer zum 23:25 (50.) leitete sie die Aufholjagd ein, mit drei weiteren Siebenmetern glich sie danach jeweils aus. „Ich hab‘ einfach nur meine Aufgabe erfüllt“, gab sich die 20-jährige Norwegerin bescheiden.

Nur Diana Sabljak ohne Angst

Ihr Nervenkostüm hätte sich Martin Denk auch bei seinen weiteren Spielerinnen gewünscht. „Bis auf Diana Sabljak hatten alle Angst“, erklärte er den Stotterstart seiner Mannschaft. Angst, die noch durch die offensive Deckung der Gäste geschürt wurde. Es fehlte an einem schlagkräftigen Konzept gegen Aldekerks wuselige 3:2:1-Deckung, die Kirchhoferinnen liefen zuviel mit und zu wenig ohne Ball und waren so auf Einzelaktionen ihrer Torjägerin Sabljak angewiesen. Zumindest die lieferte und glich mit zwei Treffern zum 4:4 (9.) aus.

Als sich danach auch die SG-Deckung inklusive Torfrau Siggaard steigerte und den gegnerischen Positionsangriff ganz gut im Griff hatte, schien eine Wende möglich. Doch die Denk-Schützlinge belohnten sich nicht für ihre Ballgewinne. Warfen Torfrau Tugce Cengiz warm und wurden von Aldekerks erster und zweiter Welle einige Male düpiert. So kursierte zur Pause in der erstmals wieder leicht gefüllten Melsunger Stadtsporthalle die Frage: Wann spielt sich die SG endlich frei und ihren individuell sowie physischen Vorteile aus?

Die Antwort: Gar nicht. Der Wild-West-Handball zu Beginn der zweiten Hälfte half eher den Gästen, die danach immer abgeklärter wurden. Besonders Rückraumspielerin Svenja Rottwinkel, die jede Lücke in der SG-Abwehr nutzte und vom Punkt Ida Evjen nachahmte. Ihre Treffer zehn und elf bescherten dem Drittligisten eine 22:19-Führung (40.).

Zumindest bei der Verwaltung dieser Führung musste der Außenseiter dann doch etwas Lehrgeld zahlen. Was den vermeintlichen Favoriten sogar zu leichten Jubelszenen nach dem Abpfiff veranlasste. Ehe ihm klar wurde, dass es im zweiten Vergleich wieder bei Null losgehen würde. Unter erschwerten (Auswärts-) Bedingungen. „Da müssen wir einfach liefern“, weiß Diana Sabljak, was die Stunde geschlagen hat. Und was das Unentschieden zu Hause wert ist.

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