2. Liga: Kellerduell am Samstag

Kirchhof-Gegner TVB Wuppertal wuppt Krise gemeinsam

Herzstück im Angriff des TVB: Ramona Ruthenbeck, die hier links im Bild Leona Svirakova (inzwischen Spreefüxxe Berlin) im Trikot der SG 09 Kirchhof unsanft stoppt.
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Herzstück im Angriff des TVB: Ramona Ruthenbeck, die hier links im Bild Leona Svirakova (inzwischen Spreefüxxe Berlin) im Trikot der SG 09 Kirchhof unsanft stoppt.

In Wuppertal erleben sie ein kleines Handball-Märchen. Eine Auferstehung wie Phönix aus der Asche. Keine drei Monate ist es her, dass beim Turnverein Beyeröhde Wuppertal vieles auf der Kippe stand. Sportlich wie wirtschaftlich. Doch beim TVB haben sie alles – und wo würde das Wort besser passen – gewuppt.

Kirchhof – Und können mit einem Erfolg bei der SG 09 Kirchhof am Samstag (18 Uhr, Stadtsporthalle Melsungen, live auf Sportdeutschland.tv) den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga feiern. „Wir haben das Momentum auf unserer Seite und sind selbst überrascht ob dieser fantastischen Entwicklung“, lobt Sportdirektor Dieter Trippen überschwänglich. Schon vor der Saison galt Wuppertal als der vielleicht größte Abstiegskandidat. Hatte elf Abgänge zu beklagen. Mit Natalie Adeberg, Sophia Michailidis (beide Mainz) und Luisa Knippert (Oldenburg) zog es drei Asse in die 1. Liga. Hannah Kamp und Katharina Hufschmidt sahen eine bessere Perspektive in Kirchhof, das drei Spieltage vor Schluss überraschend vier Punkte hinter dem TVB liegt und die um 37 Treffer schlechtere Tordifferenz aufweist.

Große Rettungsaktion war erfolgreich

Als Trainer der Westdeutschen wurde mit Dominik Schlechter im Sommer der mit 30 jüngste Coach der Liga verpflichtet, dem Neuzugänge ausschließlich aus der Oberliga und der 3. Liga zur Verfügung standen. Als im Februar finanzielle Sorgen wegen fehlender Zuschauereinnahmen, Zusatzkosten und Ausfälle bei den Sponsoren größer wurden, sah es düster aus. Da nahmen sie im Turnverein Kontakt zum Oberligisten Bergischer HC an, der mit Mäzen Michael Kölker in die Bundesliga strebt. Und halfen sich schließlich einfach selbst. Eine große Rettungsaktion brachte einen mittleren fünfstelligen Betrag zusammen, wie Abteilungsleiter Stefan Müller gegenüber der Westdeutschen Zeitung erklärte. Genug, um fristgerecht die Lizenz einreichen zu können.

„Diese Riesensolidarität ist beeindruckend. Zudem wurde ein Beirat gegründet und ein Partner gefunden, der Spielerinnen eine berufliche Perspektive bietet“, betont Trippen. Ein „Schub“, der sich auf die Mannschaft übertrug. Der Sportdirektor rechnet es dem Team „hoch an“, dass bis auf Ramona Ruthenbeck, die es aus privaten Gründen in die fünfte Liga zieht, und Ida Krogh, die eine neue Herausforderung sucht, der Kader geschlossen für die 2. und 3. Liga zusagte. Und noch einen draufsetzte. Durch zusätzliche Einheiten und mit starken Ergebnissen. Nach lediglich 8:18-Punkten holte Wuppertal zuletzt 9:1-Zähler. Vier Siege in Folge, von den das 23:22 in Berlin und das 22:21 gegen Lintfort aufhorchen ließen.

Vier Siege in Serie dank stabiler Deckung

„Vor allem in der Deckung sind wir nun wesentlich stabiler“, freut sich Trainer Schlechter und kann hier besonders auf die reaktionsschnelle Torfrau Dana Centini und Abwehrchefin Hanna Wagner bauen. Auch Taktgeberin Ruthenbeck, die mit 176/85 Toren sogar noch treffsicherer ist als Kirchhofs Diana Sabljak (152/49), hat sich nochmals zur Höchstform aufgeschwungen. Somit winkt der Mannschaft bereits am Samstag der Klassenerhalt und würde gleichzeitig die Sorgen in Kirchhof vergrößern.

Auch wenn Dieter Trippen zu Auswärtsspielen derzeit nicht mitreist: Sein „Herzensverein“, den er als Trainer 2007 sogar in die 1. Liga führte, könnte diesen wichtigen Erfolg in der Region feiern, in der er als erfolgreiche Aushilfe Spuren hinterließ. 2016 sprang er bei Erstligist Bad Wildungen ein, als Trainerin Tessa Bremmer schwanger war. Zudem unterstützte er den SV Germania Fritzlar von 2015 bis zum Januar 2018, ehe Lucky Cojocar als Trainer verpflichtet wurde. (Sebastian Schmidt)

Dieter Trippen

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