2. Handball-Bundesliga

Kirchhof gehen gegen Favorit Herrenberg auf der Zielgeraden die Kräfte aus

Durchgebrochen: Kirchhofs Linksaußen Zerin Özcelik (Mitte) lässt Herrenbergs Torfrau Laura Waldernmeier keine Chance und erzielt einen ihrer vier Treffer.
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Durchgebrochen: Kirchhofs Linksaußen Zerin Özcelik (Mitte) lässt Herrenbergs Torfrau Laura Waldernmeier keine Chance und erzielt einen ihrer vier Treffer.

45 Minuten lag eine Überraschung in der Luft. Dann musste sich die ersatzgeschwächte SG 09 Kirchhof in der 2. Handball-Bundesliga dem Titelkandidaten Herrenberg doch noch klar geschlagen geben.

Melsungen - Wenn ein Trainer beklagt, dass die gerade erlittene Niederlage „zu hoch“ ausgefallen sei, lässt er damit durchaus auch eine gewisse Zufriedenheit mit der Leistung seiner Mannschaft durchblicken. Wie Martin Denk. „Wir haben eine Reaktion auf das 19:37 in Lintfort gezeigt und waren 45 Minuten mit einem starken Gegner auf Augenhöhe“, sagte der Coach der SG 09 Kirchhof nach dem 21:27 (13:11) gegen die SG H2Ku Herrenberg. Ein Ergebnis, das den Widerstand des ersatzgeschwächten heimischen Handball-Zweitligisten nur unzureichend widerspiegelte.

Fand auch Zerin Özcelik. Und ärgerte sich. Bis zum 20:24 (54.) hatte die SG-Rechtsaußen bei vier Versuchen viermal getroffen. Abschluss Nummer fünf und sechs gingen daneben, als sie in Überzahl gleich zwei mal an Herrenbergs starker Torfrau Waldenmaier scheiterte - der gescheiterte Versuch einer Aufholjagd und damit die Entscheidung. „Da war ich einfach nicht clever genug“, bekannte die 24-Jährige. Auch als Folge, „dass uns in der Schlussphase die Kräfte ausgegangen sind, weil wir einfach keine Alternativen mehr hatten.“

Anders als die Gäste. Trainer Leibssle konnte es sich sogar leisten, Spielmacherin Blanke, vor der Saison vom Erstligisten Göppingen zu den Kutis gewechselt und dort sehr schnell zum Kopf der Mannschaft avanciert, erst mal auf der Bank zu lassen. Als er sie brachte - beim 6:6 nach 18 Minuten - war klar, dass den Favoriten trotz einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage in der Melsunger Stadtsporthalle alles andere als ein Spaziergang erwarten würde.

Angriffswirbel vor der Pause

Dazu stand die Kirchhofer Abwehr in der ersten Hälfte zu kompakt - und Torfrau Siggaard ihrer starken Kollegin kaum nach. Das Problem der Gastgeber lag, zu Beginn, im Positionsangriff, der ohne Linkshänderin im rechten Rückraum zu linkslastig und damit zu leicht ausrechenbar war. Doch das änderte sich. Mit Greta Kavaliauskaite wurde der Druck aus dem Rückraum erhöht. Und mit Diana Sabljak auf der Mitte das Tempo. „Wir haben den Ball sehr gut laufen gelassen“, lobte Martin Denk seine Offensive. Die Folge: Blitzsauber herausgespielte Tore von außen, wo auch Hannah Kamp bis zu ihrem verletzungsbedingten Ausscheiden eine gute Figur machte, über die zweite Welle (Deborah Spatz) und durch Durchbrüche über die Halbpositionen der gegnerischen 6:0-Deckung.

Allerdings: Blankes Treffer zum 13:11 fast mit dem Pausenpfiff ging dann durchaus als Euphoriebremse durch. „Der hat uns weh getan“, gestand der SG-Coach. Und entpuppte sich nach dem Wechsel schnell als Anfang vom Ende der Hoffnungen auf eine Überraschung. Während die Gastgeberinnen nicht an die starke spielerische Leistung der ersten Hälfte anknüpfen konnten, holte und drehte Herrenberg auf.

Was besonders für die anfangs noch indisponierte Torjägerin Lea Neubrander und Stefanie Schöneberg galt, die sich nun immer öfter am Kreis durchsetzen konnte. Ihr fünftes Tor bescherte den Gäste eine 22:19-Führung (47.), als Kirchhofs Defensive erste Bröcklungstendenzen offenbarte.

Geschlagen gab sich der Tabellenelfte deshalb noch nicht. Frederikke Siggaard, zwischenzeitlich im Angriffswirbel der Kutis „untergetaucht“, kam noch mal zurück, verhinderte mehrmals die Vorentscheidung. Allerdings: Veredeln könnte ihre Vorderleute ihre Paraden nicht, um die es nach Blankes Treffer zu 20:25 (56.) endgültig geschehen war. Dergestalt, dass der (verdiente) Sieg des Meisterschaftsaspiranten schließlich zu hoch ausfiel.

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