2. Handball-Bundesliga

Kirchhof ohne Schlegel und als Außenseiter zur „Mannschaft der Stunde“

Greta Kavaliauskaite nimmt Maß: Kirchhofs Rückraumspielerin, hier im Zweikampf mit Lintforts Dina Gruner (Nummer 10), ist nach dem Ausfall von Klara Schlegel auch im Angriff gefordert.
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Greta Kavaliauskaite nimmt Maß: Kirchhofs Rückraumspielerin, hier im Zweikampf mit Lintforts Dina Gruner (Nummer 10), ist nach dem Ausfall von Klara Schlegel auch im Angriff gefordert.

Ein solcher, fast mit der Schlusssirene erkämpfter Sieg wie Kirchhofs 27:26 gegen die starken Solingerinnen macht Mut. Und Hoffnung darauf, dass er Kräfte freisetzt, die dem gewachsenen Selbstvertrauen entspringen. „Dieser Erfolg ist Gold wert“, sagt Diana Sabljak, die Matchwinnerin des heimischen Handball-Zweitligisten am letzten Spieltag.

Kirchhof/Lintfort - Nicht nur im Hinblick auf den aktuellen Abstiegskampf, sondern auch als Kampfansage für das kommende schwere Auswärtsspiel beim TuS Lintfort (Sa. 17.30 Uhr). Der Tabellenvierte, der völlig gerechtfertigt das Prädikat „Mannschaft der Stunde“ für sich in Anspruch nehmen kann. Der Grund: Fünf Siege in Folge, davon vier mit einem Tor Unterschied. Unter den „Opfern“ auch Aufstiegskandidat Sachsen Zwickau (27:28). Das ist für ein Team, das mit dem Saisonziel Klassenerhalt in die Serie startete, eine ganz besondere Bilanz, die selbst Trainerin Grenz-Klein rätselhaft erscheint: „Nein, erklären kann ich mir diesen Siegeszug nicht, zumal wir in den letzten Spielen verletzungsbedingt immer wieder Ausfälle hatten und mit drei Rückraumspielerinnen durchspielen mussten.“

Umso erstaunlicher, dass die Westdeutschen in den entscheidenden Phasen immer wieder „den Turbo zünden konnten“ (Grenz-Klein). Wie im letzten Spiel beim HC Rödertal. Da lagen die Westdeutschen nur einmal in Führung: beim 21:20, dem Endstand.

Trotzdem gibt‘s klare Indizien für derlei mentale und läuferische Stabilität. Die bärenstarke 6:0-Abwehr mit der überragenden Torfrau Laura Graef, die bisher die wenigsten Gegentore (355 in 14 Spielen) der gesamten Liga kassierte. Ein spielfreudiger Rückraum mit der torgefährlichen Beachhandball-Nationalspielerin Naina Klein (bisher 76/5-Tore) und der äußerst dynamischen Regisseurin Kinlend, die das Spiel ihrer Mannschaft schnell macht, ihre Nebenleute in Szene zu setzen weiß oder selbst Tordrang entwickelt (65/11).

Lintforts Höhenflug begann im Hinspiel

Lintforts Höhenflug begann ausgerechnet im Hinspiel. Mit zwei Niederlagen nach Nordhessen gereist gab der TuS danach nur noch fünf Punkte ab. Beim völlig ungefährdeten 28:20 bei der SG überragteneben Kinlend Prudence die Rückraumrechte Lisa Kunert (11/6), die wie Hannah Haase in dieser Woche nach Verletzungspause ins Training zurückkehrte. Bettina Grenz-Klein könnte also erstmals seit Wochen personell wieder aus dem Vollen schöpfen.

Beim Gast fällt Klara Schlegel (Bänderriss) aus, für die im rechten Rückraum Greta Kavaliauskaite und Deborah Spatz in die Bresche springen sollen. Trotz glaubt Martin Denk an eine (realistische) Außenseiterchance. „Solingen ist Favorit und deshalb wir können frei aufspielen“, beschreibt der SG-Coach die Ausgangsposition.

Zuversichtlich stimmt ihn auch die in den letzten Spielen starke Defensivleistung inklusive einer stabilen Torfrau Nela Zuzic sowie die Fortschritte im Angriff. „Den Ball laufen lassen“, lautet seine Devise, die Spielmacherin Mariel Beugels zuletzt verläßlich umsetzte. Dabei auch die Außen Zerin Özcelik und Katharina Hufschmidt in Szene setzte, deren Formkurve nach oben zeigt und die folgerichtig in Lintfort erneut beginnen sollen. Natürlich mit dem Schwung des letzten Sieges.

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